Das VBKI-Forum im EINZ-Tower von KPMG sendet ein deutliches Signal: Die Berliner Wirtschaft stellt sich geschlossen hinter eine Olympiabewerbung. Politik und Verbände sehen darin eine historische Chance für Stadt, Sport und Infrastruktur.

Impulsvortrag von Prof. Preuss im Rahmen des VBKI-Forums: Chancen, Risiken und Erkenntnisse für eine mögliche Berliner Olympia-Bewerbung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Zur Berliner Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele fand am Donnerstagabend eine Veranstaltung in der Skylounge des „EINZ-Tower“ (KPMG) am Hauptbahnhof statt.
Eingeladen hatte der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller – VBKI e.V.
Mit einer Unterstützungserklärung von Vertreterinnen und Vertretern der CEOs des VBKI-Forums positionierte sich der Verein eindeutig für eine Bewerbung Berlins und versprach dem anwesenden Regierenden Bürgermeister Kai Wegner volle Unterstützung bei dem anstehenden Vorhaben.
VBKI votiert für Olympische Spiele in Berlin und betont wirtschaftliche Bedeutung
Die Verantwortlichen des VBKI unterstrichen sowohl in den Einführungsworten durch Prof. Dr. Jörg Ritter als auch in weiteren ergänzenden Anmerkungen die Bedeutung der nationalen Olympiabewerbung, über die der DOSB im September 2026 entscheiden wird.
Rückblickend auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land, die der deutschen Wirtschaft einen Einnahmezuwachs von immerhin zehn Milliarden Euro bescherte, so Michael Salcher, Regionalvorstand bei KPMG und Schatzmeister des VBKI, werde sich der VBKI voll auf die Olympiabewerbung konzentrieren.
Markus Voigt, Präsident des VBKI, zeigte sich sehr optimistisch hinsichtlich der Berliner Bewerbung: man werde „der Welt zeigen, dass nur Berlin Olympia ausrichten kann und dass man sich das Vorhaben nicht zerreden lassen wolle„. Allerdings ließ er nicht unerwähnt, dass die Entscheidung des DOSB im September 2026 mit der Berlin-Wahl zusammenfällt – ein nicht zu unterschätzender Fingerzeig an die anwesenden Politiker.
Regierender Bürgermeister Kai Wegner: „Berlin ist die Ankerstadt für Olympia“
Kai Wegner dankte zu Beginn seiner Rede dem VBKI für die zugesagte Unterstützung und betonte nachdrücklich, dass er an die „Riesenchance glaube, Olympia nach Berlin zu holen“. In diesem Zusammenhang verwies er auf sein am 13. November 2025 im Tagesspiegel veröffentlichtes ausführliches Interview, in dem er zuvor in der Medienlandschaft aufgekommene Zweifel oder Falschmeldungen zur Olympiabewerbung ausräumte.
Es gebe eine gemeinsame nationale Vision, Olympia nach Deutschland zu holen, und welche Stadt auch immer den Zuschlag erhalte, könne sich der Unterstützung durch die deutsche Bundesregierung sicher sein. Aber sein Engagement gelte Berlin und Olympia, das er unbedingt in die Stadt holen wolle, denn Berlin sei eine Sportstadt mit der Strahlkraft einer internationalen Metropole.
NFL-Spiel als Referenz: Berlin zeigt internationale Veranstaltungsqualität
Dass Berlin große Sportveranstaltungen organisieren kann, habe zuletzt das NFL-Spiel im Olympiastadion gezeigt, wo das Feedback aus den USA überwältigend gewesen sei und die Amerikaner der Stadt die Daumen für die geplante Olympiabewerbung drückten.
Für Kai Wegner sei Berlin die Ankerstadt, die als einziger nationaler Bewerber Olympia tatsächlich wolle. Ob diese Auffassung auch von München und den anderen deutschen Bewerbern geteilt werde? Vermutlich nicht, naturgemäß.
Lerneffekte aus Paris 2024: Austausch stärkt Berliner Bewerbung
Bestärkt in seiner Entscheidung, Olympia nach Berlin zu holen, habe Wegner der Besuch des stellvertretenden Pariser Bürgermeisters, der auf Einladung von Innensenatorin Iris Spranger über seine Erfahrungen zu Olympia 2024 informierte. Auch in Paris seien anfangs viele Menschen dagegen gewesen, aber die Stimmung habe sich schlagartig geändert, als die Olympische Flamme brannte.
Wegner sehe in Deutschland und Berlin jedoch nach wie vor zu viel Spaltung, die durch eine erfolgreiche deutsche Olympiabewerbung emotional überwunden werden könnte. Zur aktuellen Situation der Berliner Sportstätten führte Wegner aus, dass man derzeit bereits 80 Prozent der Spiele mit dem vorhandenen Bestand durchführen könnte.
Eine erfolgreiche Olympiabewerbung würde viele Investitionen in die Infrastruktur nach sich ziehen – ein Stadtumbau quasi –, wodurch auch der Breiten- und Vereinssport gestärkt würde und somit nachhaltige Spiele für die Menschen in der Stadt stattfänden.
Wegner: Olympiabewerbung für Berlin hat Priorität im Senat
Für den Berliner Senat habe die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele absolute Priorität, betonte Kai Wegner. Das bedeute zwar zehn Jahre harte Vorbereitung, Planung und Wettbewerb, hätte aber für zwanzig Jahre ein großes Investment für Berlin und die beteiligten Partner in den ehemaligen Neuen Bundesländern und Schleswig-Holstein – „Berlin Plus“ – zur Folge.
Einen echten Wettbewerber sehe Wegner eher international als national. Berlin sei bestens vorbereitet, es existiere ein Senatsbeschluss zur Bewerbung, und die Mittel dazu seien im Etat eingestellt: „Ohne Berlin geht es überhaupt nicht„, so die Schlussworte des Regierenden Bürgermeisters.
Quellen: Verein Berliner Kaufleute und Industrieller, KMPG, DOSB, Der Tagesspiegel
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