Zuletzt sorgten Berichte über einen möglichen Ausbau von Wohnraum bei der Urbanen Mitte am Gleisdreieck für Aufmerksamkeit. Nun hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen offiziell informiert und die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens mit dem Ziel bezahlbaren Wohnens beschlossen.
© Titelbild: O&O Baukunst / Realace GmbH
Nachdem in den vergangenen Tagen erneut über die Zukunft der „Urbanen Mitte“ am Gleisdreieck berichtet worden war, liegen nun neue Informationen durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vor.
Konkret geht es um den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan VI-140caa „Urbane Mitte Nord“, der bereits 2018 vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg gefasst worden war. Das Verfahren soll nun weitergeführt werden – allerdings mit angepassten Planungszielen.
Erstmals wird dabei ausdrücklich vorgesehen, auf wesentlichen Baufeldern auch bezahlbaren Wohnungsbau nach dem Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung planungsrechtlich zu ermöglichen.
„Urbane Mitte“: Letztes offenes Baufeld am Gleisdreieck
Die „Urbane Mitte“ ist Teil eines städtebaulichen Rahmenvertrags aus dem Jahr 2005 zwischen dem Land Berlin und der Grundstückseigentümerin. Vorgesehen ist die Entwicklung mehrerer Baufelder rund um den heutigen Park am Gleisdreieck. Während Flottwellpromenade, Yorckdreieck und Möckernkiez inzwischen realisiert sind, gilt die „Urbane Mitte“ als letztes noch offenes Entwicklungsareal.
Mit einem Senatsbeschluss vom Juli 2025 wurde dem Gebiet eine außergewöhnliche stadtpolitische Bedeutung zuerkannt. Damit ging die Zuständigkeit auf die Senatsverwaltung über. Dieser Schritt galt als Voraussetzung für die weitere Planung. Die nun bestätigte Fortführung des Bebauungsplans soll die rechtlichen Grundlagen für die Umsetzung schaffen.
Multifunktionale Nutzung statt reiner Bürostandorte
Inhaltlich setzt der Bebauungsplanentwurf auf eine nachhaltige und effiziente Flächennutzung. Vorgesehen sind multifunktionale Gebäude, die neben Büronutzungen auch Raum für Wohnen, Einzelhandel, Dienstleistungen sowie soziale Infrastruktur bieten sollen. Damit wird das bislang stark auf Büroflächen ausgerichtete Konzept deutlich erweitert.
Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler erklärte, dass die angepassten Planungsziele zu einer ausgewogenen Quartiersentwicklung beitragen sollen, in der Wohnen, Arbeiten sowie Freizeit- und Versorgungsangebote miteinander verbunden werden. Besonders hervorgehoben wurde die Perspektive, bezahlbaren Wohnraum unter Beteiligung einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft zu realisieren.
Über Beteiligung der Öffentlichkeit soll rechtzeitig informiert werden
Konkrete Angaben zu Wohnungszahlen, Nutzungsanteilen oder zur Umsetzung einzelner Baufelder wurden bisher offiziell nicht mitgeteilt. Über die Beteiligung der Öffentlichkeit im weiteren Verfahren will die Senatsverwaltung zu gegebener Zeit informieren.
Ob der neue Ansatz dazu beiträgt, einen der langwierigsten Planungskonflikte der Berliner Innenstadt aufzulösen, wird sich erst in den kommenden Verfahrensschritten zeigen.
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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2 Kommentare
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„Über Beteiligung der Öffentlichkeit soll rechtzeitig informiert werden“
so wie bei dem Dialog mit den Bürgern 2014, bei dem wir Anwohner in 150m Distanz zu den Kolossen, versehentlich keine Einladung erhalten haben ?
Schicke Architektur! :) Ich hoffe, es wird schnell gebaut.