Berlins Prachtboulevard bleibt länger kahl: Die Mittelpromenade von Unter den Linden wird erst Ende 2029 wieder vollständig begrünt sein. Die Pflanzung neuer Linden verschiebt sich damit um circa ein Jahr.

Nicht nur die Allee soll am Boulevard Unter den Linden wiederhergestellt werden: Die Senatsverwaltung sieht außerdem eine Neuaufteilung des Straßenraums vor. So könnte Unter den Linden mit neuen Radwegen aussehen. / © Visualisierung: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz / Eve Images GmbH
© Fotos Titelbild: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz
Derzeit sieht der Berliner Prachtboulevard Unter den Linden schon fast kahl aus. Durch die Bauarbeiten an der U-Bahnlinie U5 mussten bereits vor Jahren 53 Bäume weichen. Der Senat plant, neue Silberlinden nachzupflanzen. Nun verzögert sich das Projekt: Nach aktuellem Stand wird die Neugestaltung der Mittelpromenade erst bis Ende 2029 abgeschlossen sein. Das geht aus einer noch nicht veröffentlichten Parlaments-Drucksache hervor, berichtet die Berliner Zeitung (BZ).
Unter den Linden: Umbau verzögert sich und startet Mitte 2026
Eigentlich war die Pflanzung der Bäume bereits für dieses Jahr vorgesehen, als vorgezogene Maßnahme der Neugestaltung, heißt es in einem Artikel des Tagesspiegel. Ursprünglich sollten die Arbeiten bis 2028 abgeschlossen sein, inzwischen wurde der Zeitplan jedoch angepasst. Laut Informationen der BZ ist der Baubeginn für die Mittelpromenade für Mitte 2026 vorgesehen, die erste Baumpflanzung für Herbst 2026 und die Verstärkung der Allee bis Ende 2029.
Nach Angaben der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt ist auch die Lebenserwartung der bestehenden Linden gering. Deshalb soll auch der derzeitige Altbaumbestand ersetzt werden. Die Umbauarbeiten umfassen dementsprechend Fällungen und die Pflanzung von 155 neuen, klimaangepassten Silberlinden.
Bepflanzung des Mittelstreifens und Neuordnung der Verkehrsflächen
Zudem plant die Verwaltung, die Rasenflächen der Mittelpromenade durch Pflanzbeete mit einer artenreichen Bepflanzung zu ersetzen, um langfristig eine klimaresiliente und insektenfreundliche Allee zu schaffen. Das Regenwasser der Mittelpromenade soll weiterhin direkt in die Baumbeete fließen. Für Trockenperioden soll eine digital gesteuerte Bewässerungsanlage eingerichtet werden.
Das zweite Teilprojekt der Neugestaltung des Boulevards umfasst die Neuaufteilung der Verkehrsflächen zwischen Wilhelmstraße und Universitätsstraße für den Rad- und Kfz-Verkehr. Außerdem sieht die Senatsverwaltung vor, die Gehwege zu verbreitern und die öffentlichen Räume neu zu gestalten.
Gesellschaft Historisches Bauen Berlin fordert Masterplan für Unter den Linden
Während sich die Senatsverwaltung hauptsächlich mit der Neugestaltung der Allee und den Verkehrsflächen des Boulevards beschäftigt, fordert die Gesellschaft Historisches Bauen Berlin (GHB) einen allumfassenden Masterplan, der nicht nur die Aufenthaltsqualität am Standort fördert, sondern auch Architektur und Nutzung mitdenkt. Nur so könne Unter den Linden wieder zu einem Ort werden, der Geschichte und Gegenwart vereint und der einstige Status des Boulevards als Aushängeschild der Stadt wiederhergestellt werden.
Für viele Berliner ist und bleibt Unter den Linden mehr als eine Straße: Sie steht symbolisch für die Stadtgeschichte, und für die Frage, wie man Tradition und Zukunft in Einklang bringen kann. Mit der Neubepflanzung der Allee wird der Charakter des Boulevards zumindest in Teilen wiederhergestellt. Der neue Zeitrahmen bis 2029 zeigt allerdings, dass Stadtentwicklung in Berlin nicht nur Ideen, sondern auch Geduld erfordert.
Quellen: Berliner Zeitung, Tagesspiegel, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Gesellschaft Historisches Bauen Berlin e.V.
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