Ein Abschnitt der Genter Straße im Wedding soll bis 2027 zu einem klimaangepassten Aufenthaltsort werden. Das Straßen- und Grünflächenamt Mitte plant dafür die Entsiegelung von rund 400 Quadratmetern Asphaltfläche sowie neue Sitzbereiche und zusätzliche Bäume.

Umgestaltung des Straßenabschnitts Genter Straße Ecke Limburger Straße zu einem klimaangepassten Aufenthalts- und Erholungsort. / © Entwurf: SGA BA Mitte
© Titelbild: SGA BA Mitte
Mehr Grün, weniger Asphalt: Die Genter Straße im Wedding soll in den kommenden Jahren grundlegend umgestaltet werden. Die bisherige provisorische Verkehrsberuhigung wird durch eine dauerhafte Lösung ersetzt, die den Straßenraum klimafreundlicher und attraktiver machen soll. Geplant sind unter anderem neue Grünflächen, Bäume, Versickerungsanlagen und zusätzliche Sitzmöglichkeiten. Der Baubeginn ist nach Angaben des Straßen- und Grünflächenamts Berlin-Mitte für September 2026 vorgesehen.
Für das Projekt stehen insgesamt 250.000 Euro zur Verfügung. Finanziert wird die Maßnahme über das Förderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie über ein Förderprogramm der KfW. Im Juli 2026 gab es zu dem Projekt eine Beteiligungsveranstaltung über die Gebietsbetreuung Müllerstraße.
Entsiegelung und Schwammstadt-Prinzip: Weniger Asphalt, mehr Versickerung
Kernstück der Umgestaltung ist der Rückbau versiegelter Flächen. Rund 400 Quadratmeter Asphalt sollen entsiegelt und stattdessen begrünt werden. Sieben grüne Gullys sowie Versickerungsbeete sollen künftig dafür sorgen, dass Regenwasser direkt vor Ort in den Boden gelangt, statt in die Kanalisation abzufließen. Größere Baumscheiben verbessern zusätzlich die Versickerung und spenden Schatten.
Vier neue Bäume sind für den Straßenabschnitt vorgesehen, weitere sollen auf der angrenzenden Wiese hinter dem Jobcenter gepflanzt werden. Das beim Rückbau entfernte Kopfsteinpflaster will der Bezirk anschließend wiederverwenden. Eine schmale, S-förmige Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge und Fahrräder bleibt trotz der Umgestaltung erhalten.
Die derzeit aus der Friedrichstraße stammenden Sitzmöbel im Brüsseler Kiez sollen an einen anderen Standort umziehen. Wohin genau, steht laut Bezirk noch nicht fest. Für die Genter Straße selbst sind neue Sitzgelegenheiten geplant, die zu einem interaktiveren Miteinander beitragen sollen. Der Abschluss der Arbeiten ist für das zweite Quartal 2027 geplant.
Entsiegelung in Berlin-Mitte: Weitere Projekte in Planung
Die Genter Straße reiht sich in eine Reihe weiterer Entsiegelungsvorhaben im Wedding ein. Bereits jetzt laufen Maßnahmen in der Togostraße zwischen Otawistraße und Manga Bell Platz, außerdem zählen das Nordufer und die Adolfstraße zu den ersten Standorten. Der zugehörige Förderzeitraum reicht bis Juli 2027.
Auch andere Bezirke setzen zunehmend auf Entsiegelung, etwa der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit sieben Projekten für 2026. Hintergrund ist, dass in Berlin knapp 34 Prozent der Landesfläche versiegelt sind. Da versickerndes Regenwasser zur Grundwasserneubildung beiträgt und die Umgebung kühlt, gilt Entsiegelung als wichtiger Baustein der Klimaanpassung.
Quellen: Straßen- und Grünflächenamt Mitte, Weddingweiser
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