Am S-Bahnhof Hirschgarten sollte Ende 2026 ein jahrelanges Problem gelöst sein. Doch während der Bauarbeiten zeigte sich, dass der geplante Umbau deutlich größer ausfällt als gedacht. Nun nennt die Deutsche Bahn einen neuen Zeitrahmen.

Am Bahnsteig des S Hirschgarten laufen umfangreiche Bauarbeiten für den barrierefreien Umbau. /© Foto. ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Im Berliner Südosten verschiebt sich ein weiteres großes Bahnprojekt. Nachdem sich bereits die Inbetriebnahme des Regionalbahnhofs Köpenick bis Dezember 2027 verzögert hat, muss die Deutsche Bahn nun auch ihren Zeitplan für den S-Bahnhof Hirschgarten ändern. Dort entwickelt sich der ursprünglich geplante Umbau während der laufenden Arbeiten zu einem wesentlich umfangreicheren Neubau.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Am Wiesenrain, 12587 Berlin
- Projekt: Barrierefreier Umbau des S-Bahnhofs Hirschgarten
- Projektstatus: Im Bau
- Ursprünglich geplanter Abschluss: Ende 2026
- Neuer Termin: drittes Quartal 2027
Seit September 2024 baut die Deutsche Bahn die Station der S3 um. Kern des Projekts ist ein rund 33 Meter langer Fußgängertunnel. Ein Aufzug soll den Tunnel mit dem Bahnsteig verbinden. Außerdem gehören Rampen und Treppen, neue Beleuchtung, Fahrradabstellplätze und eine Schallschutzwand zum Projekt. Der Bahnsteig sollte zudem einen neuen Belag mit taktilem Leitsystem erhalten.

Am S-Bahnhof Hirschgarten laufen umfangreiche Bauarbeiten. Das Bauschild nennt noch Dezember 2026 als Termin für die Inbetriebnahme, inzwischen soll der barrierefreie Zugang jedoch erst im dritten Quartal 2027 möglich sein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
S-Bahnhof Hirschgarten: Bauarbeiten werden umfangreicher als geplant
Doch der Zustand der bestehenden Station erwies sich während der Arbeiten nach Angaben der Bahn als schlechter als zuvor bekannt. Erst nach Baubeginn sei deutlich geworden, dass Bahnsteig und Dach umfangreicher erneuert werden müssen. Damit reichte der ursprünglich vorgesehene Umbau nicht mehr aus. Für Bahnsteig und Dach waren neue Planungen sowie zusätzliche Abriss- und Neubauarbeiten notwendig.
Die Verzögerung trifft ein Projekt, bei dem es schon zuvor Probleme gegeben hatte. Am S-Bahnhof Hirschgarten war im Herbst 2025 die südliche Bahnsteigkante beschädigt worden. Die Bahn konnte den betroffenen Bereich nicht sofort zurückbauen, weil dafür auch angrenzende Fern- und Regionalgleise gesperrt werden mussten. Im Sommer 2026 nutzte sie deshalb eine längere Sperrpause für Arbeiten am Fußgängertunnel und an der südlichen Bahnsteigkante.
Hinzu kommt die enge Verbindung mit dem großen Bahnausbau rund um den Bahnhof Köpenick. Die Deutsche Bahn hatte den Zeitplan für den Regionalbahnhof bereits um fünf Monate verschoben. Regionalzüge sollen dort nun ab Dezember 2027 halten, das gesamte Ausbauprojekt Berlin–Frankfurt (Oder)–Bundesgrenze soll im Februar 2028 abgeschlossen werden. Als Grund für die Verzögerung in Köpenick nennt die DB vor allem fehlende Fachkräfte für die Leit- und Sicherungstechnik.

Der Zugang zum S-Bahnhof Hirschgarten wird im Zuge des Umbaus neu gestaltet und modernisiert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
S Hirschgarten: Barrierefreier Zugang erst im dritten Quartal 2027
Die Verschiebung in Köpenick wirkt sich auch auf Hirschgarten aus, weil beide Baustellen betrieblich miteinander verbunden sind. Insbesondere geänderte Sperrpausen beeinflussen nach Angaben der Bahn den Bauablauf. Zusätzlich fehlen nach Unternehmensangaben Fachkräfte für die kurzfristig notwendigen Planungs- und Prüfleistungen an Bahnsteig und Dach.
Damit ist das Ziel Ende 2026 nicht mehr zu halten. Nach dem derzeitigen Stand plant die Bahn eine Teilinbetriebnahme im dritten Quartal 2027. Dann sollen Fahrgäste den S-Bahnsteig über den neuen Tunnel, die Rampen und den Aufzug erstmals barrierefrei erreichen können.
Vollständig fertig ist der S-Bahnhof Hirschgarten zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Die Arbeiten am neu geplanten Bahnsteig und insbesondere am Dach sollen weiterlaufen. Solange das endgültige Dach fehlt, will die Bahn Wetterschutzhäuschen aufstellen. Einen Termin für die komplette Fertigstellung des Bahnsteigdachs gibt es derzeit noch nicht.

Der neue Fußgängertunnel am S-Bahnhof Hirschgarten erhält Treppen, Rampen und einen Aufzug. Die Station soll dadurch künftig vollständig barrierefrei erreichbar sein. / © Visualisierung: VECTORVISION GmbH
S Hirschgarten bleibt über 2026 hinaus eine Baustelle
Damit korrigiert die Bahn einen zentralen Termin des Projekts deutlich. Zum Spatenstich im September 2024 hatten Bund, Land und DB noch angekündigt, die rund 23 Millionen Euro teure Modernisierung bis Ende 2026 abzuschließen. Damals sollte Hirschgarten zu den letzten noch nicht vollständig barrierefreien Stationen im Berliner S-Bahn-Netz gehören, bei denen dieses Defizit beseitigt wird.
Die grundlegenden Ziele ändern sich trotz der Verzögerung nicht. Der heutige Zugang soll durch eine bessere Verbindung ersetzt werden, der Aufzug ermöglicht künftig einen stufenfreien Weg zum Bahnsteig. Für Fahrgäste bedeutet der neue Zeitplan allerdings, dass die Einschränkungen am S-Bahnhof Hirschgarten deutlich länger dauern als ursprünglich angekündigt. Wann auch Bahnsteig und Dach endgültig fertiggestellt sind, bleibt vorerst offen.

So soll der neue Zugang zum S-Bahnhof Hirschgarten nach Abschluss des barrierefreien Umbaus aussehen. Geplant sind ein Aufzug, neue Treppen und zusätzliche Fahrradstellplätze. / © Visualisierung: VECTORVISION GmbH
Umbau S-Bahnhof Hirschgarten
Quellen: Berliner Morgenpost, Deutsche Bahn, Bezirksamt Treptow-Köpenick
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4 Kommentare
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So soll der neue Zugang zum S-Bahnhof Hirschgarten.Gute Planung!
Dieter
Weils im Osten liegt, man kann nur noch den Kopf schütteln. Land der Ingeneure. Die ganze Welt lacht mittlerweile über uns
An sich sind Lärmschutzwände eine gute Sache. Wenn wie in diesem Fall aber der Lärm entsprechend nicht geschluckt sondern zurück geworfen wird und dieser bis nach Mahlsdorf Süd auch des nachts laut zu hören ist stellen sich doch einige Fragen auf. Mit offenem Fenster schlafen ist so kaum mehr möglich.
Hoffe die Fahrradstellplätze werden Video überwacht ,sonst ist es für Langfinger zu einfach !
Sollte im übrigen bei jedem Fahrradstellplatz der Bahn Standort sein !