Am Bahnhof Lichterfelde West wird die Verkehrssituation verändert. Nach langen Diskussionen zwischen Politik, Verwaltung und Anwohnern beginnt nun die Umsetzung der ersten Baumaßnahmen.

Vor dem Bahnhofsgebäude beginnt die Neugestaltung des Vorplatzes. Breitere Gehwege, barrierefreie Zugänge und neue Fahrradstellplätze sollen die Situation für Fußgänger und Radfahrer verbessern und zugleich den Autoverkehr verlangsamen. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett (Peter Kuley), CC BY-SA 3.0
© Foto: Wikimedia Commons, Henri Funck, CC BY-SA 4.0
Das historische Bahnhofsgebäude in Lichterfelde West stammt aus dem Jahr 1872. Rund um das Gebäude gab es in den letzten Jahren immer wieder Beschwerden über die unübersichtliche Verkehrssituation. Besonders für Fußgängerinnen und Fußgänger, aber auch für Autofahrende, war die Lage am Vorplatz problematisch. Nun setzt der Bezirk ein neues Konzept um, das die Bedingungen für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer verbessern soll.
Neues Verkehrskonzept am Bahnhof Lichterfelde West: Das ist geplant
Zunächst werden an der Kreuzung Baseler Straße und Hans-Sachs-Straße die Gehwege deutlich verbreitert. Diese Maßnahme soll nicht nur die Sicherheit beim Überqueren der Straße erhöhen, sondern auch Rollstuhlfahrenden und Eltern mit Kinderwagen den Zugang erleichtern.
Die vergrößerten Gehwegflächen ragen weiter in den Straßenraum hinein und sorgen dadurch dafür, dass Autos langsamer fahren müssen. Diese Verkehrsberuhigung war eine zentrale Forderung von Anwohnerinnen und Anwohnern, die den Vorplatz seit Jahren als Gefahrenpunkt wahrgenommen haben.
Finanzierung und erste Bauabschnitte am Bahnhof Lichterfelde West: Landesmittel unterstützen den Bezirk
Für den Start der Bauarbeiten stellt das Land Berlin 100.000 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag deckt den ersten Abschnitt, der sich auf die Erweiterung der Gehwege und die Aufpflasterung in der Baseler Straße konzentriert. Sollten die Kosten höher ausfallen, wird der Bezirk Steglitz Zehlendorf zusätzliche Mittel aus dem Haushalt für die Straßenunterhaltung bereitstellen. Damit ist die Finanzierung der ersten Schritte gesichert, auch wenn spätere Bauphasen weitere Investitionen erfordern werden.
Die Aufpflasterung in der Baseler Straße soll den Übergang vom Bahnhofsvorplatz in die Seitenstraßen klarer markieren und dadurch das Überqueren der Straße für Fußgängerinnen und Fußgänger erleichtern. Gemeinsam mit den breiteren Gehwegen entsteht so eine erste Veränderung, die vor allem die Übersicht verbessert. Diese sichtbaren Eingriffe markieren den Auftakt einer ganzen Reihe von weiteren Maßnahmen, die in den kommenden Monaten umgesetzt werden sollen.
Neue Verkehrsführung in der Hans-Sachs-Straße: Weniger Durchgangsverkehr durch Umkehrung der Einbahnstraße
Ein wesentlicher Teil des Konzepts betrifft die Hans-Sachs-Straße, die direkt am Bahnhof vorbeiführt. Hier wird die Einbahnstraßenregelung umgekehrt, sodass Autofahrerinnen und Autofahrer künftig nicht mehr wie bisher am Vorplatz entlangfahren können. Das Ziel dieser Veränderung ist es, den Durchgangsverkehr einzuschränken und die Aufenthaltsqualität am Bahnhof zu verbessern. Gleichzeitig soll die Erreichbarkeit der Grundstücke im Umfeld gewährleistet bleiben, wie das Bezirksamt betont.
Auch der Taxistand wird neu organisiert. Am Bahnhof selbst entstehen zwei zusätzliche Stellplätze, sodass dort künftig mehr Taxis warten können. Im Gegenzug entfallen drei kaum genutzte Taxi-Stellplätze südlich der Curtiusstraße. Diese Umverteilung führt zwar zu einem Verlust eines Pkw-Parkplatzes, dafür entstehen aber am alten Standort drei neue Stellflächen. Insgesamt soll die Neuordnung dafür sorgen, dass der Bedarf besser gedeckt wird und gleichzeitig ungenutzte Flächen reduziert werden.
Barrierefreie Stellplätze und neue Fahrradabstellanlagen: Mehr Raum für nachhaltige Mobilität
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Stellplätzen für Menschen mit Behinderungen. Die bestehenden Flächen werden vergrößert, damit sie leichter nutzbar sind. Zusätzlich wird ein weiterer Stellplatz in der Baseler Straße eingerichtet. Damit reagiert der Bezirk auf die Forderung, den Bahnhofsvorplatz barrierefreier zu gestalten und die Situation für mobilitätseingeschränkte Personen zu verbessern.
Auch für Radfahrerinnen und Radfahrer wird es Veränderungen geben. Rund um den Vorplatz werden die bisherigen 22 Fahrradbügel abgebaut, um mehr Übersicht zu schaffen. Stattdessen entstehen etwa 40 neue Abstellmöglichkeiten in der Hans-Sachs-Straße. Dort müssen allerdings sieben Pkw-Stellplätze weichen. Zusätzlich ist eine Jelbi-Station geplant, die künftig als Mobilitätsstation unter anderem Leihräder zur Verfügung stellen wird. Damit wird der Bahnhofsvorplatz stärker als Knotenpunkt für verschiedene Verkehrsmittel ausgebaut.
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger: Ergebnisse eines langen Planungsprozesses
Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat in den letzten Jahren mehrere Beteiligungsformate organisiert. Dazu gehörten Werkstätten, Vor Ort Termine sowie Rundgänge, bei denen Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibende und Interessierte ihre Ideen einbringen konnten. Diese Rückmeldungen sind in das Konzept eingeflossen, das schließlich vom Ingenieurbüro SPV Spreeplan Verkehr erstellt wurde.
Nach Angaben des Bezirksamts zielen die Maßnahmen darauf ab, den Fußverkehr und die Barrierefreiheit zu stärken, ohne die Erreichbarkeit für Anwohnerinnen und Anwohner und wichtige Dienste wie Feuerwehr, Rettungskräfte und Pflegedienste einzuschränken. Durch die Umgestaltung sollen Schleichverkehre reduziert und gleichzeitig neue Angebote für den Radverkehr geschaffen werden.
Quellen: Berliner Morgenpost, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf
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