An der Technischen Universität Berlin ist erneut ein zentraler Gebäudeteil gesperrt worden, weil die Notstromversorgung nicht funktioniert. Die Entscheidung der Behörden trifft den Campus in einer ohnehin angespannten Phase und führt zu neuen organisatorischen Problemen.

Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin mit dem vorgelagerten Scheibenhochhaus.

Das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin mit dem vorgelagerten Scheibenhochhaus, das seit einer behördlichen Begehung aufgrund einer defekten Notstromversorgung vollständig gesperrt ist. Die Schließung betrifft zahlreiche Lehr und Arbeitsräume und zwingt die Hochschule dazu, Ausweichflächen auf dem gesamten Campus zu organisieren. / © Foto: Wikimedia Commons, TU Berlin/Pressestelle/Ulrich Dahl

© Fotos: Wikimedia Commons, Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0 

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Die Technische Universität Berlin (TU) musste einen Hochhausteil ihres Hauptgebäudes vollständig schließen, nachdem die Bauaufsicht und die Berliner Feuerwehr gravierende Mängel an der Notstromversorgung festgestellt hatten. Die Hochschule erklärte, dass der Neubauteil seit vergangenem Freitag grundsätzlich nicht mehr genutzt werden dürfe und dass diese Entscheidung unmittelbar nach einer gemeinsamen Begehung getroffen worden sei, wie der Tagespiegel berichtet. Da es sich um das Scheibenhochhaus handelt, das seit den sechziger Jahren vor dem historischen Altbau steht, trifft die Sperrung einen stark frequentierten Ort auf dem Campus.

Die Universität betont, dass die Nutzungseinschränkung notwendig sei, weil sicherheitsrelevante Anlagen im Ernstfall nicht zuverlässig funktionieren würden. Da Brandmelder, Sicherheitsleuchten und die Löschwasserversorgung bei einem Stromausfall nicht ausreichend abgesichert sind, sahen die Behörden keine Alternative zu einer vorsorglichen Schließung. Obwohl der Altbau aus dem 19. Jahrhundert unproblematisch bleibt, entstehen durch den Ausfall des Hochhausteils eine Belastungen für Lehre und Verwaltung.

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Fehlende Notstromversorgung im Scheibenhochhaus an der Straße des 17. Juni: Gründe für die behördliche Entscheidung

Die geltenden Brandschutzvorgaben verlangen für hohe Gebäude eine funktionierende Notstromversorgung, damit sicherheitstechnische Systeme auch bei einem vollständigen Stromausfall nutzbar bleiben. Normalerweise übernehmen dieselbetriebene Aggregate diese Aufgabe und stellen sicher, dass alle kritischen Funktionen unabhängig vom öffentlichen Netz weiterlaufen. Da diese wichtige Redundanz im Scheibenhochhaus der TU Berlin derzeit nicht gegeben ist, musste die Behörde eingreifen.

Da nicht absehbar ist, wann eine Reparatur abgeschlossen sein wird, bleibt die Sperrung zeitlich unbestimmt. Für die Universität bedeutet dies, dass Lehrveranstaltungen und Arbeitsprozesse kurzfristig in andere Gebäude verschoben werden müssen, was den ohnehin belasteten Betrieb weiter erschwert. Die Verantwortlichen betonen, dass die Maßnahme notwendig sei, um jegliche Gefahr im zu vermeiden.

Sanierungsstau an der TU Berlin: Warnungen aus der Hochschule und Reaktionen der Studierenden

Die Sperrung reiht sich in eine lange Liste baulicher Probleme ein, die bereits im offenen Brief des Sommers 2023 als Ausdruck eines verzweifelten Gesamtzustands beschrieben worden waren. Dort wurde darauf hingewiesen, dass Wasserrohrbrüche, defekte Labore und eine sanierungsbedürftige Haustechnik den Betrieb seit Jahren beeinträchtigen. Die Vorsitzende des Personalrats erklärte, dass wiederholte Sperrungen für erheblichen Aufwand sorgen und den Lehralltag stark beeinflussen.

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Parallel dazu kritisierte der Allgemeine Studierendenausschuss die angekündigten Einsparungen der Landespolitik. Vertreter des AStA äußerten die Sorge, dass durch die Kürzungen sowohl die Qualität der Lehre als auch studentische Beschäftigungsmöglichkeiten leiden würden.

Quellen: Der Tagesspiegel, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), TU Berlin 

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