Heute berät der Bauausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses über den Bebauungsplan „Urbane Mitte Süd“ am Gleisdreieck. Damit könnte ein seit Jahren umstrittenes Hochhausprojekt einen entscheidenden Schritt vorankommen. Zugleich zeichnet sich im nördlichen Teil ein Kurswechsel zugunsten von Wohnungen ab.

Visualisierung der Urbanen Mitte mit sieben Hochhäusern und im Vorderrund Menschen, die sich im Park aufhalten.

Eine ältere Visualisierung zeigt, wie die bis zu 90 Meter hohen Gebäude am Übergang von Park und Verkehrsknotenpunkt aussehen sollten. Nun besteht die Möglichkeit, dass neben Büros, Kultur sowie Gewerbe auch Wohnungen entstehen. / © Visualisierung: O&O Baukunst / Realace GmbH

© Titelbild: O&O Baukunst / Realace GmbH

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Mehr als zehn Jahre nach dem ersten Architekturwettbewerb steht das Projekt „Urbane Mitte“ am Gleisdreick erneut auf der politischen Agenda. Heute, am 16. Februar soll der Bauausschuss des Abgeordnetenhauses über den Bebauungsplan für den südlichen Teil entscheiden. Fällt die Zustimmung, gilt eine spätere Bestätigung im Plenum als wahrscheinlich.

Betroffen ist das weitgehend brachliegende Areal südlich des Parks am Gleisdreieck. Dort könnten zwei Gebäude entstehen, eines knapp 50 Meter hoch, das andere rund 25 Meter. Vorgesehen sind nach aktuellen Abstimmungen ein Hotel sowie „Wohnen auf Zeit“, darunter auch Angebote für Studierende. Dauerhaftes Wohnen sei wegen der Lärmbelastung durch die angrenzenden Bahntrassen nicht zulässig, erklärte Bausenator Christian Gaebler gegenüber dem rbb.

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„Urbane Mitte“ am Gleisdreieck: Vom Büroprojekt zum Wohnungsbau

Die Entwicklung der „Urbanen Mitte“ gilt als einer der langwierigsten Planungskonflikte der Berliner Innenstadt. Ursprünglich sah die Rahmenplanung von 2005 überwiegend Büroflächen vor. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hatte das Verfahren 2024 gestoppt und Änderungen verlangt, darunter mehr Grün und bezahlbare Wohnungen.

Im Sommer 2025 zog der Senat das Verfahren an sich und erklärte das Gebiet zur Landessache. Für den nördlichen Teil kündigte Gaebler inzwischen einen neuen Bebauungsplan an. Dort sollen laut Christian Gaebler gegenüber dem rbb, mehrere hundert Wohnungen entstehen, teilweise nach dem Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung. Damit würde das bislang büroorientierte Konzept deutlich erweitert.

„Urbane Mitte“ und S21: Bau über der Bahntrasse als Schlüsselprojekt

Eine zentrale Rolle spielt die neue S-Bahn-Strecke S21, die das Areal quert. Nach Angaben des Senators könnten Gebäude teilweise über der Trasse entstehen. Das habe städtebaulichen Reiz, da bereits versiegelte Flächen genutzt würden, wie der rbb berichtet. Voraussetzung sei jedoch der Baufortschritt der Deutschen Bahn.

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Der Investor Periskop AG rechnet frühestens ab 2029 mit einem Baustart im Norden. Für die Finanzierung der Wohnanteile ist eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft im Gespräch. Gleichzeitig äußert die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck gegenüber rbb Zweifel. Die Initiative befürchtet, dass Wohnungszusagen taktisch eingesetzt werden könnten, um dem südlichen Bebauungsplan Zustimmung zu verschaffen.

Langjähriger Planungskonflikt: Bauausschuss entscheidet über „Urbane Mitte Süd“

Für den Senat steht viel auf dem Spiel. Ein Stopp des Projekts könnte nach Angaben Gaeblers Schadenersatzforderungen nach sich ziehen. Zudem verweist er darauf, dass auf bislang überwiegend für Büros vorgesehenen Flächen nun Wohnraum entstehen solle.

Ob der heutige Beschluss den jahrelangen Konflikt befriedet, bleibt offen. Mit der Entscheidung im Bauausschuss könnte nun für den südlichen Teil der „Urbanen Mitte“ der Weg in die bauliche Umsetzung frei werden, während die Debatte über Hochhäuser und Wohnungsbau am Gleisdreieck weitergeht.

Quellen: rbb24, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Berliner Morgenpost

 

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2 Kommentare

  1. Löwe 17. Februar 2026 at 07:35 - Reply

    Visuell wirken die Modelle schlicht, hell und einfach was für Klarheit und Anpassung steht. Wenn dann noch Mietwohnungen winken, kann man dieses Vorhaben wie den Tenor einer architektonischen Einbindung ohne anzuecken wahrnehmen.

  2. Stefan Görlich 17. Februar 2026 at 22:51 - Reply

    Klarheit worüber? Daß uns nichts besseres mehr einfällt? Oder daß wir in einer Zeit, in der KI traditionelle Arbeitsplätze in Büros überflüssig machen wird, dennoch unbegrenzt neuen Büroraum schaffen? Ästhetische Klarheit für Puristen, die Architektur in erster Linie auf irgendwelchen Visualisierungen wahrnehmen und beurteilen? Ratlos

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