Neue Strecken, neue Züge und große Sanierungen im Berliner U-Bahn-Netz: ENTWICKLUNGSSTADT zeigt die wichtigsten U-Bahn-Projekte in Berlin.
© Titelbild: BVG / Wolfgang Hemmann
Der Ausbau der Berliner U-Bahn schreitet auf ganz unterschiedliche Weise voran. Während einige Projekte bereits auf der Baustelle sichtbar sind, laufen andere noch durch Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Gleichzeitig investiert die BVG in moderne Fahrzeuge und die Erneuerung bestehender Strecken. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt, welche U-Bahn-Projekte Berlin in den kommenden Jahren besonders beschäftigen werden.
U3 zum Mexikoplatz: Kurzer Tunnel mit großer Netzwirkung

Am S-Bahnhof Mexikoplatz soll bis Ende 2030 der neue Endbahnhof der verlängerten U3 entstehen. Das Projekt schafft eine direkte Umsteigemöglichkeit zwischen U-Bahn und S-Bahn im Berliner Südwesten. / © Foto: Wikimedia Commons, A.Savin, CC BY-SA 3.0
- Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
- Strecke: Krumme Lanke – Mexikoplatz
- Projektstatus: Planfeststellungsverfahren
- Fertigstellung: 2030
Die Verlängerung der U3 zum Mexikoplatz soll eine seit Jahrzehnten bestehende Lücke im Berliner Schnellbahnnetz schließen. Die neue Strecke beginnt hinter dem heutigen Endbahnhof Krumme Lanke und verläuft unterirdisch bis zum S-Bahnhof Mexikoplatz. Dort entsteht ein direkter Übergang zur S1. Der Senat rechnet auf dem neuen Abschnitt mit bis zu 12.000 Fahrgästen pro Tag.
Die Planunterlagen lagen bereits öffentlich aus, das Planfeststellungsverfahren läuft. Im Berliner Haushalt wurden zuletzt rund 160 Millionen Euro für das Projekt berücksichtigt. Ob die bislang angestrebte Eröffnung im Jahr 2030 eingehalten werden kann, hängt vom weiteren Genehmigungsverfahren und vom tatsächlichen Baustart ab. Ein verbindlicher Termin für den Beginn der Bauarbeiten liegt noch nicht vor.
U6 nach Alt-Tegel: Sanierung dauert länger als geplant

Die U6 endet seit November 2022 am Kurt-Schumacher-Platz. Die Wiederinbetriebnahme des Abschnitts bis Alt-Tegel verzögert sich weiterhin. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Reinickendorf
- Strecke: Kurt-Schumacher-Platz – Alt-Tegel
- Projektstatus: Im Bau
- Fertigstellung: frühestens 2027
Die Sanierung der U6 im Berliner Norden entwickelt sich zu einer der langwierigsten BVG-Baustellen. Seit November 2022 fahren zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel keine U-Bahnen. Die BVG erneuert dort Gleise, Dämme und Brücken. Außerdem saniert sie die Bahnhöfe Alt-Tegel, Borsigwerke, Holzhauser Straße und Scharnweberstraße und baut sie barrierefrei um.
Ursprünglich sollte die Strecke deutlich früher wieder öffnen. Einsprüche in Vergabeverfahren, zusätzliche Schäden, veränderte gesetzliche Anforderungen, Lieferprobleme und witterungsbedingte Unterbrechungen brachten den Terminplan durcheinander. Die BVG stimmt die Abläufe der zahlreichen Teilgewerke neu ab und prüft Möglichkeiten zur Beschleunigung. Fest steht nur, dass die U6 auch 2026 nicht vollständig bis Alt-Tegel fahren wird. Ein belastbarer Eröffnungstermin fehlt weiterhin.
U8 ins Märkische Viertel: Erste Bohrungen für die Verlängerung

Die U-Bahnlinie 8 soll bis in Märkische Viertel verlängert werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Kevin.B, CC BY 4.0
- Bezirk: Reinickendorf
- Strecke: Wittenau – Senftenberger Ring
- Projektstatus: Grundlagenplanung abgeschlossen
- Fertigstellung: Noch offen
Die U8 soll vom Bahnhof Wittenau bis ins Märkische Viertel verlängert werden. Die bevorzugte Trasse führt unter dem Wilhelmsruher Damm zum Senftenberger Ring. Vorgesehen sind Stationen am Märkischen Zentrum, an der Treuenbrietzener Straße und an der Wesendorfer Straße sowie ein neuer Endbahnhof. Die Grundlagenuntersuchung bewertet die U-Bahn als geeignetstes Verkehrsmittel für diesen Korridor.
Im Sommer 2026 begannen erste Baugrunduntersuchungen. Dabei handelt es sich noch nicht um den eigentlichen Tunnelbau. Die Bohrungen sollen Informationen über Boden, Grundwasser und technische Risiken liefern. Erst danach können Entwurf, Kosten und Bauverfahren weiter ausgearbeitet werden. Für die Finanzierung des späteren Baus setzt Berlin auch auf Bundesmittel. Ein Baustart oder eine Inbetriebnahme lassen sich derzeit nicht verlässlich nennen.
Neue U-Bahnzüge für U5 bis U9: Baureihe J in Betrieb

