Die Urania in Berlin-Schöneberg soll saniert und neu erschlossen werden. Daniel Libeskind und rw+ haben den Wettbewerb gewonnen, doch die Finanzierung durch das Land Berlin bleibt offen.

Die Visualisierung zeigt das künftige Foyer der Urania in Berlin. Im Zuge der geplanten „Sanierung der Urania“ sollen großzügige Eingangsbereiche, moderne Empfangszonen und barrierefreie Erschließungen entstehen.

Ein offenes Foyer mit neuen Aufenthaltsbereichen gehört zu den zentralen Elementen der geplanten Sanierung der Urania nach Entwürfen von Daniel Libeskind und rw+. / © Visualisierung: RW+ Gesellschaft von Architekten mbH

© Titelbild: RW+ Gesellschaft von Architekten mbH

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Die Urania in Berlin steht vor einer entscheidenden Phase. Daniel Libeskind und rw+ sollen das traditionsreiche Haus in Schöneberg neu ordnen. Der Bund stellt 32,5 Millionen Euro bereit. Doch ohne eine Zusage des Landes Berlin droht die Sanierung der Urania zu scheitern.

  • Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
  • Adresse: An der Urania 17, 10787 Berlin
  • Nutzung: Bildungs-, Kultur- und Veranstaltungszentrum
  • Planung: rw+ Architekten und studio Daniel Libeskind
  • Bundesmittel: 32,5 Millionen Euro

Die Urania gehört zu den ältesten Bildungsinstitutionen Berlins. Seit 1888 vermittelt der Verein Wissen an ein breites Publikum. Am heutigen Standort An der Urania 17 arbeitet die Einrichtung seit 1962. Dort verbindet das Haus einen gründerzeitlichen Altbau mit einem Erweiterungsbau aus der Nachkriegszeit. Das Programm reicht von Wissenschaft und Kultur über Politik bis zu gesellschaftlichen Debatten.

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Auf dem Bild ist die Urania in Berlin-Schöneberg zu sehen. Das markante Gebäude an der Kreuzung An der Urania zeigt seine spiegelnde Glasfassade und den Haupteingang des traditionsreichen Bildungsortes, der im Zuge der geplanten Sanierung der Urania durch Daniel Libeskind neu erschlossen werden soll.

Die Urania in Berlin-Schöneberg soll im Rahmen der geplanten Sanierung der Urania nach Entwürfen von Daniel Libeskind und rw+ baulich modernisiert und neu erschlossen werden. / © Foto: Wikimedia Commons, UraniaeV, CC BY-SA 4.0

Daniel Libeskind soll die Urania neu erschließen

Für die Sanierung der Urania haben rw+ Architekten und studio Daniel Libeskind die internationale Ausschreibung gewonnen. Der Entwurf soll das Haus baulich öffnen, besser erschließen und technisch erneuern. Dabei geht es um mehr als eine Modernisierung. Die Urania nutzt mehr als 9.000 Quadratmeter Fläche, doch das Gebäude gilt als schwer zugänglich, technisch überholt und im Betrieb teuer.

Die historische Ebene gibt dem Projekt zusätzliches Gewicht. Das Grundstück ist eng mit jüdischem Leben in Berlin verbunden. Das frühere Logenhaus wurde 1912 von B’nai B’rith errichtet, 1937 durch die Nationalsozialisten enteignet, 1959 von der Urania gekauft und 1962 zusammen mit dem Neubau wiedereröffnet. Für Daniel Libeskind knüpft die Aufgabe damit an Berlin als Ort jüdischer Wissenschaft, Kultur und Erinnerung an.

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In Berlin wurde Daniel Libeskind vor allem durch den spektakulären Erweiterungsbau des Jüdischen Museums bekannt, der als eines seiner prägendsten architektonischen Werke im Stadtraum gilt.

Daniel Libeskind ist in Berlin unter anderem durch den markanten Neubau des Jüdischen Museums bekannt, der mit seiner zickzackförmigen Architektur das Stadtbild in Kreuzberg prägt. / © Foto: Wikimedia Commons, Gerd Eichmann, CC BY-SA 4.0

Die Sanierung der Urania hängt an der Finanzierung

Der bauliche Zustand der Urania verschärft den Zeitdruck. Seit 1963 gab es keine grundlegende Sanierung. Die technische Infrastruktur gilt als marode. Auch die Heizung arbeitet laut Urania nur unzureichend. Die Sanierung der Urania soll diese Defizite beheben und das Haus langfristig sichern.

Der Bund hat 32,5 Millionen Euro für die Sanierung der Urania vorgesehen. Berlin müsste dieselbe Summe einplanen. Nach Angaben des Tagesspiegels reicht es aber nicht, die Mittel erst später in den Haushalt 2030/31 zu stellen. Die Urania muss bis Dezember eine detaillierte Planung vorlegen. Dafür werden kurzfristig rund zwei Millionen Euro benötigt. Ohne klare Zusage des Landes kann der Verein dieses Risiko kaum tragen.

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Für die Urania ist eine grundlegende Neugestaltung geplant, die den stark sanierungsbedürftigen Bau modernisieren und den Standort als offenen Bildungs- und Veranstaltungsort neu profilieren soll.

Die Urania in Berlin-Schöneberg soll umfassend saniert und neu gestaltet werden, um die traditionsreiche Bildungsinstitution baulich und funktional in die Zukunft zu führen. / © Foto: Wikimedia Commons, IgorCalzone1, CC BY-SA 4.0

Direktorin warnt vor Scheitern: Berlin muss sich zur Urania bekennen

Urania-Direktorin Johanna Sprondel warnt deshalb vor einem Scheitern des Vorhabens. Die Urania ist ein gemeinnütziger Verein und verfügt nicht über ausreichende Rücklagen für eine Vorfinanzierung in dieser Größenordnung. Nach Informationen des Tagesspiegels gibt es innerhalb der Berliner Politik Unterstützung, aber noch keine verbindliche Entscheidung.

Die CDU sieht die Entwürfe von Daniel Libeskind und rw+ offenbar als Chance für Berlin. Aus der Bildungsverwaltung gibt es Hinweise, dass nicht genutzte Investitionsmittel umgewidmet werden könnten. Offen bleibt, ob der Senat rechtzeitig handelt. Für die Urania entscheidet sich damit nicht nur die Zukunft eines Gebäudes, sondern auch die Zukunft eines zentralen Berliner Bildungsortes.

Urania

Quellen: Tagesspiegel, Urania Berlin e.V., Berlin.de, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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2 Kommentare

  1. Böhme 3. Juni 2026 at 03:28 - Reply

    Das Urania sollte grundlegend umgebaut werden: Untergebracht in einem 200-Meter-Wolkenkratzer! Alles andere ist „0“!

  2. M.Hillen 6. Juni 2026 at 13:50 - Reply

    Libeskind verschandelt fast jeden Ort, an dem er wirken darf, mit blöder, ignoranter, hässlicher Architektur (Jüd. Museum Berlin, Militärhist.Museum Dresden). Selbst ein einfaches Gebäude in der Chausseestrasse in Berlin Mitte ist ihm nicht ohne blödsinnige Eckschräge gelungen.
    Libeskind? Nein, danke!

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