Die historische Wandelhalle im Hauptbahnhof Hamburg wird in den kommenden Jahren schrittweise modernisiert und unter neuem Namen weitergeführt. Geplant ist auch ein neuer 3D-Screen, der ein bisheriges Berliner Pendant ablösen dürfte.

Die Wandelhalle im Hamburger Hauptbahnhof soll bis 2026 umfassend modernisiert und neu strukturiert werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Fred Romero, CC-BY 2.0
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Die Wandelhalle im Hamburger Hauptbahnhof steht vor einer grundlegenden Modernisierung. Erste Veränderungen sind bereits zu erkennen, darunter die neue Weihnachtsbeleuchtung, die die Halle seit kurzem gleichmäßig ausleuchtet. Sie markiert den Beginn eines langfristigen Prozesses, der das stark frequentierte Gebäude strukturell und gestalterisch neu ausrichten soll.
Felix Scheuerpflug, seit diesem Jahr verantwortlich für das Gesamtprojekt, erklärte, die Wandelhalle sei erkennbar gealtert und solle künftig wieder stärker ihre Qualitäten zeigen. Nach seinen Angaben fließen in den kommenden Jahren 15 bis 20 Millionen Euro in den Umbau. Die Eigentümerin hat die Bewirtschaftung des Gebäudes wieder selbst übernommen und will sowohl bauliche als auch organisatorische Veränderungen vorantreiben.
„The Grand Hall“: Neuer Name und neue Strukturen für die Wandelhalle Hamburg
Der neue Ansatz orientiert sich an internationalen Vorbildern. Die Wandelhalle soll künftig den Namen „The Grand Hall“ tragen, angelehnt an den Charakter großer Bahnhofshallen wie in New York. Ein neues grünes Signet wurde bereits eingeführt und ist in der Halle sichtbar. Laut dem Projektteam laufen Gespräche mit dem Denkmalschutz, um das Logo auch über dem Haupteingang am Glockengießerwall anbringen zu können.
Auch strukturell sind deutliche Veränderungen vorgesehen. Historische Flügeltüren sollen an zwei Eingängen zurückkehren, neue Rolltreppen sind geplant und eine zusätzliche Toilettenanlage auf der Galerie ist angekündigt. Ergänzend dazu wird ein bereits etabliertes Sicherheitskonzept weitergeführt, bei dem ein verstärktes Team täglich die mehr als 11.000 Quadratmeter große Halle betreut.
Hamburger Hauptbahnhof: Umbau des Foodcourts und neue gastronomische Angebote geplant
Parallel zu den baulichen Maßnahmen laufen die ersten Mietvertragswechsel. Neue gastronomische Angebote wie eine Crêperie, Verkaufsstationen von Luicella’s oder die Brezn Factory ziehen in den kommenden Wochen in die Halle ein. Auch im Einzelhandel gibt es Veränderungen, darunter Umzüge bestehender Händler sowie neue Konzepte wie Frei.Geist mit Upcyclingmode.
Der größte Eingriff betrifft den Foodcourt. Ab dem 1. Juni 2026 wird dieser für mehrere Monate schließen und vollständig neu gestaltet. Geplant ist ein hellerer und offenerer Bereich mit gemeinsamer Sitzfläche. Damit soll der gesamte gastronomische Bereich künftig stärker als zusammenhängender Ort wahrgenommen werden.
Neuer Blickfang im Hamburger Hauptbahnhof: Großformatiger 3D-Screen „The Whale“
Ein weiterer Teil der Neugestaltung ist ein großformatiger 3D-Screen, der an der Nordseite der Wandelhalle entstehen soll. Der Betreiber Ströer plant ein 342 Quadratmeter großes Display, das unter dem Namen „The Whale“ betrieben werden soll. Es wäre das größte 3D-Display in ganz Deutschland und würde damit die Anlage am Potsdamer Platz in Berlin übertreffen, die seit Herbst 2025 als bislang größte seiner Art galt.
Die Installation soll täglich Hunderttausende erreichen und für digitale Inhalte mit kurzen Clips genutzt werden. Laut Ströer soll das Display ein neues Zentrum für mediale Inszenierungen schaffen und und die Position des Bahnhofs als zentral gelegener Standort stärken.
Wie stark sich die Wandelhalle durch die geplanten Bauarbeiten verändern wird, wird sich erst in den kommenden Jahren vollständig zeigen. Fest steht jedoch, dass es während der Modernisierung zu Einschränkungen im gastronomischen Angebot kommen wird, der Bahnverkehr selbst davon aber unberührt bleibt.
Quellen: Hamburger Abendblatt, HYGH
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