Im Gewerbehof Reuchlinstraße in Berlin-Mitte hat die GSG Berlin neue Flächen vermietet. Die Union Sozialer Einrichtungen zieht mit ihrer Druckerei Printing House in rund 1.600 Quadratmeter Büro- und Produktionsfläche ein und will so das vielfältige Profil des traditionsreichen Standortes erweitern.
© Titelbild: IMAGO / Schöning
Die GSG Berlin hat in ihrem Gewerbehof Reuchlinstraße in Berlin-Mitte neue Mieter begrüßt. Die Union Sozialer Einrichtungen (USE) bezieht dort mit ihrer Druckerei Printing House rund 1.600 Quadratmeter Büro- und Produktionsflächen. Damit reiht sich ein weiteres Unternehmen in die Mischung aus Gewerbe und Produktion ein, die den Hof seit vielen Jahrzehnten prägt.
Das Gelände ist eng mit der Berliner Industriegeschichte verbunden. Zwischen 1910 und 1923 entstanden hier die ersten Gebäude für die Berlin-Anhaltische Maschinen AG, die dort Gasbeleuchtungen und Maschinen fertigte. Später nutzte die Herlitz AG das Areal und richtete hier ihr erstes Hochregallager ein. Heute bietet der Hof Raum für unterschiedlichste Unternehmen, die von der Verbindung aus zentraler Lage und kombinierbaren Flächen profitieren.
Druckerei Printing House der USE: Neue Arbeitsplätze im Kontext beruflicher Rehabilitation
Die Druckerei Printing House ist Teil der Union Sozialer Einrichtungen und übernimmt die neuen Flächen in Mitte. Das Unternehmen bietet ein breites Leistungsspektrum, das vom Offset- und Digitaldruck bis hin zu Buchbinderarbeiten reicht. Gleichzeitig will die Druckerei einen besonderen sozialen Ansatz verfolgen, da sie eng mit der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen verknüpft ist.
Geschäftsführer Andreas Sperlich erklärte, dass der neue Standort sowohl wirtschaftlich als auch sozial bedeutsam sei. Mit dem Einzug könne man moderne Arbeitsplätze an einem offenen Ort anbieten und zugleich im Sozialraum vieler Menschen mit Behinderungen präsent sein. Die Integration von Arbeits- und Sozialaspekten sei dabei für die Organisation ein zentraler Bestandteil.
Union Sozialer Einrichtungen als Sozialunternehmen: Gesellschaftlicher Auftrag und breite Angebote
Die USE versteht sich als Sozialunternehmen mit einem klaren gesellschaftlichen Auftrag. Nach eigenen Angaben werden Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation angeboten, die von Tagesstrukturen bis zu begleiteten Arbeitsplätzen reichen. Ziel sei es, individuelle Lösungen zu schaffen, damit Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
In mehr als 25 Jahren hat die Organisation ein breites Angebot aufgebaut. Dieses reicht von Druckereien über Catering bis hin zu Tischlerei. Die Vielfalt soll sicherstellen, dass unterschiedliche Fähigkeiten berücksichtigt werden können. Gewinne stehen dabei nicht im Vordergrund, vielmehr sollen nachhaltige Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden.
Entwicklung von Gewerbestandorten: Reuchlinstraße und Gebauer Höfe als Beispiele
Die GSG Berlin betreibt zahlreiche innerstädtische Gewerbeflächen. Während der Hof in der Reuchlinstraße in Berlin-Mitte eine lange industrielle Tradition fortführt, entwickelt das Unternehmen auch andere Standorte weiter. Ein Beispiel ist die Erweiterung der Gebauer Höfe an der Franklinstraße in Berlin-Charlottenburg, wo unter dem Namen „Gebauer Wateryards“ Neubauten und sanierte Altbauten kombiniert werden.
So zeigt sich, dass die GSG auf eine Balance zwischen historischer Substanz und moderner Architektur setzen will. Mit Projekten wie der Reuchlinstraße und den Gebauer Höfen wolle man nicht nur Raum für Wirtschaft schaffen, sondern auch die Geschichte der Standorte fortschreiben. Die neuen Flächen für die USE fügen sich in diese Strategie ein, indem sie soziale Nutzung und wirtschaftliche Aktivität miteinander verbinden.
Quellen: Union Sozialer Einrichtungen, IM Immobilienmanager, GSG
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