Die Sanierung des U-Bahnhofs Adenauerplatz soll 2027 beginnen. Die BVG plant neue Bahnsteige, sanierte Ausgänge, erneuerte Technikräume und eine Neugestaltung der Bahnhofswände.

Zu sehen ist der Bahnsteig des U-Bahnhofs Adenauerplatz mit der historischen Wandverkleidung und den großflächigen Schriftzügen vor Beginn der geplanten Sanierung.

Die frühere Gestaltung des U-Bahnhofs Adenauerplatz mit den markanten Schriftzügen verschwindet im Rahmen der umfassenden Sanierung der Station. / © Foto: Wikimedia Commons, Fred Romero from Paris, France, CC BY 2.0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0

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Seit Jahren prägen freigelegte Betonflächen das Bild des U-Bahnhofs Adenauerplatz. Nun nennt die BVG einen konkreten Starttermin für die umfassende Sanierung. Das Vorhaben betrifft nicht nur die sichtbaren Bahnhofswände, sondern nahezu alle zentralen Bereiche der Station. Während der Arbeiten soll der Betrieb der U7 grundsätzlich weiterlaufen.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: Adenauerplatz, 10629 Berlin
  • Verkehrsanbindung: U-Bahn-Linie U7
  • Baubeginn: Januar 2027
  • Fertigstellung: etwa 2032

Der U-Bahnhof Adenauerplatz soll von Januar 2027 an grundlegend erneuert werden. Das geht aus der Antwort des Berliner Senats auf eine Schriftliche Anfrage des SPD-Abgeordneten Reinhard Naumann hervor. Die BVG rechnet nach dem derzeitigen Planungsstand mit einer Gesamtbauzeit von rund fünf Jahren. Eine detaillierte Abfolge der Arbeiten steht jedoch noch nicht fest. Der Bauablaufplan und das Leistungsverzeichnis für die Vergabe der Hauptbauleistungen befanden sich Anfang Juli 2026 noch in der Ausarbeitung.

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U-Bahnhof Adenauerplatz: Asbestfund veränderte den Umfang der Sanierung

Im Vorfeld hatten Untersuchungen für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs neue Erkenntnisse gebracht. Am 20. März 2020 öffnete die BVG einzelne Wandplatten hinter den Gleisen, um die Konstruktion statisch zu prüfen. Dabei stellte sie fest, dass Bestandteile der Wandpaneele Asbest enthielten. Daraufhin ließ sie die betroffenen Verkleidungen vollständig entfernen. Eine provisorische neue Verkleidung brachte sie nicht an, da die Hintergleiswände im Zuge der späteren Grundinstandsetzung ohnehin neu gestaltet werden sollten.

Bei den Untersuchungen kamen zudem weitere Schadensbilder zum Vorschein. Die BVG weitete das zunächst auf den barrierefreien Ausbau ausgerichtete Vorhaben deshalb zu einem eigenständigen Projekt für eine umfassende Grundinstandsetzung aus.

Nun sollen nicht nur die Hintergleiswände, sondern auch nahezu die gesamte Deckenfläche instandgesetzt werden. Die freiliegenden Wandbereiche, die das Erscheinungsbild des Bahnhofs seit Jahren bestimmen, bleiben damit bis zum Beginn der eigentlichen Sanierung sichtbar.

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Das Bild zeigt den Zugang zum U-Bahnhof Adenauerplatz mit Fahrstuhl.

Der Eingang zum U-Bahnhof Adenauerplatz soll während der Sanierung grundsätzlich nutzbar bleiben. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0

Neue Bahnsteigplatte am U-Bahnhof Adenauerplatz

Der geplante Umfang geht jedoch weit über eine neue Wandverkleidung hinaus. Die BVG will alle vier Ausgänge einschließlich ihrer Betonkonstruktionen sanieren. Für jeden einzelnen Aufgang setzt sie eine Bauzeit von etwa einem Jahr an. Parallel sollen die Verteilerhalle und die dortigen Verkaufsflächen erneuert werden. Auch die Zugänge von der Verteilerhalle zur Gleisebene gehören zum Projekt.

Besonders tief greift der geplante Umbau am Bahnsteig ein. Die vorhandene Bahnsteigplatte soll abgerissen und neu gebaut werden. Hinzu kommen Betoninstandsetzungen an der Bahnhofsdecke und an den gesamten Hintergleiswänden. Für deren spätere Gestaltung plant die BVG eine Verkleidung aus Emaille. Außerdem sollen die Technikräume saniert und mit neuer Technik nach aktuellem Standard ausgestattet werden. Auch die Aufzugsanlagen stehen auf der Maßnahmenliste.

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BVG will den Betrieb der U7 aufrechterhalten

Die Bauarbeiten sollen so organisiert werden, dass Fahrgäste den U-Bahnhof Adenauerplatz weiterhin nutzen können. Das begrenzt jedoch die verfügbaren Arbeitszeiten. Vor allem Maßnahmen auf der Verteilerebene und an den Abgängen zum Bahnsteig können aber nach Angaben der BVG teilweise nur während der nächtlichen Betriebspausen stattfinden. Diese Einschränkung trägt zur langen Gesamtbauzeit bei.

Ob alle Arbeiten tatsächlich bis etwa 2032 abgeschlossen werden können, hängt laut Senatsantwort auch von der Abstimmung verschiedener Gewerke und Fachabteilungen ab.

Auch oberhalb des U-Bahnhof Adenauerplatz wird gebaut

Während unter dem Adenauerplatz die Vorbereitungen für die Sanierung laufen, verändert sich auch die Oberfläche des Platzes. Direkt gegenüber dem U-Bahnhof wird das frühere „Panorama-Hotel“ zu einem gemischt genutzten Ensemble umgebaut. Der Entwurf von Max Dudler Architekten verbindet den bestehenden Hotelturm mit ergänzenden Baukörpern. Vorgesehen sind Hotel-, Wohn- und Büroflächen sowie Gastronomie und Einzelhandel. Die Fassadenarbeiten liefen im Juli 2026 bereits sichtbar.

Damit treffen am Adenauerplatz zwei voneinander unabhängige Bauvorhaben aufeinander. Für die Sanierung des U-Bahnhofs steht der nächste entscheidende Schritt noch bevor: die Vergabe der Bauleistungen. Dann kann es im Januar 2027 hoffentlich losgehen.

U-Bahnhof Adenauerplatz

 

Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 19/26441, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Berliner Verkehrsbetriebe

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