Aus einer kleinen U-Bahn-Verlängerung wird ein dreistelliges Millionenprojekt: Die U3 zum Mexikoplatz wird deutlich teurer als geplant. BVG und Senatsverkehrsverwaltung sprechen dennoch nicht von einer Kostensteigerung.

Baustelle an der Krummen Lanke.

Seit einigen Monaten ist der U-Bahnhof Krumme Lanke eine Baustelle. Die Bauarbeiten für die Streckenerweiterung der U3 sollen offiziell 2026 beginnen. Wie teuer die neue Anbindung an den S-Bahnhof Mexikoplatz tatsächlich werden wird, ist noch nicht final abzusehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Ende April 2025 fiel der Startschuss für den Ausbau der Berliner U-Bahn-Strecke U3 in Zehlendorf, die bis 2030 um eine Station vom derzeitigen Endbahnhof Krumme Lanke zum S-Bahnhof Mexikoplatz verlängert werden soll. Während das Projekt als vergleichsweise einfach umsetzbar gilt, steigen die Kosten für die 800 Meter lange Strecke immer weiter an. Wie aus dem Entwurf des Berliner Senats für den Doppelhaushalt 2026/27 hervorgeht, sollen nun insgesamt 160,5 Millionen Euro für die U-Bahn-Verlängerung bereitgestellt werden.

Damit ist das Vorhaben etwa viermal so teuer wie ursprünglich geplant. Als die BVG die Pläne erstmals vorstellte, war von rund 40 Millionen Euro die Rede. Im Zuge der Nutzen-Kosten-Untersuchung, wurden die Ausgaben dann auf 104 Millionen Euro geschätzt. Nun haben der Senat und die BVG  die Zahl um knapp 60 Millionen Euro nach oben korrigiert.

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BVG und Senat weisen Vorwurf der Kostensteigerung zurück

Doch wie Der Tagesspiegel berichtete, wollen weder die Senatsverkehrsverwaltung noch die BVG von einer Kostensteigerung sprechen. Ein Sprecher der BVG erklärte auf Anfrage des Tagesspiegel, die bislang kommunizierten Zahlen basierten auf Preisständen aus dem Jahr 2016 und seien daher veraltet. Unter Berücksichtigung der Baukostenentwicklung ergebe sich die aktuelle Schätzung von 160 Millionen Euro.

Doch auch dieser neue Wert basiert laut Tagesspiegel auf einem Stand von 2023. Da der Start der Bauarbeiten erst für 2026 angesetzt ist und die Baukosten seitdem nochmals gestiegen sind, ist mit weiteren Mehrkosten zu rechnen.

U3-Ausbau: Politik setzt auf bessere Anbindung, Bürgerinitiative übt Kritik

Die Politik begrüßt den Ausbau der U-Bahn-Linie weiterhin. Dieser gilt als notwendiger Schritt, um Lücken im Nahverkehrsnetz zu schließen und die Verbindungen im Berliner Südwesten zu stärken. Vor Ort stößt das Vorhaben allerdings auch auf Widerstand. Die Bürgerinitiative „Rettet den Mexikoplatz“ stellt den realen Nutzen für Fahrgäste infrage und äußert sich unter anderem kritisch über den ökologischen Fußabdruck des Projekts.

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Ein von der Bürgerinitiative beauftragtes Gutachten wirft der BVG außerdem vor, wesentliche Ausgaben nicht berücksichtigt zu haben – wie die notwendige Erneuerung der Abstellanlage, die nicht in die ursprünglichen Berechnungen eingeflossen seien. Die BVG weist diese Vorwürfe hingegen entschieden zurück.

In der Zwischenzeit ist der Bereich um den Bahnhof Krumme Lanke längst zur Großbaustelle geworden. Dort entstehen neben den technischen Voraussetzungen für die U3-Verlängerung parallel auch neue Wohnquartiere. Fest steht: Selbst wenn der Bau der Strecke zwischen Krumme Lanke und Mexikoplatz wie geplant 2026 beginnen sollte, dürfte die Endsumme noch einmal deutlich über den aktuell kalkulierten 160 Millionen Euro liegen.

Quellen: Der Tagesspiegel, Berliner Verkehrsbetriebe

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