Die Bauarbeiten der U6 in Tegel verzögern sich weiter. Die BVG erklärt nun, warum der Winter-Stopp im Zeitplan nicht einberechnet war, und spricht von möglichen Beschleunigungen der Arbeiten.

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Die Bauarbeiten an der U6 im Berliner Norden verzögern sich weiter. Im Fokus steht aktuell die Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Björn Wohlert. Darin äußern sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zum aktuellen Stand der Bauarbeiten zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel – und zu möglichen Beschleunigungen.

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Ein zentraler Punkt ist der Einfluss des Winters auf den Bauablauf. Laut BVG mussten witterungsabhängige Arbeiten an den Außenanlagen für rund sieben Wochen unterbrochen werden. Betroffen waren insbesondere Erd-, Betonage- und Stahlbauarbeiten. Inzwischen sind die Arbeiten wieder aufgenommen.

Ein Hinweisschild zeigt einen U-Bahnhof der Linie U6 an.

Die Bauarbeiten auf der U6 in Tegel verzögern sich weiter. Die BVG prüft nun aber Möglichkeiten zur Beschleunigung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT / KI

Bauarbeiten auf U6 für sieben Wochen unterbrochen

„Die witterungsabhängigen Arbeiten an den Außenanlagen (z. B. Erd-, Betonage- und Stahlbauarbeiten) mussten frostbedingt für rund sieben Wochen unterbrochen werden. Die Arbeiten wurden inzwischen wieder aufgenommen“, erklären die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Björn Wohlert (CDU) an das Abgeordnetenhaus Berlin.

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Die BVG macht darin aber auch deutlich, dass solche Unterbrechungen nur begrenzt planbar sind. In den vergangenen zehn Jahren habe es meist nur geringe Auswirkungen durch Witterung gegeben. Der Winter 2025/2026 sei demnach eine Ausnahme gewesen, mit ungewöhnlich langen und konstanten Frostperioden. Diese hätten den Bauablauf stärker beeinflusst als üblich.

„Kurzzeitige witterungsbedingte Unterbrechungen konnten in der Vergangenheit in der Regel durch Anpassungen im Bauablauf ausgeglichen werden“, lautet die Rechtfertigung.

Hoffnung auf Beschleunigung der U6-Bauarbeiten in Tegel

Unabhängig von den aktuellen Verzögerungen bleibt der Umfang der Maßnahme auf der U-Bahnlinie 6 erheblich. Auf dem rund drei Kilometer langen Abschnitt werden Gleise, Weichen, Brücken und Bahnhöfe grundlegend erneuert. Auch der Bahndamm aus den 1950er Jahren, der teilweise aus Kriegsschutt besteht, muss aufwendig stabilisiert werden. Am Bahnhof Alt-Tegel wurde zudem die Bahnsteigplatte komplett neu aufgebaut.

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Doch es gibt auch Hoffnungen, dass die U6 möglicherweise früher als bisher angenommen wieder in Betrieb gehen kann. „Die komplexen Terminpläne mit bis zu 20 Teilgewerken werden derzeit mit allen Beteiligten neu abgestimmt. Für die am stärksten betroffenen Gewerke Erdbau und Brücken werden zudem Beschleunigungsmöglichkeiten geprüft“, so die BVG in ihrer Stellungnahme.

Tegel: Kein Zeitplan für U6-Wiederinbetriebnahme

Eine klare Aussage zur Fertigstellung bleibt jedoch aus. Der Senat teilt mit, dass aktuell keine neuen Erkenntnisse zur Wiederinbetriebnahme vorliegen. Ein konkreter Termin kann weiterhin nicht genannt werden. Fest steht nur: Die U6 wird auch 2026 nicht wie ursprünglich geplant vollständig bis Alt-Tegel in Reinickendorf in Betrieb gehen.

Für Fahrgäste im Berliner Norden bedeutet das weiterhin Einschränkungen. Der Bus-Ersatzverkehr bleibt vorerst bestehen. Ziel der Maßnahme ist jedoch eine langfristig zuverlässige und modernisierte Infrastruktur.

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Bauarbeiten auf der U6

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage, Drucksache 19 / 25 387

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6 Kommentare

  1. DidiLasermann 3. April 2026 at 11:11 - Reply

    BVG und die DB
    Schlaftabletten für Berlin❗️👎

  2. Paul Nießmann 3. April 2026 at 15:46 - Reply

    Es ist alles nur noch unglaublich und die Kosten werden sich wahrscheinlich verdoppeln. Arbeiten hier nur noch Nullen?
    In China hätten sie für 3 Kilometer Neubaustrecke 12 Minate benötigt!

  3. J.W. 3. April 2026 at 17:43 - Reply

    Ha ha ha 🤣
    Typisch Berlin.
    Hat jemand etwas anderes erwartet?

  4. Peter Marbach 3. April 2026 at 17:55 - Reply

    Wie immer eine Schande für Berlin wir konnten es nicht voraussagen das der Winter so schlimm wird junge Junge vielleicht wird das was bis 2030 !!!!!

    • Michalski 5. April 2026 at 09:41 - Reply

      Es ist ein Armutszeugnis, in einem angeblich hochtechnologisiertes Land wie Deutschland, solch Bauvorhaben nicht zügig abgeschlossen werden können. Warum kann ich der Planung nicht auch die Witterungsbedingungen mit allen Alternativen bedacht werden. Unabhängig von den Kosten müssen die Menschen, die ja noch nicht mal den öffentlichen Nahverkehr nutzen am meisten darunter leiden. Von den Anwohner mal ganz zu schweigen. Hier müssten die Bausführenden Firmen in Regress genommen werden. Aber was regt man sich auf. In Berlin ist das leider traurige Normalität geworden.

  5. Randy 8. April 2026 at 10:38 - Reply

    einfach nur traurig . In China hätten sie in der Bauzeit 20 neue Brücken und 5km Schiene gelegt . Einfach nur jämmerlich was wir in Berlin haben .

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