Wo einst getanzt und gefeiert wurde, entsteht bald ein neuer Ort für Hotel, Gastronomie, Gewerbe und urbanes Arbeiten: Das Kulturhaus „Wilhelmine“ in Oberschöneweide wird reaktiviert. Mitten in Berlins Industriekulisse wächst ein Projekt, das Geschichte und Zukunft miteinander verbindet. Umgesetzt wird das ambitionierte Vorhaben vom Projektentwickler Trockland.

Ein vergessenes Kulturhaus an der Spree wird neu belebt: In Oberschöneweide entsteht aus dem Denkmal „Wilhelmine“ ein Ort für Kreativität, Gastlichkeit und Begegnung. Trockland setzt dabei auf ein Konzept zwischen Erhalt und Neuanfang. / © Visualisierung: Trockland Management GmbH
© Fotos & Visualisierungen: Trockland Management GmbH
In Zusammenarbeit mit der Trockland Management GmbH
Der Standort Oberschöneweide im Südosten Berlins ist bekannt für die Vielzahl historischer Industriedenkmäler, die sich an diesem Ort ballen. Durch die reizvolle Lage, und in unmittelbarer Nähe zur Spree, bietet der Standort zahlreiche Möglichkeiten für Unternehmen sowie für Hochschulen und wissenschaftliche Institutionen.
Zahlreiche der historischen Gebäude werden mittlerweile modern und neu genutzt, doch es gibt noch einige Ensembles, die seit Jahren oder Jahrzehnten auf eine Renovierung und Reaktivierung warten.
Baudenkmal „Wilhelmine“: 1912 errichtetes Denkmal wird modernisiert
So ist es auch bei einem 1912 errichteten, historischen Gebäudeensemble, welches an der Wilhelminenhofstraße im Bezirk Treptow-Köpenick liegt und nach Plänen von Felix Lindhorst erbaut worden ist. Der passende Name des Gebäudes: „Wilhelmine“.
Ursprünglich diente das 1913 eröffnete Gebäude als Arbeiterwohlfahrtsgebäude. Ab 1950 wurde es dann als Kulturhaus genutzt. Die Beschäftigten vom Werk für Fernsehelektronik feierten und tanzten im 500 Quadratmeter großen Saal, der auch heute noch erhalten ist.
Projektentwickler Trockland will das denkmalgeschützte Gebäude sanieren
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird vom Projektentwickler Trockland in den kommenden Jahren saniert und um einen Neubau erweitert. Dabei soll der ursprüngliche Charakter des historischen Ensembles, welches seit der Wende zunehmend verfällt, erhalten bleiben. Denn bis auf einige inoffizielle Zwischennutzungen ist in dem bemerkenswerten Altbau seit dem Mauerfall nicht viel passiert.
Auch zukünftig soll es in dem Gebäude wieder Veranstaltungen und Gastronomie geben. Dafür soll der große Saal im Kulturhaus reaktiviert und für moderne Anforderungen ertüchtigt werden. Zudem sollen im Gebäude Flächen für ein Hotel sowie Co-Working-Bereiche entstehen.
Oberschöneweide: Im Gebäude entstehen Flächen für Gastronomie, Gewerbe, ein Hotel sowie Lifestyle-Konzepte
Das Projekt mit dem Namen „Wilhelmine“ soll also wie in der Vergangenheit auch gewerblich genutzt werden. Damit soll ein Gebäudekomplex, der seit Jahrzehnten ungenutzt ist und sich daher baulich in einem bedenklichen Zustand befindet, für eine moderne Nutzung umgebaut werden. Noch befindet sich das Projekt allerdings in der Planungsphase.
Insgesamt werden im Gebäude rund 6.900 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen, davon werden rund 980 Quadratmeter für gastronomische Angebote genutzt werden. Diese sollen auch auf Außenterrassen eingerichtet werden.
Mehrere Dachterrassen und ein Atrium mit Dachgarten sind geplant
Im Zuge des Projekts sollen mehrere Dachterrassen realisiert werden. Zudem ist ein Atrium mit einem begehbaren Dachgarten geplant. Durch die von der Wilhelminenhofstraße zurückgesetzte Lage gibt es im Gebäude attraktive Flächen zur Nutzung für Gastronomie, Events oder eben zum Arbeiten in den geplanten Büroräumlichkeiten.
Der gesamte Dachstuhl soll rückseitig mit Fensterflächen ausgestattet werden, um mehr Tageslicht in das Gebäude zu bringen. Das Kulturhaus geht straßenseitig in das historische Gästehaus über, welches durch eine Neubau-Erweiterung (zukünftig „Gartenhaus“ genannt) im hinteren Bereich des Ensembles mit dem Seitenflügel verbunden wird.
Ein geschütztes Atrium soll alle Gebäudeteile im Erdgeschoss miteinander verbinden
Durch diese bauliche Erweiterung soll ein geschütztes Atrium entstehen, das alle Gebäudeteile im Erdgeschoss miteinander verbinden wird. Hier ist unter anderem eine Lounge mit parkähnlichem Gartendeck geplant.
Trockland sieht Aufbruchstimmung und kreative Energie im Quartier an der Wilhelminenhofstraße
Projektentwickler Trockland umschreibt das Projekt und die einzigartige Umgebung wie folgt: „Dieser Bezirk fühlt sich an, wie Berlin zu Beginn der 90er Jahre. Es herrscht Aufbruchstimmung und eine kreative Energie gepaart mit dem Wunsch, etwas zu gestalten und zu verändern.“
Die Projektleiterin des ambitionierten Umbauprojekts, Gesine Lenz, äußerte sich kürzlich im ENTWICKLUNGSSTADT Podcast „Metropole im Wandel“ ausführlich zum Projekt, dessen Realisierung wir mit großer Aufmerksamkeit weiter verfolgen werden.

Die „Wilhelmine“ kehrt zurück – als pulsierender Knotenpunkt für Hotel, Lifestyle und Gastronomie inmitten historischer Industriearchitektur. / © Visualisierung: Trockland Management GmbH

© Foto: Trockland Management GmbH
Quellen: Trockland Management GmbH, Bruno Fioretti Marquez Architekten, RBB, Architektur Urbanistik Berlin, Deutsches Architektur Forum
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