Vivantes prüft die mögliche Übernahme des Jüdischen Krankenhauses Berlin. Noch ist offen, ob das insolvente Haus öffentlich bleibt oder ein privater Investor übernimmt.

Das Jüdische Krankenhaus Berlin befindet sich im Insolvenzverfahren. Der Senat prüft gemeinsam mit Vivantes mögliche Zukunftsszenarien für den Klinikstandort. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die Zukunft des Jüdischen Krankenhauses Berlin bleibt offen. Nach der Insolvenz laufen Gespräche über eine neue Trägerschaft. Im Zentrum steht nun die Frage, ob Vivantes das Haus übernehmen kann – oder ob ein privater Investor zum Zug kommt.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Adresse: Heinz-Galinski-Straße 1, 13347 Berlin-Mitte
- Projektstatus: Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, Investorenprozess läuft
Das Jüdische Krankenhaus Berlin steht vor einer Entscheidung, die weit über den Standort an der Osloer Straße hinausreicht. Die Klinik ist insolvent, der Betrieb läuft aber weiter. Mehr als 800 Beschäftigte versorgen weiter Patientinnen und Patienten. Nach Angaben des Tagesspiegels geht es nun um Gläubigerforderungen, hohe Investitionsbedarfe und die Frage, wer das Haus künftig führt.
Vivantes und das Jüdische Krankenhaus: Was der Senat prüft
Nach Tagesspiegel-Informationen soll Finanzsenator Stefan Evers die Vivantes-Spitze beauftragt haben, das Jüdische Krankenhaus anhand zentraler Kennzahlen zu bewerten. Die Analyse ging demnach an die Finanzverwaltung. Eine Übernahme ist damit nicht entschieden. Sie bleibt eine Option, die der Senat prüft.
Schon zuvor hatte der Senat erklärt, man prüfe gemeinsam mit landeseigenen Häusern mögliche Lösungen. Neben Vivantes fiel auch der Name Charité. Gesundheitssenatorin Ina Czyborra stellte klar, dass das Krankenhaus für die Versorgung im Berliner Norden notwendig sei. Gleichzeitig bleibt offen, wie sich das Haus wirtschaftlich tragfähig aufstellen lässt.
Jüdisches Krankenhaus: Private Übernahme oder öffentlicher Träger?
Parallel gibt es private Interessen. Laut Tagesspiegel hat die türkische Medicana-Kette angeboten, das Jüdische Krankenhaus samt Verbindlichkeiten zu übernehmen. Der Konzern soll den Gläubigern einen Finanzplan vorgelegt haben. Medicana äußerte sich dazu nicht. Auch das Jüdische Krankenhaus verweist auf den laufenden Investorenprozess.
Der Senat prüft nach eigenen Angaben den Antrag eines Anbieters. Offen bleibt, welchen medizinischen Schwerpunkt ein privater Betreiber setzen würde. Wichtig ist auch das Grundstück: Das Areal nahe der Osloer Straße wird laut Tagesspiegel auf 50 bis 70 Millionen Euro geschätzt. Eine Kliniknutzung dürfte dort zunächst erhalten bleiben, weil eine Änderung des Bebauungsplans laut Tagesspiegel im Schnitt neun Jahre dauert.
Kosten, Schulden und Investitionsbedarf beim Jüdischen Krankenhaus
Ein Kernproblem bleibt die Finanzierung. Das Jüdische Krankenhaus soll allein dem Hauptgläubiger rund 35 Millionen Euro schulden; das Krankenhaus bestätigte diese Zahl nicht. Zusätzlich sprechen Branchenkenner von hohen Modernisierungskosten für Gebäude, IT und Medizintechnik. Nach Informationen des Tagesspiegels geht Vivantes in seiner internen Kalkulation von Gesamtkosten von rund 180 Millionen Euro für eine Übernahme und die erforderlichen Investitionen aus.
Hinzu kommt ein Wasserschaden in einem Neubau. Nach dem jüngsten Stand übernimmt diese Kosten aber eine Versicherung. Trotzdem löst das nicht die strukturellen Fragen. Vivantes und Charité schreiben selbst Defizite. Eine öffentliche Übernahme dürfte deshalb zusätzliche Mittel des Landes erfordern.
Jüdisches Krankenhaus
Quellen: Tagesspiegel, Jüdisches Krankenhaus Berlin
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