Auf dem Gelände der ehemaligen Bockbrauerei in Kreuzberg wächst ein neues, gemischt genutztes Stadtquartier heran. Nach dem Richtfest im vergangenen Jahr wird nun sichtbar, wie Arbeiten, Wohnen und öffentliche Nutzungen auf dem historischen Areal zusammengeführt werden sollen.

So soll die Neue Bockbrauerei einmal aussehen: die architektonische Gestaltung orientiert sich an der industriellen Prägung des Standorts und verbindet robuste Materialien mit einer sachlichen, modernen Ausformung. / © Visualisierung: EVE Visual Technologies GmbH
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Wer derzeit am ehemaligen Bockbrauerei-Areal unweit des Tempelhofer Felds vorbeikommt, kann kaum übersehen, wie stark sich das Gelände verändert hat. Schon seit dem Richtfest im vergangenen Jahr stehen die Bauten bereits in ihrer endgültigen Höhe. Mit fertiggestellten Fassaden, geschlossenen Blockrändern und fallenden Gerüsten tritt das Quartier nun zunehmend als geschlossenes Stadtgefüge in Erscheinung.
Entstehen soll hier kein reines Wohn- oder Büroensemble, sondern ein gemischt genutztes Quartier. Geplant sind Flächen für Arbeiten, Wohnen, kulturelle und soziale Nutzungen sowie öffentlich zugängliche Bereiche. Das Areal knüpft damit an die lange Geschichte der Bockbrauerei als Produktions- und Arbeitsort an, übersetzt diese jedoch in eine zeitgemäße, urbane Nutzungsmischung. Entwickelt wurde das Projekt von der Bauwert AG in enger Zusammenarbeit mit Tchoban Voss Architekten und Bonanni Architekten.
Neue Bockbrauerei: Ein Campus mit unterschiedlichen Nutzungen
Der Neue Bockbrauerei-Campus setzt auf eine dichte Bebauung mit klar definierten Baukörpern. Büro- und Gewerbeflächen bilden einen zentralen Bestandteil des Projekts, ergänzt durch Wohnnutzungen sowie Angebote für Bildung, Kultur und soziale Einrichtungen. Ziel ist es, ein Quartier zu schaffen, das nicht monofunktional bleibt, sondern über den Tag hinweg belebt ist.
Die Struktur erinnert dabei bewusst an einen Campus: Mehrere Gebäude gruppieren sich um Höfe und Wege, die interne Verbindungen schaffen und zugleich Übergänge zum öffentlichen Raum bilden. Damit soll das Areal nicht als abgeschlossener Komplex wirken, sondern als Teil des umliegenden Stadtgefüges.
Auf historischem Grund: Architektur zwischen Industriegeschichte und Neubau
Architektonisch greift das Projekt Elemente der industriellen Vergangenheit auf, ohne diese zu kopieren. Besonders sichtbar wird dies am markanten Eckgebäude mit Ziegelfassade, das äußerlich bereits fertiggestellt ist. Es nimmt Bezug auf die historische Backsteinarchitektur der ehemaligen Brauerei und setzt gleichzeitig einen zeitgenössischen Akzent.
Auch entlang der Schwiebusser Straße zeigt sich der städtebauliche Anspruch des Projekts. Der inzwischen geschlossene Blockrand stellt eine klare Raumkante her und ordnet den Straßenraum neu. Damit fügt sich die Neubebauung in die klassische Berliner Blockstruktur ein, interpretiert diese jedoch in einer größeren Maßstäblichkeit.
Mitten im Bergmannkiez: Einbindung in den bestehenden Stadtraum
Auffällig ist die unmittelbare Nähe zu historischen Bestandsgebäuden ebenso wie zu jüngeren Wohn- und Gewerbebauten. An mehreren Stellen stoßen Neubauten direkt an bestehende Strukturen, wodurch unterschiedliche Bauzeiten und Nutzungen auf engem Raum zusammentreffen. Diese Überlagerung ist Teil des Konzepts und prägt den Charakter des entstehenden Quartiers.
Auch wenn der Innenausbau und die Freiraumgestaltung noch andauern, ist die Wirkung der neuen Baumasse bereits deutlich spürbar. Langfristig soll die Neue Bockbrauerei nicht nur Arbeits- und Wohnraum bieten, sondern auch öffentliche Nutzungen ermöglichen. Damit entwickelt sich das ehemalige Industrieareal Schritt für Schritt zu einem urbanen Quartier, das Geschichte und neue Stadtentwicklung miteinander verbindet.
Quellen: Bauwert AG
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