Im Harburger Binnenhafen kommt nach Jahren des Stillstands wieder Bewegung in das Projekt „Neuländer Quarree“. Neue Planungen setzen stärker auf Wohnungsbau und reagieren damit auf veränderte Marktbedingungen. Dennoch bleiben zentrale Fragen zur Finanzierung und zum Zeitplan weiterhin offen.

Blick auf die Brücke über den Östlicher Bahnhofskanal. Am Rand des schmalen Kanals sind kleine Lauben.

Am Östlichen Bahnhofskanal im Harburger Binnenhafen gibt es schon seit Jahren Planungen zur Entwicklung des „Neuländer Quarree“. Die Fläche lag in den vergangenen Jahren jedoch weitgehend brach, nachdem das Projekt mehrfach ins Stocken geraten war. Nun sollen die Planungen angepasst werden. / © Foto: Wikimedia Commons, flamenc, CC BY-SA 3.0

© Visualisierung Titelbild: Behörde für Stadtenwicklung und Wohnen; Entwurf: MÄCKLER ARCHITEKTEN; Visualisierung: silisight; Datengrundlage: Google Earth

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Das Großprojekt „Neuländer Quarree“ stand erneut im Stadtentwicklungsausschuss in Harburg auf der Tagesordnung und rückt damit wieder in den Fokus. Bereits vor rund 14 Jahren entstanden erste Planungen für das Areal im östlichen Binnenhafen, die jedoch in einem Insolvenzverfahren endeten.

Auch ein  zweiter Anlauf führte nicht zum Ziel, denn der Berliner Investor Christoph Gröner entwickelte die Planungen zwar in den Jahren 2018 und 2019 weiter, doch nach dem Verkauf der CG Gruppe an Consus Real Estate kam es zu weiteren Eigentümerwechseln, wodurch das Projekt immer wieder verzögert wurde.

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Neue Planungen im Harburger Binnenhafen: Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen führen zu mehr Wohnraum

Inzwischen nimmt das Projekt wieder Fahrt auf. Der Name des Projekts wurde von „Neuländer Quarree“ zu „Neuländer Quartier“ geändert und die Becken Development GmbH hat als Service Developer die konzeptionelle Entwicklung übernommen. Das Unternehmen koordiniert, laut Immobilien Zeitung, die Planungen für beide Flächen an der Neuländer Straße und arbeitet dabei eng mit Bezirk, Architekten und weiteren Beteiligten zusammen.

Da sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit 2019 deutlich verändert haben wird das veraltete Nutzungskonzept jetzt überarbeitet. Statt eines hohen Gewerbeanteils rückt nun der Wohnungsbau in den Mittelpunkt. Während ursprünglich rund 25.620 Quadratmeter Wohnfläche und etwa 333 Wohnungen vorgesehen waren, dominierten zuvor Gewerbeflächen mit etwa 62.100 Quadratmetern.

Nun sollen deutlich mehr Wohnungen entstehen, außerdem legen die Planer Störmer Murphy and Partners verstärkt Wert auf preiswertes Wohnen, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Zudem entfällt das ursprünglich geplante Hotel der Kette Marriott vollständig.

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Herausforderungen im Planungsgebiet an der Neuländer Straße: Brachflächen, Denkmalschutz

Vor Ort zeigt sich weiterhin eine schwierige Ausgangslage, denn entlang der Neuländer Straße prägen große Brachflächen und leerstehende Gebäude das Bild. Besonders die ehemalige Gummi-Fabrik fällt auf, deren Zustand sich in den vergangenen Jahren sichtbar verschlechtert hat.

Gleichzeitig erschweren bauliche und denkmalpflegerische Anforderungen die Entwicklung, denn Teile der Fabrikgebäude stehen unter Denkmalschutz. Zudem gilt die Fassade des Hauptgebäudes als schadstoffbelastet, dennoch muss sie teilweise erhalten bleiben.

Daher greifen die neuen Planungen sowohl auf frühere Konzepte zurück als auch auf den 2025 beschlossenen Rahmenplan für den östlichen Binnenhafen, der die Grundlage für die weitere Entwicklung bildet, so das Hamburger Abendblatt.

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Perspektive für das „Neuländer Quartier“ in Harburg: Finanzierung, Zeitplan und politische Einschätzungen

Trotz der neuen Dynamik bleiben zentrale Fragen offen, denn die Finanzierung des Projekts ist weiterhin nicht geklärt. Becken Development entwickelt zwar Konzepte, investiert jedoch nicht selbst, sodass weiterhin unklar bleibt, welche Investoren die Umsetzung übernehmen könnten, wie der NDR berichtet.

Auch der Zeitplan lässt sich bislang nicht konkret fassen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Richter äußerte sich laut NDR zwar vorsichtig optimistisch, machte jedoch deutlich, dass die zeitlichen Abläufe derzeit noch völlig offen seien. Damit deutet sich zwar ein neuer Anlauf an, zugleich dürfte sich die Umsetzung des Projekts noch über mehrere Jahre hinziehen.

Teils denkmalgeschützten ehemaligen Fabrikgebäuden der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie

Die teils denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen New York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie prägen das Areal an der Neuländer Straße. Das Unternehmen produzierte hier bis 2009, bevor der Standort nach Lüneburg verlagert wurde. Die Bestandsgebäude sollen im Zuge der neuen Planungen teilweise erhalten und weiterentwickelt werden. / © Foto: Wikimedia Commons, KaiBorgeest, CC BY-SA 4.0

Quellen: Becken Holding, IZ Immobilien Zeitung, Hamburger Abendblatt, Norddeutscher Rundfunk

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