Am Grasbrook soll eines der größten neuen Museumsprojekte Deutschlands entstehen. Direkt an der Norderelbe sind ein Neubau und der endgültige Liegeplatz der historischen PEKING geplant. Bis zur Eröffnung sind allerdings noch mehrere große Planungsschritte nötig.

Im historischen Schuppen 50A befindet sich bereits heute ein Standort des Deutschen Hafenmuseums. Für das Museum ist auf dem Kleinen Grasbrook ein umfangreicher Ausbau vorgesehen. / © Foto: Wikimedia Commons, Pauli-Pirat, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: Visualisierung: HafenCity Hamburg GmbH / moka studio
Auf der Westspitze des Grasbrooks soll sich Hamburgs Museumslandschaft in den kommenden Jahren deutlich erweitern. Direkt gegenüber der HafenCity plant die Stiftung Historische Museen Hamburg das Deutsche Hafenmuseum. Das Projekt verbindet einen Neubau an der Elbe mit einem historischen Standort im Hansahafen – und mit einem der bekanntesten Museumsschiffe der Stadt.
- Bezirk: Hamburg-Mitte
- Standort Neubau: Holthusenkai / Veddelhöft, 20457 Hamburg
- Projektstatus: Planung
- Baubeginn: ab Ende 2028 vorgesehen
- Fertigstellung: Anfang der 2030er Jahre
Museums-Neubau entsteht am Veddelhöft
Der geplante Neubau bekommt einen exponierten Standort. Auf einem rund 5.700 Quadratmeter großen Grundstück am Veddelhöft soll das Museum unmittelbar an der Norderelbe entstehen. Die Fläche gehört zum neuen Stadtteil Grasbrook, für dessen städtebauliches Grundgerüst ein Entwurf von Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten maßgeblich ist. Das Hafenmuseum soll dort einen zentralen kulturellen Baustein bilden.
Dabei entsteht das Museum nicht völlig neu. Der heutige Standort im denkmalgeschützten Schuppen 50A am Bremer Kai bleibt erhalten. Dort befinden sich ein rund 2.500 Quadratmeter großes Schaudepot mit etwa 10.000 Objekten sowie historische Kräne, Fahrzeuge und Wasserfahrzeuge. Damit setzt das Projekt bewusst auf zwei sehr unterschiedliche Orte: einen historischen Hafenstandort und einen neuen Museumsbau.

Das Deutsche Hafenmuseum soll die Geschichte und Gegenwart der Häfen im weltweiten Handel vermitteln. Die Illustration verbindet Schifffahrt, Logistik und Hafenarbeit mit der Viermastbark PEKING. / © Visualisierung: giraffentoast design
Deutsches Hafenmuseum: Bis zu 283,5 Millionen Euro stehen zur Verfügung
Der Bund fördert das Gesamtvorhaben mit bis zu 185,5 Millionen Euro. Diese Summe fließt jedoch nicht komplett in den Neubau. Darin enthalten sind auch die bereits erfolgte Restaurierung der Viermastbark PEKING sowie Maßnahmen für ihren künftigen Liegeplatz. Nach Hamburger Haushaltsunterlagen standen aus der Bundesförderung zuletzt noch 127 Millionen Euro für das Deutsche Hafenmuseum zur Verfügung. Hamburg hat zusätzlich bis zu 98 Millionen Euro für den Neubau vorgesehen.
Damit summieren sich die Förderzusagen von Bund und Stadt für das Gesamtvorhaben rechnerisch auf bis zu 283,5 Millionen Euro. Eine endgültige Berechnung der Baukosten ist das jedoch nicht: Für den Neubau fehlt weiterhin der abschließende architektonische Entwurf.
Noch im Mai 2026 berichtete der NDR, dass der konkrete Bauplan mit dem Bund abgestimmt werde und der Architekturwettbewerb erst anschließend starten könne. Parallel laufen die Vorbereitungen für den neuen Stadtteil Grasbrook. Nach dem Jahresabschluss des städtischen Sondervermögens Stadt und Hafen sollen dort erste Hochbauvorhaben einschließlich des Deutschen Hafenmuseums ab Ende 2028 beginnen. Das Museum mit dem Liegeplatz der PEKING soll bis Anfang der 2030er Jahre fertiggestellt werden.

Die Viermastbark PEKING liegt heute am Bremer Kai im Hansahafen. Das historische Schiff gehört zum Deutschen Hafenmuseum und soll später an den neuen Standort am Grasbrook wechseln. / © Foto: SHMH / Jérome Gerull
PEKING soll vom Hansahafen an den Holthusenkai umziehen
Eine zentrale Rolle spielt die 1911 bei Blohm + Voss gebaute Viermastbark PEKING. Das 115 Meter lange Schiff liegt derzeit am Bremer Kai beim bestehenden Museumsstandort. Nach Fertigstellung des Neubaus soll es seinen endgültigen Liegeplatz am Holthusenkai westlich des Museums erhalten. Die PEKING kam 2020 nach Hamburg zurück und wird bereits heute für Führungen genutzt.
Inhaltlich soll das Deutsche Hafenmuseum deutlich über klassische Schifffahrtsgeschichte hinausgehen. Die SHMH versteht es als Museum über Häfen und Globalisierung. Themen wie Welthandel, Lieferketten, Hafenarbeit, Containerverkehr und technische Veränderungen sollen Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden. Der bestehende Schuppen 50A ergänzt diesen Ansatz mit historischen Originalobjekten und praktischen Angeboten.
Für den Grasbrook ist das Museum zugleich Teil einer wesentlich größeren Stadtentwicklung. Auch die geplante Verlängerung der U4 mit der neuen Haltestelle Grasbrook soll das neue Quartier erschließen. Bis das Hafenmuseum tatsächlich gebaut werden kann, bleiben jedoch der Architekturwettbewerb, die weitere Planung und die Abstimmung der konkreten Kosten entscheidende Schritte.

Das Deutsche Hafenmuseum nutzt bereits heute den historischen Standort am Bremer Kai im Hansahafen. Dort liegt auch die beleuchtete Viermastbark PEKING vor den historischen Hafenschuppen. / © Foto: SHMH / Volker Kropp
Deutsches Hafenmuseum am Grasbrook
Quellen: Stiftung Historische Museen Hamburg, Hamburgische Bürgerschaft, NDR
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