Berlin bereitet sich auf eine neue Internationale Bauausstellung (IBA) vor. Für den Zeitraum 2034 bis 2037 sollen städtische Räume weiterentwickelt, klimafreundliche Konzepte erprobt und urbane Quartiere zukunftsfähig gestaltet werden. 

Briefmarke der Deutschen Bundespost Berlin zur IBA 1987

Briefmarke der Deutschen Bundespost Berlin zur Internationalen Bauausstellung Berlin 1987. Nun hat der Senat die Durchführung einer IBA 2034-2037 beschlossen. / © Foto: Wikimedia Commons

© Titelbild: depositphotos.com

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Der Berliner Senat hat am 24. März 2026 die Durchführung einer Internationalen Bauausstellung Berlin 2034–37 beschlossen. Auf Vorlage von Bausenator Christian Gaebler soll dafür eine eigene IBA-Gesellschaft gegründet werden, die Projekte begleitet und kuratiert.

Die IBA-Gesellschaft wird fachlich von einem Kuratorium begleitet, das Expertise in Städtebau, Architektur, Umwelt- und Klimaschutz, Mobilität, Digitales und Soziales einbringt.

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Ziel ist es, die bestehende Stadt weiterzuentwickeln und dabei neue Herangehensweisen in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und nachhaltiger Nutzung von städtischem Boden zu erproben.

Zwischen Bestand und Transformation: Mögliche Standorte für IBA entlang des S-Bahnrings und an den Radialen

Die IBA richtet den Fokus auf die gewachsene Stadt mit ihren Gebäuden, Infrastrukturen und Freiräumen sowie auf die Verflechtungen innerhalb der Metropolregion. Berlin will damit das „Weiterbauen“ in all seinen Formen aufzeigen und exemplarische Projekte präsentieren, die eine ressourcenschonende und zukunftsfähige Stadtentwicklung demonstrieren.

Mögliche Standorte für die IBA liegen entlang des S-Bahnrings und an den Radialen, oft an den Übergängen zwischen innerer und äußerer Stadt. Diese Areale bergen komplexe städtebauliche, soziale und infrastrukturelle Herausforderungen. Durch die Weiterentwicklung sollen Barrieren im Stadtraum überwunden, Quartiere besser verbunden und neue Lebensräume geschaffen werden.

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IBA als Experimentierfeld für die Stadt: Erste IBA fand 1957 in West-Berlin statt

Berlins Stadtbild ist bis heute durch die Ergebnisse früherer Internationaler Bauausstellungen geprägt. Die erste IBA fand 1957 in West-Berlin statt, die zweite 1987. Bedeutende Projekte wie das Hansaviertel oder der Prager Platz entstanden damals im Rahmen dieser Ausstellungen.

Während die ersten IBAs vor allem architektonische Innovationen präsentierten, haben sich die Themen heute erweitert: Soziale, wirtschaftliche und ökologische Fragestellungen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Mit diesem Design wirbt der Berliner Senat für die Durchführung einer Internationalen Bauausstellung, die in den Jahren 2034 bis 2037 durchgeführt werden soll. / © Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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IBA 2034-37: Vorbereitung auf einen langfristigen Prozess

Die Vorbereitung der IBA ist ein mehrjähriger Prozess. In verschiedenen Workshops werden Expertinnen und Experten aus Architektur, Stadtentwicklung, Mobilität und Bauwesen beteiligt – auch ENTWICKLUNGSSTADT war in der Vergangenheit bereits Teil davon.

Auf dieser Basis sollen Leitlinien für die zukünftige Umsetzung der Projekte entwickelt werden. Die eigentliche Ausstellung wird im Zeitraum 2034–37 realisierte Vorhaben in Berlin präsentieren und nationale sowie internationale Aufmerksamkeit auf die städtebaulichen Entwicklungen lenken.

Die IBA soll als Experimentierfeld dienen, in dem zukunftsfähige Konzepte erprobt und sichtbar gemacht werden. Berlin greift damit auf ein bewährtes Format zurück, das seit über einem Jahrhundert weltweit Städtebau, Architektur und urbane Entwicklung diskutiert und weiterentwickelt.

Quellen: dpa, Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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4 Kommentare

  1. a.t. 24. März 2026 at 19:15 - Reply

    IBA is immer gut…

  2. Franz 25. März 2026 at 07:54 - Reply

    Und damit wenigstens ein Projekt durch die IBA Tempo bekommt und bis 2034 realisiert ist (!): Macht die Schinkelsche Bauakademie zum Nukleus der IBA, historische Hülle, zeitgenössischer baulicher Inhalt. Dann ist sie spätestens 2034 fertig, gern früher, um dort in einem Haus der Architektur die Debatten lokal zu fokussieren (ähnlich dem Literaturhaus in der Fasanenstraße). Das wäre mal was und würde konkret Lust auf die IBA machen. Ansonsten ist das ja noch sehr abstrakt.

    • Ewald Karl 25. März 2026 at 11:39 - Reply

      Sehr gute Idee!

  3. Matthias Frinken 26. März 2026 at 10:14 - Reply

    Dem stimme ich auch sofort zu! Und dann könnte man sich mindestens einen Trabenten in Brandenburg erlauben,
    nämlich in Neuruppin, Schinkels Geburtsstadt und Sitz der KFSchinkel Gesellschaft!

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