Das Kant-Gymnasium in Berlin-Spandau steht vor großen Veränderungen. Das alte Gebäude muss dringend saniert werden. Der Bezirk prüft nun neue Pläne für den Umzug der Schule.
Kant-Gymnasium (möglicher Ausweich-Standort)
Kant-Gymnasium (aktueller Standort)
© Titelbild: Wikimedia Commons, A. Savin, CC BY-SA 3.0
Das Kant-Gymnasium in Spandau steht vor einer der wichtigsten Veränderungen seiner jüngeren Geschichte. Die traditionsreiche Schule an der Bismarckstraße muss saniert werden. Doch der bisherige Plan für den Auszug lässt sich offenbar nicht mehr umsetzen. Nun prüft der Bezirk einen neuen Standort, der für die Schule mehr als nur ein Ausweichquartier sein könnte.
- Bezirk: Berlin-Spandau
- Schule: Kant-Gymnasium
- Aktueller Standort: Bismarckstraße nahe der Altstadt Spandau
- Möglicher neuer Standort: Rhenaniastraße 35 in Berlin-Haselhorst
- Schülerzahl: rund 850 Jugendliche
Das Kant-Gymnasium gilt als eines der gefragtesten Gymnasien im Berliner Westen. Gleichzeitig kämpft die Schule seit Jahren mit massiven Baumängeln. Dächer sind undicht, Fassadenbereiche müssen gesichert werden, technische Anlagen gelten als stark sanierungsbedürftig. Auch Barrierefreiheit und moderne Infrastruktur fehlen an mehreren Stellen. Deshalb plant Berlin eine umfassende Großsanierung.
Kant-Gymnasium in Spandau: Sanierung macht Umzug nötig
Ursprünglich sollte die Schule während der Bauarbeiten in das frühere Schuldorf der Heinrich-Böll-Schule in Hakenfelde ziehen. Dieser Plan ist nach aktuellem Stand kaum noch realistisch. Das Gebäude wird ab Sommer 2026 von der neuen Schule Insel Gartenfeld genutzt. Sie bleibt dort voraussichtlich mehrere Jahre, bis ihr eigener Neubau fertig ist. Für das Kant-Gymnasium fehlt damit der Platz.
Deshalb prüft das Bezirksamt Spandau nun eine andere Lösung. Im Fokus steht ein Neubau an der Rhenaniastraße 35 in Haselhorst. Dort entsteht bereits ein neues Gymnasium für knapp 700 Jugendliche. Die Bodenplatte ist fertig, auf der Baustelle laufen die Arbeiten. Der Neubau soll 2028 fertig werden. Genau in diesem Zeitraum feiert das Kant-Gymnasium sein 175-jähriges Bestehen.

So soll der Neubau an der Rhenaniastraße in Berlin-Haselhorst aussehen, der als möglicher Ausweichstandort für das Kant-Gymnasium in Spandau geprüft wird. / © Visualisierung. wulf architekten gmbh
Kant-Gymnasium: Neuer Standort in Haselhorst wird geprüft
Schulleiter Marc Vehlow sieht den möglichen Umzug laut Tagesspiegel grundsätzlich positiv. Er mache deutlich, dass ein Abschied vom heutigen Standort schmerze. Zugleich halte er einen kompletten Umzug in ein neues Gebäude für besser, als die Schule während der Sanierung auf mehrere Standorte in Spandau zu verteilen. Eine endgültige Entscheidung gibt es aber noch nicht.
Die geplante Sanierung des Kant-Gymnasiums betrifft nicht nur die Gebäudefassade. Auch Fenster, Fassade, Wasserleitungen, Datennetze, Beleuchtung und Technik sollen erneuert werden. Zwei Fahrstühle sind vorgesehen. Zudem sollen Sporthallen saniert werden, darunter die wichtige Halle am Falkenseer Damm. Ein früheres Möbelhaus, das die Schule seit 1999 nutzt, soll abgerissen werden. Auch ein Pavillon steht auf der Abrissliste.

Die Visualisierung zeigt den hellen Innenbereich des geplanten Gymnasiums an der Rhenaniastraße in Berlin-Haselhorst. Der Neubau wird als möglicher Ausweichstandort für das Kant-Gymnasium im Zuge der Sanierung in Spandau geprüft. / © Visualisierung. wulf architekten gmbh
Spandau braucht mehr Schulplätze
Die Pläne rund um das Kant-Gymnasium stehen nicht allein. Spandau wächst weiter und braucht besonders beim Übergang in Klasse 7 zusätzliche Plätze. Der Bezirk prüft deshalb auch eine neue integrierte Sekundarschule oder Gemeinschaftsschule nahe der Altstadt. Im Gespräch ist ein Grundstück auf dem Areal der Beseler Kaserne am Askanierring. Die bisherige Idee für einen Neubau an der Wilhelmstraße gilt wegen fehlender Grundstücksverfügbarkeit nicht mehr als realistisch.
Für das Kant-Gymnasium bleibt die Lage damit offen, aber konkreter als zuvor. Klar ist: Die Sanierung soll kommen. Klar ist auch: Der bisherige Ausweichstandort in Hakenfelde steht auf Jahre nicht zur Verfügung. Ob der Neubau an der Rhenaniastraße tatsächlich zur neuen Adresse der Spandauer Traditionsschule wird, prüft das Bezirksamt derzeit.
Quellen: Tagesspiegel, HOWOGE
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