Rund um den U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord in Berlin-Marzahn-Hellersdorf zeigt sich ein widersprüchliches Bild. Während die maroden Gebäude am Cecilienplatz weiterhin leer stehen und von Vandalismus geprägt sind, entstehen in direkter Nachbarschaft mehrere neue Wohn- und Gewerbeprojekte. Damit rücken sowohl Probleme als auch Chancen für die Weiterentwicklung des Quartiers in den Fokus.

Die verfallenen Gebäude am Cecilienplatz prägen das Bild des Platzes und sind seit Jahren von Vandalismus gezeichnet. Obwohl Abbruch und Neubau längst genehmigt sind, bleibt der Startschuss für die geplanten Hochhäuser mit Wohnungen, Gastronomie und Einzelhandel bislang aus. / © Foto: Wikimedia Commons, Roy Zuo, CC BY-SA 4.0
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© Foto Titelbild: IMAGO / Jürgen Ritter
Im Umfeld des U-Bahnhofs Kaulsdorf-Nord im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf prallen Gegensätze aufeinander. Direkt neben der Station entstehen neue Wohn- und Gewerbeprojekte, während am Cecilienplatz seit Jahren Stillstand herrscht. Die Mischung aus leerstehenden Gebäuden, Vandalismus und Neubauplänen verdeutlicht die widersprüchliche Entwicklung des Quartiers.
Der Cecilienplatz gilt vielen Anwohnerinnen und Anwohnern als Problemzone. Mehrere Gebäude, einst als Nahversorgungszentrum genutzt, stehen dort seit Jahren leer. Brände, Vandalismus und vermüllte Wege prägen den Alltag rund um die Hausnummern 10 bis 12. Feuerwehr und Polizei sind regelmäßig im Einsatz, doch eine dauerhafte Lösung blieb bislang aus. Forderungen nach Abriss oder Abriegelung scheiterten bisher an rechtlichen und logistischen Hürden.
Cecilienplatz: Drei Hochhäuser genehmigt, ohne Baubeginn verfallen die Genehmigungen 2027
Eigentlich sollen die brachliegenden Flächen am Cecilienplatz neu bebaut werden. Vorgesehen sind drei Hochhäuser mit fast 300 Wohnungen sowie Flächen für Einzelhandel und Dienstleistungen. Die Baugenehmigungen liegen bereits vor, doch ein Start der Arbeiten ist nicht absehbar.
Nach Angaben von Abgeordneten und Bezirksvertretern verzögern Planänderungen und zusätzliche Anforderungen die Verfahren. Sollte bis 2027 kein Bau erfolgen, könnten die Genehmigungen sogar verfallen.
„Kaulsdorfer Spitze“: Neubau in Holz-Hybridbauweise mit 26 Wohnungen und Gewerbeflächen bis 2026
Wenige Meter vom Cecilienplatz entfernt zeigt sich hingegen Bewegung. An der Heinrich-Grüber-Straße errichtet die Wohnungsbaugenossenschaft Wuhletal ein Wohn- und Geschäftshaus. Das Projekt trägt den Namen „Kaulsdorfer Spitze“ und soll bis März 2026 fertiggestellt sein. Geplant sind 26 Mietwohnungen, eine Tiefgarage und Gewerbeflächen im Erdgeschoss. Eine Bäckereifiliale mit Café wird das Angebot ergänzen.
Beim Richtfest betonte die Genossenschaft, dass hier ein Gebäude in Holz-Hybridbauweise mit KfW-40-Standard und QNG-Zertifizierung entstehe. Die Ausstattung der Wohnungen orientiert sich damit an modernen Standards und soll unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Durch die barrierefreie Gestaltung wird insbesondere älteren Menschen und Familien mit Kindern ein komfortabler Zugang ermöglicht. Zudem unterstreicht die geplante Fertigstellung im Frühjahr 2026 den Anspruch der Genossenschaft, zeitgemäßen und nachhaltigen Wohnraum im Bezirk bereitzustellen.
Wohn- und Gewerbeensemble „Heller 78“: 374 neue Wohnungen direkt am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord
Noch ambitionierter ist das Vorhaben „Heller 78“ direkt an der U-Bahnstation Kaulsdorf-Nord. Auf dem Grundstück eines ehemaligen Postbank-Gebäudes will die Cosimo Investment Group ein Wohn- und Gewerbeensemble mit 374 Wohnungen errichten, die als freifinanzierte Einheiten geplant sind. Vorgesehen sind zwei Baukörper mit einer Bruttogeschossfläche von rund 18.500 Quadratmetern.
Ergänzend sind Dienstleistungsflächen im Erdgeschoss sowie eine Tiefgarage mit 38 Stellplätzen vorgesehen. Die Baukörper sollen bis zu zwölf Geschosse hoch werden und damit einen markanten Akzent im Quartier setzen. Der Rückbau des Bestands beginnt 2026, die Fertigstellung ist für Mitte 2028 geplant.
Gleisarbeiten zwischen Cottbusser Platz und Kaulsdorf-Nord: Ersatzverkehr 2025, umfassende Erneuerung ab 2026
Parallel zu den Bauprojekten laufen auch Arbeiten an der Verkehrsinfrastruktur. Zwischen Cottbusser Platz und Kaulsdorf-Nord stabilisieren die Berliner Verkehrsbetriebe im September 2025 den Gleisuntergrund. Währenddessen übernimmt ein Ersatzverkehr mit Bussen den Betrieb. Ab 2026 sollen umfangreiche Gleiserneuerungen bis nach Hellersdorf folgen. Vorgesehen sind dabei auch zusätzliche Gleiswechsel an den Bahnhöfen Kienberg und Wuhletal, um den Betrieb langfristig zu stabilisieren.
Für die Nachbarschaft bleibt die Lage zwiespältig. Einerseits belasten die leerstehenden und verfallenden Gebäude am Cecilienplatz das Umfeld. Andererseits könnten Projekte wie die „Kaulsdorfer Spitze“ und „Heller 78“ neue Impulse setzen und das Quartier aufwerten. Politik und Verwaltung sprechen von Chancen für die Entwicklung, doch entscheidend wird sein, ob die jahrelangen Probleme am Cecilienplatz endlich gelöst werden.

An der Hellersdorfer Straße 78 in Berlin-Marzahn-Hellersdorf soll auf dem Gelände eines ehemaligen Postbank-Gebäudes ein neues Bauprojekt entstehen. / © Visualisierung: Cosimo Investment Group
Quellen: Cosimo Investment Group, Immobilien Zeitung, Berliner Woche, Berliner Feuerwehr, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, BVV Marzahn-Hellersdorf, Berliner Morgenpost, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, BVG, Stefan Ziller, Tagesspiegel, Die Wohnungsbaugenossenschaften
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Seitdem die CDU in Marzahn-Hellersdorf an der Macht ist, wird der Bezirk in rasender Geschwindigkeit gegen die Wand gefahren. Czaja, Gräff, Hermann und Zivkovic opfern die Lebensbedingungen tausender Berliner um ihren Immobilienfreunden die Taschen zu füllen. Dabei wird am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord vermutluch nicht mal die Statik hergeben, dass man so riesige Bauten errichten kann. Das Ergebnis wird wie am Alex die Zerstörung der U-Bahn sein!