Seit Mittwoch ist der erste Urbanliner der BVG mit Fahrgästen unterwegs. Die neue 50 Meter lange Straßenbahn bietet nicht nur deutlich mehr Platz, sondern bringt auch zahlreiche technische Neuerungen und Verbesserungen für Barrierefreiheit und Komfort mit.

Blick in das Innere des neuen Urbanliners in Berlin.

Der großzügig gestaltete Fahrgastraum vereint neue Technik mit einer auf Komfort und Barrierefreiheit ausgerichteten Ausstattung. / © Foto: BVG, Andreas Süß

© Titelbild: BVG, Andreas Süß

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Mit dem Urbanliner ist seit Mittwoch erstmals die neue Straßenbahngeneration der BVG im regulären Fahrgastbetrieb unterwegs. Auf der Linie M4, Berlins am stärksten frequentierter Tramverbindung, sammelt das 50 Meter lange Fahrzeug nun seine ersten Erfahrungen im Alltag. Nach mehreren Monaten Verzögerung erhielt die neue Straßenbahn zuletzt die notwendige Zulassung. Für die Fahrgäste steht nun vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Was unterscheidet den Urbanliner eigentlich von den bisherigen Fahrzeugen?

Äußerlich fällt zunächst die außergewöhnliche Länge ins Auge. Mit 50 Metern übertrifft der Urbanliner die bisherigen Berliner Straßenbahnen deutlich. Im Inneren soll die zusätzliche Fahrzeuglänge vor allem für mehr Kapazität sorgen: Mehr als 300 Fahrgäste finden in einer Bahn Platz. Auf der M4 ersetzt der Urbanliner schrittweise die bislang eingesetzten GT6-Doppelzüge.

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Mehr Komfort und neue Technik im Innenraum: Das erwartet Fahrgäste

Auch die Ausstattung wurde in mehreren Punkten überarbeitet. Ein neues Beleuchtungskonzept passt die Lichttemperatur je nach Tages- und Jahreszeit zwischen warmen und kühleren Farbtönen an. An den Türen informieren LED-Streifen in Grün und Rot darüber, ob der Einstieg freigegeben ist oder Fahrgäste warten müssen.

Für einen ruhigeren Lauf wurde zudem die Fahrwerkstechnik weiterentwickelt. Nach Angaben der BVG werden Erschütterungen reduziert, wodurch sich der Fahrkomfort insbesondere auf längeren Strecken verbessern soll.

Ein Schwerpunkt lag außerdem auf der Barrierefreiheit. Die Mehrzweckbereiche bieten mehr Platz für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen. Ergänzt wird das Konzept durch unterschiedlich hohe Sitzplätze, Haltestangen mit tastbarer Struktur für sehbehinderte Menschen sowie eine zusätzliche Spaltüberbrückung, die den Einstieg auch an Haltestellen mit linksseitigem Einstieg erleichtert.

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Blick in das Innere des neuen Urbanliners in Berlin.

Im Fahrgastraum setzt die BVG auf eine modernisierte Gestaltung mit neuen Komfort- und Barrierefreiheitsmerkmalen. / © Foto: BVG, Andreas Süß

BVG Urbanliner: Verzicht auf mobile Fahrscheinautomaten

Technisch geht die BVG mit dem Urbanliner neue Wege. Erstmals verzichtet eine Berliner Straßenbahn vollständig auf klassische Außenspiegel. Stattdessen überwachen Kameras das Fahrzeugumfeld und übertragen die Bilder auf Monitore im Fahrerstand. Ergänzend warnt ein Assistenzsystem vor Hindernissen im Fahrweg.

Neu ist auch der Verzicht auf mobile Fahrscheinautomaten. Die BVG begründet diesen Schritt mit dem veränderten Kaufverhalten der Fahrgäste: Tickets werden inzwischen überwiegend digital oder über Zeitkarten wie das Deutschlandticket genutzt. Entlang der M4 wurde das stationäre Verkaufsnetz deshalb nach Angaben des Unternehmens deutlich ausgebaut.

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Äußerlich orientiert sich der Urbanliner zwar am bekannten BVG-Design, wirkt durch seine Dimensionen jedoch deutlich markanter.

Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass der Urbanliner neue Maßstäbe setzt: Keine Berliner Straßenbahn war bislang länger. Auffällig ist auch der Verzicht auf Außenspiegel. / © Foto: BVG, Florian Bündig

XXL-Tram startet auf der M4 – weitere Fahrzeuge folgen

Der Urbanliner ist derzeit ausschließlich für den Einsatz auf der M4 zugelassen. Vor der Inbetriebnahme waren im Bereich Alexanderplatz noch kleinere Anpassungen an der Infrastruktur erforderlich. Nach statischen Nachberechnungen wurden zwei zusätzliche Stützen im U-Bahn-Tunnel eingebaut, bevor die Technische Aufsichtsbehörde die Freigabe erteilte.

Mit dem Start des ersten Fahrzeugs beginnt nun auch die schrittweise Auslieferung weiterer Urbanliner durch den Hersteller Alstom. Noch in diesem Jahr soll die Flotte auf rund 15 Fahrzeuge anwachsen. Bis 2030 sollen insgesamt 65 der neuen Straßenbahnen an die BVG ausgeliefert werden und nach und nach auch auf weiteren Linien zum Einsatz kommen.

Blick in das Innere des neuen Urbanliners in Berlin.

Die neue Fahrzeuggeneration bringt nicht nur mehr Platz, sondern auch ein überarbeitetes Innenraumkonzept mit sich. / © Foto: BVG, Andreas Süß

Quellen: BVG

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One Comment

  1. a.t. 16. Juli 2026 at 10:33 - Reply

    Absolute Klasse! …Mal davon abgesehen, dass ich schon immer Tram-Fan bin, ist das nochmal ein Tupfer obendrauf… Ziehe ich jederzeit einer U-und S-Bahn oder Bus vor. Keine Treppe, kein Aufzug und nicht mal den Absatz, den selbst noch die sich absenkenden Busse haben, wenn die Tram immer mehr diese üblichen erhöhten Platformen anfährt… Mal davon abgesehen, dass jeder Tram-Kilometer um einiges günstiger ist als U-Bahn oder S-Bahn.

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