Das Hotel Adlon am Pariser Platz könnte vor einem Eigentümerwechsel stehen. Die Anleger des Fonds, über den die traditionsreiche Hotelimmobilie finanziert wurde, stimmen derzeit über einen möglichen Verkauf ab. 

Außenansicht des Hotel Adlon am Pariser Platz in Berlin-Mitte mit Blick auf die historische Fassade.

Das Hotel Adlon könnte vor einem Eigentümerwechsel stehen. Über den geplanten Verkauf der Berliner Hotelimmobilie entscheiden derzeit die Fondsanleger. / © Foto: depositphotos.com

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Das Hotel Adlon am Brandenburger Tor steht möglicherweise vor einem neuen Kapitel. Die Gesellschafter des Fundus-Fonds 31, dem die bekannte Hotelimmobilie gehört, entscheiden derzeit über einen möglichen Verkauf des Berliner Luxushotels. Nach Informationen der Immobilien Zeitung steht ein Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro im Raum.

Die Abstimmung unter den mehr als 4.000 überwiegend privaten Anlegerinnen und Anlegern läuft seit Ende Juli und soll insgesamt vier Wochen dauern. Damit ein Verkauf zustande kommt, müssen mindestens 75 Prozent der abgegebenen Stimmen zustimmen. Bei einem positiven Votum soll anschließend ein internationales Bieterverfahren starten.

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Seit den 1990er-Jahren im Besitz eines Immobilienfonds

Das Adlon gehört zum Fundus-Fonds 31 des Immobilienunternehmers Anno August Jagdfeld. Über diesen Fonds wurde Mitte der 1990er-Jahre der Wiederaufbau des traditionsreichen Hotels finanziert. Die Investitionssumme für das Projekt lag damals bei mehr als 400 Millionen Euro.

Als Gründe für den geplanten Verkauf werden unter anderem das hohe Alter vieler Fondsanleger sowie mögliche Liquiditätsfragen genannt. Seit Ende 2024 können Anteile am Fonds gekündigt werden. Der nun vorgeschlagene Verkaufspreis von 280 Millionen Euro würde nach Abzug von Kosten und Fremdkapital nach Angaben des Fondsmanagements rund 80 Prozent der ursprünglichen Einlage entsprechen.

Das Hotel selbst wird weiterhin von der Luxushotelgruppe Kempinski Hotels betrieben. Das Haus am Pariser Platz zählt zu den bekanntesten Adressen der deutschen Hotellerie und ist regelmäßig Schauplatz internationaler Begegnungen, Staatsbesuche und gesellschaftlicher Veranstaltungen.

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Außenansicht des Hotel Adlon am Pariser Platz in Berlin-Mitte mit Blick auf die historische Fassade, durch das Brandenburger Tor.

Seit der Wiedereröffnung im Jahr 1997 prägt das Hotel Adlon wieder das Stadtbild rund um das Brandenburger Tor. / © Foto: depositphotos.com

Eine Hotelgeschichte zwischen Kaiserzeit und Wiederaufbau

Die Geschichte des Adlon reicht mehr als ein Jahrhundert zurück. Der Hotelier Lorenz Adlon eröffnete das ursprüngliche Haus am 26. Oktober 1907. Das von den Architekten Carl Gause und Robert Leibnitz errichtete Hotel galt damals als eines der modernsten und luxuriösesten Häuser Europas. Schnell entwickelte es sich zu einem Treffpunkt von Politik, Adel und internationaler Gesellschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg endete die erste Epoche des Hotels. Ein Brand im Mai 1945 zerstörte das Gebäude weitgehend, lediglich ein Seitenflügel blieb erhalten. Dieser wurde zunächst weiter als Hotel genutzt, später jedoch in der DDR-Zeit mehrfach umgewidmet. 1984 wurde auch der letzte Gebäudeteil abgerissen.

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Der Name Adlon blieb jedoch erhalten. Nach dem Mauerfall wurde das Projekt eines Wiederaufbaus erneut aufgegriffen. Zwischen 1995 und 1997 entstand an historischer Stelle ein Neubau, der sich architektonisch stark am früheren Hotel orientierte. Am 23. August 1997 wurde das neue Hotel Adlon Kempinski schließlich eröffnet.

Berliner Wahrzeichen mit wechselvoller Zukunft

Seit der Wiedereröffnung hat sich das Adlon erneut als eines der prominentesten Hotels der Hauptstadt etabliert. In den vergangenen Jahrzehnten wurden verschiedene Bereiche des Hauses erweitert und modernisiert, darunter zusätzliche Veranstaltungsflächen, Suiten, der Wellnessbereich und die öffentlichen Räume.

Nun steht die Immobilie erneut vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Sollte die Mehrheit der Fondsanleger dem Verkauf zustimmen, könnte das Adlon nach fast 30 Jahren im Besitz des Fundus-Fonds in neue Hände übergehen. Für Berlin wäre es ein weiterer Abschnitt in der langen Geschichte eines Hotels, das seit seiner Eröffnung eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden ist.

Hotel Adlon

Quellen: Kempinski, Immobilien Zeitung, HotelVor9, ahgz

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