Die geplante U3-Verlängerung zum Mexikoplatz steht vor einer neuen Hürde. Während an der Krummen Lanke bereits gebaut wird, fehlen für die eigentliche Streckenerweiterung weiterhin wichtige Voraussetzungen. Nun könnte auch eine geänderte Busplanung Folgen für die Wirtschaftlichkeit des Projekts haben.

Zwei U-Bahn-Züge der Linie U3 stehen an den Bahnsteigen des U-Bahnhofs Krumme Lanke in Berlin-Zehlendorf.

Der U-Bahnhof Krumme Lanke ist bislang die südwestliche Endstation der U3. Von hier soll die Linie künftig bis zum S-Bahnhof Mexikoplatz verlängert werden. / © Foto: Wikimedia Commons A.Savin, CC BY-SA 3.0

© Titelbild: Wikimedia Commons, A.Savin, CC BY-SA 3.0 

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Die Verlängerung der U3 vom U-Bahnhof Krumme Lanke zum S-Bahnhof Mexikoplatz gehört zu den am weitesten fortgeschrittenen U-Bahn-Ausbauprojekten Berlins. Doch zwischen den bereits sichtbaren Arbeiten an der Krummen Lanke und dem tatsächlichen Bau der neuen Strecke liegt noch ein entscheidender Schritt: Für die rund 800 Meter lange Verlängerung fehlt weiterhin der Planfeststellungsbeschluss. Zugleich haben sich die finanziellen Rahmenbedingungen deutlich verändert.

  • Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
  • Strecke: U-Bahnhof Krumme Lanke bis S-Bahnhof Mexikoplatz
  • Länge: rund 800 Meter
  • Projektstatus: Planfeststellungsverfahren läuft

Die Ausgangsidee erscheint zunächst überschaubar: Zwischen der heutigen Endstation Krumme Lanke und dem Mexikoplatz fehlen nur rund 800 Meter. Dort soll die U3 künftig auf die S-Bahn-Linie S1 treffen. Die BVG plant einen unterirdischen Bahnhof sowie einen direkten, barrierefreien Übergang zur S-Bahn. Der Tunnel soll unter der Argentinischen Allee in offener Bauweise entstehen. Bereits Anfang 2024 begann die konkrete Planung für die U3-Verlängerung. Später kündigte die BVG erste Arbeiten im Umfeld der Krummen Lanke an.

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U3-Verlängerung: Baustelle an der Krummen Lanke ist nur ein erster Schritt

Seit April 2025 laufen nun eben auch Arbeiten an der Krummen Lanke. Dabei handelt es sich jedoch nicht um den eigentlichen Bau der gesamten U3-Verlängerung. Zunächst erneuert die BVG die Abstellanlage südlich des bestehenden Bahnhofs.

Das 1929 errichtete Bauwerk soll so ausgeführt werden, dass später der Tunnel Richtung Mexikoplatz angeschlossen werden kann. Rund um die Krumme Lanke sind die Folgen der Bauarbeiten bereits deutlich sichtbar. Die BVG bezifferte die Kosten der neuen Abstellanlage auf rund 22 Millionen Euro.

Planfeststellungsverfahren läuft, mehrere Einwendungen gingen ein

Für die Streckenverlängerung selbst läuft dagegen weiterhin das Planfeststellungsverfahren. Im Juli 2025 fand ein Erörterungstermin statt. Insgesamt gingen nach Angaben des Senats 875 gültige und 93 ungültige Einwendungen beziehungsweise Äußerungen ein.

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Besonders häufig betreffen die Einwendungen laut der dem Tagesspiegel vorliegenden Senatsantwort die Planrechtfertigung, die Verkehrsführung während der Bauzeit, Baumfällungen, Baulärm und das Grundwasser.

Von 160 auf 330 Millionen Euro: Kosten der U3 steigen deutlich

Parallel dazu hat sich die Kostendimension des Projekts stark verändert. Noch 2025 standen rund 160 Millionen Euro im Raum. Nach aktuellen Angaben, über die der Tagesspiegel unter Berufung auf die Verkehrsverwaltung berichtet, liegen die erwarteten Kosten inzwischen bei rund 330 Millionen Euro. Die rund 22 Millionen Euro für die Abstellanlage Krumme Lanke sind darin demnach nicht enthalten.

Damit gewinnt die Finanzierung zusätzlich an Bedeutung. Im Berliner Anteil des Sondervermögens des Bundes sind laut der aktuellen Senatsauskunft 160 Millionen Euro für die U3 vorgesehen. Für einen weiteren Teil der Kosten setzt Berlin auf eine Förderung des Bundes nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Voraussetzung dafür ist jedoch eine ausreichende Wirtschaftlichkeit des Vorhabens.

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Genau an diesem Punkt entsteht nun ein weiteres Problem. Eine frühere Nutzen-Kosten-Untersuchung kam auf einen Wert von 1,14. Ende 2025 aktualisierte die BVG die Untersuchung nach Angaben der Verkehrsverwaltung; der neue Wert liege weiterhin über 1,0, werde aber nicht konkret genannt. Allerdings berücksichtigt diese Berechnung offenbar eine inzwischen aufgegebene Busplanung noch nicht.

Busplanung beeinflusst U3-Verlängerung bis Mexikoplatz

In den bisherigen Berechnungen spielte ein zusätzlicher Expressbus X23 zwischen Zehlendorf und Kleinmachnow eine Rolle. Berlin und Brandenburg verfolgen diese Verbindung nach Angaben der Verkehrsverwaltung jedoch inzwischen nicht weiter. Als Grund nennt sie geänderte Rahmenbedingungen bei der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs. Damit verändert sich eine Annahme, die in die Bewertung des Nutzens der U3-Verlängerung eingeflossen war. Welche Auswirkungen dies auf eine aktualisierte Nutzen-Kosten-Untersuchung hat, steht bislang nicht fest.

Das bedeutet allerdings nicht, dass das Projekt bereits offiziell abgesagt wurde. Die Verkehrsverwaltung weist vielmehr darauf hin, dass bei einem nicht umsetzbaren Finanzierungskonzept weitere Gespräche zwischen Land und BVG nötig wären.

Damit ist auch der frühere Zeitplan überholt. Die BVG hatte 2025 noch angekündigt, dass Ende 2030 die ersten Züge zum Mexikoplatz fahren sollten. Der Entwurf des Berliner Nahverkehrsplans 2026–2028 nennt inzwischen den Zielhorizont 2033 für die Inbetriebnahme.

U-Bahnhof Krumme Lanke
Am U-Bahnhof Krumme Lanke endet die U3 bislang. Von hier soll die Linie rund 800 Meter unterirdisch bis zum Mexikoplatz verlängert werden.
S-Bahnhof Mexikoplatz
Am Mexikoplatz soll der neue Endbahnhof der verlängerten U3 entstehen und eine direkte Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn-Linie S1 schaffen.

 

Quellen: BVG, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Tagesspiegel

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