Die Bauarbeiten an der U-Bahn-Linie U6 im Berliner Norden dauern länger als geplant. Der Abschnitt zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel bleibt auch 2026 unterbrochen. Neben einem ungewöhnlich langen Winter haben mehrere technische Probleme den Zeitplan des Großprojekts verändert.
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Seit November 2022 ist der nördliche Abschnitt der U-Bahn-Linie U6 zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel gesperrt. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erneuern dort Gleise, Dämme, Brücken und Bahnhöfe grundlegend. Für Fahrgäste bedeutet das seit mehr als drei Jahren Bus-Ersatzverkehr im Berliner Norden.
Ursprünglich war eine deutlich kürzere Bauzeit vorgesehen. Die BVG ging zunächst von rund 20 Monaten Bauzeit aus. Bereits während der Bauphase musste der Zeitplan mehrfach angepasst werden. Nun steht fest, dass die U-Bahn auch im gesamten Jahr 2026 nicht wieder bis nach Tegel fahren wird.
U6-Sanierung nach Tegel: Frost sorgt für neue Verzögerung im Norden
Eine neue Verzögerung hat vor allem der lange und kalte Winter verursacht. Nach Angaben der Verkehrsverwaltung gegenüber dem Tagesspiegel, mussten die Bauarbeiten mehrere Wochen lang eingestellt werden. Die BVG erklärte dem Senat zufolge, dass die anhaltenden Frostperioden zu einer Unterbrechung der Baustelle geführt hätten und der Terminplan deshalb überarbeitet werden müsse.
Bis Ende 2025 habe es laut BVG noch keine Hinweise darauf gegeben, dass der geplante Termin nicht eingehalten werden könne. Eine Inbetriebnahme war ursprünglich im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen. Wann genau die Züge wieder bis Alt-Tegel fahren können, ist derzeit jedoch noch offen.
Baustelle der U6: Instabiler Bahndamm aus den 1950er Jahren entdeckt
Neben dem Winter haben auch bauliche Probleme den Ablauf erschwert. Teile des Bahndamms stammen noch aus den 1950er Jahren und wurden teilweise aus Kriegsschutt errichtet. Während der Bauarbeiten stellte sich heraus, dass einige Abschnitte instabiler waren als erwartet und umfangreicher saniert werden müssen.
Auch am Bahnhof Alt-Tegel wurden zusätzliche Schäden entdeckt. Dort musste die Bahnsteigplatte vollständig abgerissen und neu aufgebaut werden. Nach Einschätzung der BVG habe man das Projekt rückblickend zu optimistisch geplant.
U6-Sanierung im Berliner Norden: Gleise, Brücken und Bahnhöfe werden komplett erneuert
Die Arbeiten auf dem rund drei Kilometer langen Streckenabschnitt entsprechen nahezu einem Neubau. Insgesamt werden etwa 6.500 Meter Gleis erneuert sowie acht Weichen und mehrere Brückenbauwerke modernisiert. Gleichzeitig saniert die BVG mehrere Bahnhöfe und rüstet einzelne Stationen mit Aufzügen aus, um sie barrierefrei zu machen.
Darüber hinaus wird der gesamte Bahndamm grundlegend instand gesetzt. Da der Abschnitt unter Denkmalschutz steht, erfolgt der Wiederaufbau teilweise denkmalgerecht. Ziel ist es, die Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte zu sichern.
Wann fährt die U6 wieder nach Alt-Tegel? BVG arbeitet an neuem Zeitplan
Ein konkreter Termin für die Wiedereröffnung steht derzeit noch nicht fest. Fest steht lediglich, dass die U6 im Norden auch 2026 nicht vollständig in Betrieb gehen wird. Die BVG arbeitet weiter an einer neuen Zeitplanung.
Für viele Pendlerinnen und Pendler im Berliner Norden bleibt der Bus-Ersatzverkehr damit vorerst Realität. Gleichzeitig soll die umfassende Sanierung dafür sorgen, dass die Strecke langfristig zuverlässiger und moderner betrieben werden kann.
Quellen: BVG, Tagesspiegel
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2 Kommentare
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Mit etwas bitterem Humor gefragt: Seit wann ist BVG ein Kürzel für langer, harter Winter? ;-)
Ihr habt einen Fehler in eurem Text, nicht die Bahnsteigplatte in Tegel, sondern Borsigwerke wurde komplett abgebrochen, woher ich das weiß, weil ich das mit meiner Firma gemacht habe