In der Europa-Allee haben die Arbeiten für die oberirdischen Stationen der U5-Verlängerung begonnen. 37 Bäume werden derzeit verpflanzt, damit die Baustelleneinrichtungsflächen entstehen können. Mit diesem Schritt startet eine neue Bauphase im Frankfurter Europaviertel.

U5-Baustelle im Rohbau am Skyline Plaza

Am Skyline Plaza zeigt sich die U5-Baustelle im Rohbau. Die Baugrube misst rund 180 Meter in der Länge, durchschnittlich 30 Meter in der Breite und etwa 24 Meter in der Tiefe. Die insgesamt 2,7 Kilometer lange Verlängerung umfasst die Stationen „Güterplatz“, „Emser Brücke“, „Europagarten“ und „Wohnpark“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: Wikimedia Commons, Rutger van der Maar, CC BY 2.0

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Mit der Verlängerung der U5 über den Hauptbahnhof hinaus reagiert Frankfurt auf Bevölkerungszuwachs im Europaviertel. Die neue Strecke soll ein Quartier anbinden, in dem künftig rund 30.000 Menschen wohnen und zahlreiche Arbeitsplätze entstehen. Gleichzeitig stärkt das Projekt den öffentlichen Nahverkehr im Westen der Stadt und verknüpft das Viertel enger mit der Innenstadt.

Die 2,7 Kilometer lange Trasse gehört zu den größten Infrastrukturvorhaben Frankfurts. Die Stadtbahn Entwicklung und Verkehrsinfrastrukturprojekte Frankfurt GmbH, kurz SBEV, steuert Planung und Bau. An dem Unternehmen sind die Verkehrsgesellschaft Frankfurt sowie die Stadt Frankfurt selbst beteiligt. Trotz aller Herausforderungen hält die Stadt an dem Ziel fest, das Europaviertel dauerhaft leistungsfähig zu erschließen.

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Aktuelle Arbeiten an der Europa-Allee: Verpflanzung von 37 Bäumen schafft Platz, Einschränkungen bleiben begrenzt

Ab dem 17. Februar werden westlich der Emser Brücke 37 Schmalblättrige Eschen mit einer Rundspatenmaschine umgesetzt. Fünf bleiben an der Europa-Allee, die übrigen kommen an das Griesheimer Ufer. Die Maßnahme schafft Raum für die künftigen Baustelleneinrichtungsflächen der oberirdischen Bahnsteige. Die Verpflanzung war notwendig, da beim Bau der Gleise und Bahnsteige die erforderlichen Abstände nicht eingehalten werden können. Nach Abschluss des Streckenabschnitts sollen entlang der Stationen neue Bäume gepflanzt werden.

Während der Bauarbeiten wird zeitweise die linke Fahrspur gesperrt. Die Baustelleneinrichtungsfläche entsteht auf dem Mittelstreifen und ist mit Absperrungen und Markierungen gesichert. Damit der Verkehr im Europaviertel weitgehend fließt, werden nie zwei benachbarte Kreuzungen gleichzeitig gesperrt. Einzelne Fahrspuren können sich zeitweise verlangsamen, doch alle Verbindungen bleiben grundsätzlich erhalten. So können die Arbeiten vorankommen, ohne den Alltag im Europaviertel unnötig einzuschränken.

Streckenverlauf zwischen Platz der Republik und Europaviertel West: Vier Stationen auf 2,7 Kilometern

Die neue Strecke beginnt unter dem Platz der Republik und führt zunächst durch die neue unterirdische Station Güterplatz. Von dort aus steigt die Trasse über eine Rampe an die Oberfläche und verläuft anschließend mittig in der Europa-Allee auf einem begrünten Gleisbett weiter nach Westen. Insgesamt entstehen vier Stationen, davon drei oberirdisch und eine unterirdisch.

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Am Güterplatz entsteht derzeit die einzige unterirdische Station in einer der tiefsten Baugruben Frankfurts. Zwei Tunnelröhren zwischen Europa-Allee und Platz der Republik sind im Rohbau fertiggestellt. Ebenso stehen der Tunnel in offener Bauweise sowie die Rampe zur Oberfläche. Nun beginnt der Ausbau der oberirdischen Abschnitte.

Vergaben, Marktlage und Zeitplan: Warum sich die Inbetriebnahme verschiebt

Trotz der Fortschritte verschiebt sich der Zeitplan weiter. Zunächst rechnete die Stadt mit einer Fertigstellung im Jahr 2025, später nannte sie 2027. Mittlerweile gilt 2029 als realistisch, da Engpässe im Gleisbau und in der Bahntechnik den Ablauf bremsten. Seit 2023 mussten mehrere zentrale Vergabeverfahren aufgehoben werden, da wirtschaftlich tragfähige Angebote ausblieben.

Darauf reagierte die SBEV, indem einzelne Leistungen in kleinere Lose aufgeteilt wurden. Dennoch steigen die Gesamtkosten von ursprünglich rund 373 Millionen Euro auf etwa 515 Millionen Euro. Die Stadt Frankfurt übernimmt die Mehrkosten zunächst, rechnet jedoch mit einer anteiligen Erstattung durch den Bund und das Land Hessen.

[Karte mit Standort, ggf. weitere Bilder]
Europaviertel West
Europagarten
Emser Brücke/Messe
Güterplatz

Quellen: STADT FRANKFURT AM MAIN, SBEV – Stadtbahn Entwicklung und Verkehrsinfrastrukturprojekte Frankfurt, FAZ, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main

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