Auf dem Brauhausberg in Potsdam gewinnt die Idee eines neuen Universitätscampus konkrete Konturen. Nach grundlegenden politischen Weichenstellungen schreitet nun die städtebauliche Vorbereitung voran und bringt die Entwicklung eines zentralen Wissenschaftsstandorts einen entscheidenden Schritt weiter.

Das markante Gebäude auf dem Brauhausberg, viele Jahre ungenutzt, soll zu einem Ort für moderne Hochschularbeit werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Wolfgang Pehelmann, Wiesbaden Germany, CC BY-SA 3.0 DE
© Titelbild: Landeshauptstadt Potsdam/Robert Schnabel
Die Universität Potsdam wird auf dem historischen Gelände des ehemaligen Brandenburger Landtags am Brauhausberg einen neuen Campus errichten. Grundlage ist eine strategische Vereinbarung zwischen dem Land Brandenburg, der Universität und der Hasso‑Plattner‑Foundation, mit der Potsdam als Wissenschaftsstandort weiter gestärkt werden soll. Bis 2035 ist geplant, ein modernes Hochschulzentrum für mehrere tausend Studierende zu schaffen und damit den Wissenschaftsbetrieb näher ans Zentrum der Stadt zu rücken.
Im Sommer 2025 hatten die beteiligten Akteure den Plan offiziell bekanntgegeben, wonach die Universitätsstandorte neu strukturiert und erweitert werden sollen. Teil des Konzepts ist die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude am Brauhausberg sowie zusätzlicher Neubauten für Lehre, Forschung und Verwaltung. Dieser neue Campus soll gleichzeitig mit der Erweiterung des Hasso‑Plattner‑Instituts am Griebnitzsee verzahnt werden.
Ab Januar ist auch die Öffentlichkeit gefragt: Formale Planungsschritte und Qualifizierungsverfahren
Im Herbst 2025 hatten die Stadtverordneten bereits die Leitentscheidung zur Unterstützung der Campus‑Pläne getroffen. Damit wurde der Weg für die Aufstellung eines Bebauungsplans und die damit verbundene Änderung des Flächennutzungsplans frei gemacht. Die Verwaltung hat entsprechende Vorlagen zur Beschlussfassung eingebracht.
Im Januar 2026 ist nun ein Qualifizierungsverfahren angelaufen, bei dem städtebauliche Varianten gemeinsam mit Universität, Studierenden, Stadtverwaltung, Landesvertretern und weiteren Beteiligten erörtert werden. Ziel ist es, aus unterschiedlichen Entwürfen eine Vorzugsvariante für die weitere Planung zu bestimmen, die dann den Bebauungsplanprozess weiter vorbereitet. Auch die Öffentlichkeit hat am 24. und 29. Januar die Gelegenheit, sich einzubringen: Bei einer Geländebesichtigung und einer Veranstaltung zu den städtebaulichen Varianten können Interessierte die Planungen kennenlernen und Rückmeldungen geben.
Eine Seilbahn für den Campus auf dem Brauhausberg?
Mit dem Fortschreiten der Campusplanung sind zuletzt zunehmend auch infrastrukturelle Fragen in den Fokus gerückt. So hat der Präsident der Universität Potsdam kürzlich eine urbane Seilbahn als mögliche Verbindung zwischen Hauptbahnhof, Brauhausberg und anderen Wissenschaftsstandorten ins Gespräch gebracht. Diese Idee bleibt bislang unverbindlich und wird als eine von mehreren Optionen geprüft, wie der neue Campus gut erreichbar bleibt.
Die Diskussion um eine Seilbahn spiegelt breitere Überlegungen zur Mobilität und Integration des neuen Hochschulstandorts in das städtische Verkehrsnetz wider. Konkrete Entscheidungen über eine solche Lösung stehen noch aus, zumal auch klassische Verkehrsoptionen wie Bus- oder Straßenbahnverbindungen fortlaufend bewertet werden.
Universität Potsdam: Zwischen Denkmalpflege und Wissenschaftszukunft
Die Entwicklung auf dem Brauhausberg verknüpft städtebauliche, kulturelle und wissenschaftliche Anliegen. Das markante Gelände mit seiner historischen Bausubstanz soll nicht nur für Forschung und Lehre genutzt werden, sondern in die urbane Struktur Potsdams eingebettet werden. Darüber hinaus eröffnet der neue Campus die Möglichkeit, das städtische Profil als Wissenschafts‑ und Bildungsstandort weiter zu schärfen.
Während die nächsten Monate ganz im Zeichen der Abstimmung städtebaulicher Konzepte stehen, rückt die perspektivische Umsetzung des Projekts weiter in den Blick: Aus ersten Absichtserklärungen wird eine konkrete Planung, die sowohl die universitären Bedürfnisse als auch die Belange der Stadtgesellschaft berücksichtigen soll.
Quellen: Landeshauptstadt Potsdam, Universität Potsdam, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg
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