Die landeseigene degewo hat den Generalübernehmer für die ersten beiden Baufelder im Schumacher-Quartier beauftragt. Damit startet die konkrete Entwurfs- und Umsetzungsphase eines Wohnprojekts auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel.

Lange war unklar, wie das Schumacher-Quartier finanziert werden soll. Mit dem nun vergebenen Zuschlag liegt erstmals eine verbindliche Grundlage für die bauliche Umsetzung vor, sodass das Vorhaben in die nächste Projektphase eintreten kann. / © Visualisierung: Tegel Projekt GmbH
© Visualisierungen: Tegel Projekt GmbH
Mit der Vergabe an die B&O-Gruppe beginnt die degewo nun mit der detaillierten Planung der ersten 328 Wohnungen im Schumacher-Quartier. Das neue Stadtviertel in Reinickendorf gilt als eines der größten Entwicklungsgebiete Berlins. Die Gebäude sollen vier bis sechs Geschosse umfassen und Wohnraum für unterschiedliche Bedürfnisse bieten, vom Einzimmerapartment bis zur Familienwohnung. Rund die Hälfte der Wohnungen wird gefördert und soll voraussichtlich zu sieben Euro pro Quadratmeter nettokalt vermietet werden.
Neben den Wohnungen entstehen in den ersten beiden Baufeldern Gewerbeflächen und eine Kindertagesstätte. Der Baustart ist für August 2026 vorgesehen, die Fertigstellung und Bezugsfähigkeit der ersten Wohnungen für Ende 2028.
Reinickendorf: Schumacher-Quartier entsteht in Holzhybridbauweise und setzt auf ökologische Energiesysteme
Die degewo setzt bei den Neubauten auf eine ressourcenschonende Holzhybridbauweise. Ergänzend kommt das Schwammstadt-Prinzip zum Einsatz, das Regenwasser vor Ort speichert und versickern lässt. Damit reagiert die Baugesellschaft auf klimatische Herausforderungen in dicht bebauten Stadtgebieten.
Darüber hinaus erhält das gesamte Schumacher-Quartier ein autoarmes Mobilitätskonzept mit Priorität für Fuß- und Radwege. Grünräume sollen die Wegeführung begleiten. Die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt über ein ökologisches Low-Exergy-Netz, das eine besonders energieeffiziente Betriebsweise ermöglicht. Durch das Konzept des „Animal-Aided Design“ entstehen darüber hinaus gezielt neue Lebensräume für Tiere im urbanen Raum.
10.000 Menschen sollen im Schumacher-Quartier leben
Berlins Bausenator Christian Gaebler erklärte, das Projekt entwickle sich sichtbar weiter und sei ein zentraler Baustein der stadtweiten Wohnraumoffensive. Mehr als 10.000 Menschen sollen im fertigen Quartier leben. Gaebler betonte, das Schumacher-Quartier könne sowohl zur Entspannung des angespannten Wohnungsmarkts beitragen als auch neue Standards für sozial gemischte und klimagerechte Stadtentwicklung setzen.
Auch die degewo sieht im Vorhaben ein Signal für bezahlbaren Wohnraum mit ökologischer Verantwortung. Die Vorstandsmitglieder Christoph Beck und Pascal Atzert verwiesen auf die Bedeutung von Holzhybridbauweise, Schwammstadt-Prinzip und Low-Exergy-Netz und erklärten, diese Elemente zeigten, wie moderne Technologien im Wohnungsbau zusammenwirken können.
Wohnen in Tegel: Weiterentwicklung des ehemaligen Flughafenareals
Das Schumacher-Quartier bildet einen wesentlichen Bestandteil des Projekts „Berlin TXL“. Die Tegel Projekt GmbH plant auf dem früheren Flughafengelände mehr als 5.000 Wohnungen. Neben der degewo wird auch die Gesobau zwei weitere Baufelder entwickeln.
Die Planung der ersten 810 Wohnungen wurde bereits im September 2024 beschlossen. Ursprünglich sollte auch die Gewobag einen Teil des ersten Bauabschnitts realisieren, zog sich jedoch Anfang des Jahres aufgrund paralleler Großprojekte zurück. Der Wohnungsbau bleibt dennoch ein gemeinsames Vorhaben der landeseigenen Gesellschaften, die den Anspruch verfolgen, ein nachhaltiges und sozial ausgewogenes Stadtquartier zu schaffen.
Ob der geplante Fertigstellungstermin für 2028 gehalten werden kann, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Mit der Beauftragung des Generalübernehmer ist die Umsetzung des Quartiers jedoch sichtbar vorangekommen.
Quellen: DEGEWO, Tegel Projekt GmbH, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Der Tagesspiegel
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Es ist mir ja fast schon peinlich immer zu meckern aber der Flughafen schloss 2020, und die erste Eröffnung BER war für 2011 geplant.
Alle Planungen hätten also 2020 längst in der Schublade liegen müssen.