Die neuen U-Bahnen der BVG aus der Baureihe J fahren bereits durch Berlin. / © Foto: Stadler Rail Group.jpg
- Einsatzgebiet: Berliner Großprofilnetz
- Linien: U5, U6, U7, U8 und U9
- Projektstatus: Serienauslieferung und Fahrgastbetrieb
- Auslieferung: 2026 und 2027
Seit Mai 2026 fahren auf der U5 die neuen U-Bahnzüge der Baureihe J im regulären Betrieb. Zunächst setzte die BVG täglich bis zu 36 Wagen ein, die sechs Züge in maximaler Länge bilden. Bis Ende 2026 soll die Flotte nach Angaben des Unternehmens auf rund 170 Wagen wachsen. Weitere rund 170 Wagen hat die BVG bereits bestellt. Sie sollen 2027 folgen.
Die Fahrzeuge sind für das Großprofil der Linien U5 bis U9 bestimmt. Sie besitzen durchgängige Innenräume, breitere Einstiegsbereiche, Mehrzweckflächen und neue Fahrgastanzeigen. Hinweise zu Umsteigemöglichkeiten, Ausgängen und Aufzügen erscheinen bereits während der Fahrt. Mit den neuen Zügen ersetzt die BVG schrittweise ältere Baureihen und kann die übergangsweise auf der U5 eingesetzten Kleinprofilzüge wieder auf die Linien U1 bis U4 zurückführen.
U-Bahn-Ausbau in Berlin: Zwischen neuen Strecken und moderneren Fahrzeugen
Die Projekte zeigen, dass der Ausbau der Berliner U-Bahn auf mehreren Ebenen gleichzeitig stattfindet. Mit der Verlängerung der U3 und den Planungen für die U8 soll das Streckennetz wachsen. Parallel modernisiert die BVG ihre Fahrzeugflotte und investiert mit der Sanierung der U6 in die bestehende Infrastruktur.
Quellen: Deutsche Bahn AG, DB InfraGO AG, Berliner Verkehrsbetriebe, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, Projekt i2030, Eisenbahn-Bundesamt, Abgeordnetenhaus von Berlin
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4 Kommentare
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Im Herbst 1990 nahm ich an einem Symposium der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Ausbau des Schienenverkehrs im vereinigten Berlin teil.Ein Vertreter der CDU(Verkehrspolitischer Sprechrr? Im Abgeordnetenhaus stellt uns due Pläne zum Lüclrnschluss im U und S Bahnnetz vor.
Dazu gehörte auch de kurzfristige Lückenschluss von der damaligen U1 zum S-Bshnring .
Nach 35 Jahren ist due Lücke immer noch nicht geschlossen
AVANTI DILETTANTI
Genauso verhält es sich mit dem S-Bahn Lückenschluss Spandau-Falkensee/Nauen,
Henningsdorg-Velten, Zehlendorf-Stahnsdorf Stammbahn Potsdam,U 8 Märkisches Viertel usw.usw.
Kein Wunder wenn jede Regierung in Berlin das Konzept seiner Vorgänger in die Tonne tritt nur um sich ideologisch abzusetzen.
Ich erinnere gerne an das Ping-Pong-Spiel gewisser Damen:
Friedrichstraße Auf / Zu / Auf / Zu / Auf.
Ohne das die Qualität der Straße einen Millimeter verbessert wurde….
Ein Kompromiss, Einbahnstraße mit breitem begrüntem Gehweg auf einer Seite kam natürlich niemandem in den Sinn
Auffallend, dass diese Pläne immer kurz vor den Wahlen publiziert werden, um danach unabwendbaren Sparmaßnahmen zum Opfer zu fallen.
Schön, dass was passiert. Insgesamt aber dann doch zu wenig. Klar ists teuer, aber hier sehe ich auch den Bund mehr gefordert.