Mit dem geplanten Neubau „CIPHOR“ entsteht auf dem Campus an der Hertzallee ein zukunftsorientiertes Zentrum für Photonik und Quantenforschung. Der Zuschlag für den Entwurf des Architekturbüros Telluride markiert einen entscheidenden Schritt für das Projekt, das die TU Berlin wissenschaftlich und räumlich neu aufstellen soll.

Lageplan Physikneubau „CIPHOR“, Berlin-Charlottenburg

Der geplante „CIPHOR“-Neubau entsteht auf dem Ost-Campus der TU Berlin zwischen dem IMoS und dem Wirtschaftsgebäude des Berliner Zoos. Das Gebäude markiert künftig einen zentralen Knotenpunkt im Entwicklungsgebiet an der Hertzallee. / © Visualisierung: TU Berlin, Yellow Z heinlewischer

© Visualisierung Titelbild: Telluride Architektur
© Visualisierung: TU Berlin, Yellow Z heinlewischer

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Nachdem die Technische Universität (TU) Berlin wegen ihres erheblichen Sanierungsstaus zuletzt immer wieder in den Schlagzeilen stand, richtet sie den Blick nun mit einem Neubauprojekt klar nach vorn. Am Standort Müller-Breslau-Straße entsteht ein Neubau für die Physik, der künftig das „CIPHOR“ (Center for Integrated Photonics Research) aufnehmen soll. Bauherrin ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, die das Vergabeverfahren gemeinsam mit der Wissenschaftsverwaltung und der Universität gesteuert hat. Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro Telluride, dessen Entwurf sich in einem zweistufigen Verfahren durchsetzen konnte.

Das Grundstück zwischen dem Interdisziplinären Zentrum für Modulation und Simulation (IMoS) und dem Wirtschaftsgebäude des Berliner Zoos erfordert eine kompakte und funktionale Bauweise. Geplant ist ein fünfgeschossiger Baukörper mit 4.496 Quadratmetern Nutzfläche. Der Kostenrahmen liegt bei rund 93,75 Millionen Euro, davon entfallen 6,7 Millionen Euro auf spezialisierte Forschungsgeräte.

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Finanzierung des Physikneubaus: Bundesmittel und eigene Ressourcen der TU Berlin

Finanziert wird der Neubau aus Bundesmitteln in Höhe von 31,325 Millionen Euro sowie aus Eigenmitteln der Universität. Die Finanzierung war im Frühjahr 2025 noch unklar, da die TU zunächst keine Rücklagen einsetzen durfte. Inzwischen soll die Universität ihren Finanzierungsanteil aus eigenen Mitteln tragen, was den Weg für die Umsetzung freimacht.

Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra betonte, Photonik, Quantenphysik und Halbleiterforschung seien zentrale Wissenschaftsfelder, die technologische Entwicklungen nachhaltig beeinflussen. Der Neubau schaffe ein Umfeld, in dem diese Bereiche weiter ausgebaut werden könnten. Für die TU sei das Projekt zudem eine Voraussetzung, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Tellurides Vision: Funktionalität und klare Struktur bestimmen das „CIPHOR“

Der Entwurf von Telluride orientiert sich an den Anforderungen experimenteller Physik. Geplant ist ein zentral organisierter Laborkern, der das Gebäude strukturiert. Herzstück wird ein großformatiger Reinraum im zweiten Obergeschoss mit einer stützenfreien Breite von 14 Metern, der höchste technische Standards erfüllt.

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Die Fassade soll die innere Struktur des Gebäudes sichtbar machen und wird durch begrünte Elemente und Terrassen ergänzt. Auf dem Dach sind Photovoltaikanlagen vorgesehen, unterstützt durch Systeme zur Wärmerückgewinnung. Auch im Inneren will das Projekt auf klar definierte Forschungsbereiche, kurze Wege und schwingungsisolierte Labore für Laser- und Röntgentechnologien setzen.

Ein neuer wissenschaftlicher Baustein für den Campus Charlottenburg

Der Neubau folgt einem städtebaulichen Masterplan für das Areal an der Hertzallee. Eine begrünte Promenade an der Westseite des Gebäudes soll neue Aufenthaltsbereiche schaffen. Die Zugänge sind klar strukturiert, der Haupteingang liegt im Süden, die Anlieferung erfolgt von Nordosten.

Die TU Berlin begründet den Neubau damit, dass das bisher genutzte Eugene-Wigner-Gebäude den Anforderungen moderner Forschung nicht mehr gewachsen ist. Das Bestandsgebäude sei „so stark sanierungsbedürftig, dass einzig dieser Ersatz-Neubau als Lösung infrage kommt“, so TU-Kanzler Lars Oeverdieck.

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TU Berlin erhält Physikneubau: Baubeginn ab 2028 geplant

Der Neubau in der Müller-Breslau-Straße 11-12 soll 2028 in die Umsetzung gehen. Mit seiner Fertigstellung erhält Berlin einen Neubau, der zentrale Zukunftsbereiche stärkt und der TU Berlin neue Möglichkeiten eröffnet, große Förderprojekte einzuwerben. Zugleich soll das „CIPHOR“ langfristig zur Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandorts Charlottenburg beitragen.

Bis der Physikneubau steht, entwickelt die TU jedoch zunächst mit der „Chemical Invention Factory“ ein europaweit einzigartiges Zentrum für Grüne Chemie, das Forschung, Start-ups und Wirtschaft enger verzahnt. Trotz der zuletzt häufig kritisierten baulichen Engpässe signalisiert die Universität mit beiden Projekten klaren Aufbruch – und setzt darauf, dass moderne Infrastruktur künftig die wissenschaftliche Entwicklung stärker tragen kann, als es die Altbauten lange zuließen.

Quellen: Competitionline, Senatsverwaltung für Stadt­ent­wicklung, Bauen und Wohnen, Telluride Architektur, TU Berlin, Tagesspiegel

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2 Kommentare

  1. Löwe 10. Dezember 2025 at 21:52 - Reply

    „Auf dem Dach sind Photovoltaikanlagen vorgesehen, unterstützt durch Systeme zur Wärmerückgewinnung.“

    Das sollte überall Standard sein^^

  2. Löwe 10. Dezember 2025 at 21:54 - Reply

    Der Entwurf gefällt mir, das wird den Platz dort helfen aufzuwerten.

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