Am 9. September startet in Berlin das Pilotprojekt „VeloFlow“, das den Radverkehr an wichtigen Straßenkreuzungen erleichtern soll. Neue elektronische Anzeigen informieren Radfahrende vorzeitig über die nächste Ampelphase.
Blick auf die Kreuzbergstraße in Berlin mit Autos, Radwegen und einem blauen Fahrradschild, daneben Häuserfassaden und Geschäfte am Straßenrand.

Auf der Kreuzbergstraße in Berlin startet am 9. September 2025 das Pilotprojekt „VeloFlow“. Hier werden die ersten digitalen Anzeigen installiert, die Radfahrenden frühzeitig die nächste Ampelphase anzeigen. / © Foto: Wikimedia Commons, Assenmacher, CC BY-SA 3.0 

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

ANZEIGE

In Berlin wird am 9. September das Projekt „VeloFlow“ erstmals sichtbar. Auf der Kreuzbergstraße erhalten Radfahrende über elektronische Anzeigen die Information, ob die nächste Ampel bei ihrer Ankunft Rot oder Grün sein wird. Mit diesem Startschuss soll der Radverkehr auf einer wichtigen Strecke getestet werden, bevor weitere Straßen in das Projekt einbezogen werden.

Die Anzeigen befinden sich jeweils etwa 200 Meter vor der Kreuzung und arbeiten mit einem festen Richtwert von 20 Kilometern pro Stunde. Radfahrende können ihr Tempo rechtzeitig anpassen, was zu einem flüssigeren Verkehr beitragen soll. Die Senatsverwaltung für Verkehr erklärte, dass dadurch nicht nur das Anhalten und Anfahren reduziert werde, sondern auch riskante Rotlichtfahrten verhindert werden sollen.

Funktionsweise der Technik: So arbeiten die neuen „VeloFlow“-Anzeigen auf der Kreuzbergstraße

Die Technik hinter „VeloFlow“ basiert auf dem Prinzip Green Light Optimal Speed Advisory. An den Ampeln erfassen sogenannte Roadside Units die aktuelle Phase und übertragen diese Daten direkt an die Anzeigen. Dort sehen Radfahrende ein Symbol, das ihnen in einer einfachen Darstellung anzeigt, ob sie bei gleichbleibendem Tempo die nächste Grünphase erreichen.

ANZEIGE

Die Senatsverwaltung betont, dass das System bewusst einfach gestaltet wurde, um den Radfahrenden klare Informationen zu geben. Dadurch soll es leichter fallen, die eigene Geschwindigkeit an den Verkehrsfluss anzupassen.

Erste Standorte in Berlin: Anzeigen sollen auf viel befahrenen Straßen angebracht werden

Nach dem Start auf der Kreuzbergstraße sollen bald weitere Standorte hinzukommen. Dazu gehören die Invalidenstraße, die Stargarder Straße und die Handjerystraße. Damit konzentriert sich der Test auf stark befahrene Strecken mit hohem Radaufkommen. Die Auswahl dieser Korridore basiert auf Verkehrsanalysen und Rückmeldungen aus den Bezirken.

Ziel ist es, die Wirkung der neuen Technik dort zu testen, wo besonders viele Radfahrende unterwegs sind. Ob die Anzeigen wie erhofft zu weniger Konflikten an den Kreuzungen führen, soll in den kommenden Monaten beobachtet und ausgewertet werden. Hierfür ist vorgesehen, das Projekt wissenschaftlich begleiten zu lassen.

ANZEIGE

Neue Anzeigen für Berliner Radverkehr: Förderung durch den Bund, Startschuss am 9. September

Die Kosten für eine Anzeige liegen bei rund 3.000 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für die Stromversorgung, die Umrüstung der Ampelanlagen sowie für Planung und digitale Anbindung. Das Bundesverkehrsministerium übernimmt 85 Prozent der Gesamtkosten. Damit ist das Projekt Teil einer bundesweiten Förderung zur umweltsensitiven Verkehrssteuerung.

Langfristig möchte die Verkehrsverwaltung die Technik auch für andere Verkehrsmittel nutzbar machen. Da die Roadside Units mit Ampeln verbunden sind, könnten sie in Zukunft auch Daten an Autos übertragen, die über eine entsprechende digitale Ausstattung verfügen. Vorerst liegt der Schwerpunkt jedoch klar auf dem Radverkehr, der mit dem Start am 9. September eine neue Form der Unterstützung im Berliner Straßenverkehr erhält.

Quellen: Berlin.de – Das offizielle Hauptstadtportal, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.