Frankfurt kommt bei der geplanten U4-Verlängerung einen weiteren Schritt in der Planung voran. Ab Oktober rücken in Ginnheim erneut Bohrgeräte an. Die Arbeiten sollen klären, was unter dem nördlichen Teil der künftigen Strecke liegt.

Die U4 gehört seit Jahrzehnten zum Frankfurter U-Bahn-Netz. Die geplante Verlängerung von der Bockenheimer Warte nach Ginnheim soll eine bestehende Lücke im Stadtbahnnetz schließen. / © Foto: Wikimedia Commons, Pedelecs, CC BY-SA 3.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Chabe01, CC BY-SA 4.0
Zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim klafft seit Jahrzehnten eine Lücke im Frankfurter Stadtbahnnetz. Die Stadt will sie mit einer Verlängerung der U4 schließen. Bevor über den genauen Verlauf entschieden werden kann, richtet sich der Blick nun erneut tief unter die Erde.
- Stadt: Frankfurt am Main
- Stadtteile: Bockenheim, Westend und Ginnheim
- Projekt: Verlängerung der U4 von Bockenheimer Warte nach Ginnheim
- Beginn der neuen Bohrungen: Oktober 2026
- Dauer der Erkundungen: voraussichtlich bis Ende März 2027
Ab Montag, 5. Oktober 2026, lässt die SBEV im nördlichen Trassenkorridor in Ginnheim neue Erkundungsbohrungen ausführen. Sie reichen bis zu 30 Meter tief. Zunächst arbeitet die Fachfirma in der Klaus-Groth-Straße. Dort sollen die Arbeiten nach Angaben des Projektteams voraussichtlich Ende Oktober enden. Weitere Bohrpunkte liegen an der Platenstraße, im Umfeld der Rosa-Luxemburg-Straße sowie an der Kreuzung Hügelstraße/Ginnheimer Hohl. Die gesamte Projektphase soll bis Ende März 2027 laufen.
Grundwasser wird für U4-Verlängerung in Frankfurt untersucht
Dabei geht es nicht nur um die Tragfähigkeit des Bodens. Die Fachleute untersuchen auch die Grundwasserströmungen. Sämtliche neuen Bohrungen sollen anschließend als Grundwassermessstellen dienen und in das bereits seit 2022 laufende Grundwassermodell und Monitoring einfließen.
Danach will die Stadt die Messstellen dauerhaft zur Erfassung von Grundwasserdaten nutzen. Schon für die Machbarkeitsstudie werteten die Planer rund 800 vorhandene Bohrungen aus und legten 35 neue an. Das Untersuchungsgebiet umfasste mehr als elf Quadratkilometer.
U4-Verlängerung Frankfurt: Trasse über den Campus Westend
Die politische Grundentscheidung für den Korridor fiel am 27. Februar 2025. Die Stadtverordneten beschlossen, die Variante 3i weiter zu planen. Sie führt von der Bockenheimer Warte über den Campus Westend und weiter Richtung Europaturm und Ginnheim.
Nach der Machbarkeitsstudie ist die Strecke rund 3,85 Kilometer lang. Der untersuchte Entwurf sah einen langen Tunnelabschnitt und neue Stationen unter anderem am Campus Westend sowie im Bereich Europaturm und Platensiedlung vor. Die genaue Streckenführung und die Zahl und Lage der Stationen stehen in der laufenden Vorplanung jedoch noch nicht endgültig fest.
Grundwasser ist für den geplanten U4-Tunnel ein zentrales Thema
Gerade der nördliche Abschnitt bleibt Gegenstand vertiefter Untersuchungen. Zwischen Europaturm und Ginnheim hatte das Planungsteam zunächst sechs mögliche Lösungen entwickelt. Drei davon verfolgt es weiter. Dabei spielt auch die Zukunft der Rosa-Luxemburg-Straße eine Rolle. Erst die Vorplanung soll eine Grundlage dafür liefern, welche konkrete Lösung anschließend weiterverfolgt wird.
Der Untergrund beschäftigt die Planer schon länger. Im Projektgebiet wechseln sich Sande, Kiese, Tone und Schluffe ab. Teilweise kommen sogenannte Hydrobiensande und Kalksteinbänke hinzu. Zudem bestehen in der Regel zwei grundwasserführende Schichten. Die bisherigen Untersuchungen kamen für Variante 3i zu dem Ergebnis, dass nur geringe Auswirkungen auf Wasserhaushalt und Boden zu erwarten seien. Die nun geplanten Messstellen sollen die Datengrundlage für die Vorplanung weiter verdichten.
Bohrungen sind keine unmittelbaren Arbeiten am U4-Tunnel
Noch handelt es sich deshalb ausdrücklich nicht um vorbereitende Arbeiten für einen unmittelbar bevorstehenden U-Bahn-Bau. Einen Termin für den Baustart nennt die SBEV derzeit nicht. Auch Kosten und Bauzeit müssen im weiteren Planungsverlauf fortgeschrieben werden. Die Machbarkeitsstudie veranschlagte für Variante 3i zunächst rund 404 Millionen Euro und etwa sieben Jahre Bauzeit.
Die U4-Verlängerung fügt sich unterdessen in den umfassenden Ausbau des Frankfurter Schienennetzes ein. Parallel entsteht etwa die U5-Verlängerung ins Europaviertel. Auch Bockenheim verändert sich derzeit durch mehrere größere Stadtentwicklungsprojekte. Mit dem U4-Lückenschluss soll nun eine Verbindung entstehen, die zugleich die stark belastete A-Strecke mit den Linien U1, U2, U3 und U8 entlasten und eine weitere Verbindung zwischen Frankfurts Norden, Hauptbahnhof und Innenstadt schaffen soll.
U4-Verlängerung: Bockenheimer Warte
U4-Verlängerung: Ginnheim Mitte
Quellen: SBEV, Stadt Frankfurt am Main, Machbarkeitsstudie „Verlängerung U4 – Bockenheimer Warte nach Ginnheim“
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