Das Berliner Hotel Adlon sollte möglicherweise einen neuen Eigentümer bekommen. Doch aus dem geplanten Verkauf wird vorerst nichts: Zwar stimmten 86 Prozent der Anleger dafür, die entscheidende Kapitalmehrheit wurde aber knapp verfehlt.
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Das Hotel Adlon am Brandenburger Tor bleibt vorerst in den Händen seines bisherigen Immobilienfonds. Bei einer Abstimmung unter den Gesellschaftern des Fundus-Fonds 31 sprach sich zwar eine deutliche Mehrheit für den Verkauf des Berliner Luxushotels aus. Die entscheidende Hürde wurde trotzdem knapp verfehlt.
Insgesamt 86 Prozent der Gesellschafter stimmten für einen Verkauf. Für die Entscheidung zählt allerdings nicht nur die Zahl der Anleger, sondern auch die Höhe ihrer jeweiligen Beteiligungen. Gemessen am Kapital kamen nur 71,04 Prozent zusammen. Im Gesellschaftsvertrag sind jedoch mindestens 75 Prozent vorgeschrieben.
Hotel Adlon: Viele kleine Anleger, einige große Anteilseigner
Das Ergebnis hängt vor allem mit der besonderen Struktur des Fonds zusammen. Rund 99 Prozent der Gesellschafter sind Kleinanleger. Daneben haben in den vergangenen Jahren professionelle Investoren Anteile am Zweitmarkt gekauft. Nach Angaben der Fondsgesellschaft verfügen sie inzwischen über Beteiligungen mit einem Nominalwert von rund 35 Millionen Euro.
Für viele der privaten Anleger ist das Adlon eine langjährige Investition. Der Fonds wurde bereits 1994 aufgelegt, um den Wiederaufbau des traditionsreichen Hotels zu finanzieren. Das neue Adlon wurde 1997 eröffnet und gehört seitdem wieder zum Stadtbild rund um das Brandenburger Tor.
Über einen Verkauf wird bereits seit einigen Wochen diskutiert. Wie berichtet, stand dabei ein Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro im Raum. Sollte die erforderliche Mehrheit zustimmen, sollte anschließend ein internationales Bieterverfahren starten. Der Fonds wollte auf diese Weise mehrere mögliche Käufer gegeneinander antreten lassen.
Berliner Traditionshotel: Neuer Anlauf für den Verkauf geplant
Dass die notwendige Mehrheit nun fehlt, bedeutet zunächst: Das Adlon wird nicht verkauft. Am Hotelbetrieb ändert sich ebenfalls nichts. Kempinski Hotels betreibt das Haus weiterhin, für Gäste und Beschäftigte bleibt der Alltag unverändert.
Fondsgeschäftsführer Anno August Jagdfeld will die Entscheidung allerdings nicht als endgültiges Aus für einen Verkauf verstehen. Die Zustimmung von 86 Prozent der Gesellschafter sei aus seiner Sicht ein klares Signal. Er kündigte deshalb an, möglichst bald einen neuen Anlauf zu unternehmen.
Das Adlon selbst bleibt damit zunächst, wo es seit fast drei Jahrzehnten wieder steht: am Pariser Platz. Ob das Berliner Traditionshotel künftig einen neuen Eigentümer bekommt, ist allerdings weiterhin offen.
Hotel Adlon
Quellen: Kempinski, Immobilien Zeitung, HotelVor9, ahgz, Deal Magazin
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