Das Hauptgebäude der TU Berlin ist seit Monaten weitgehend geschlossen. Nun bereitet die Universität eine Teilöffnung vor. Zunächst könnten Hörsäle im Erdgeschoss wieder regulär genutzt werden.

Das Hauptgebäude der TU Berlin an der Straße des 17. Juni ist seit Mai 2026 weitgehend geschlossen. Die Universität bereitet nun eine Teilöffnung des Gebäudes vor. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Seit Monaten prägt die Sperrung des Hauptgebäudes den Alltag an der TU Berlin. Lehrveranstaltungen mussten umziehen, Beschäftigte ihre Büros verlassen und viele Angebote auf andere Gebäude ausweichen. Nun zeichnet sich erstmals ein Weg zurück in das zentrale Gebäude an der Straße des 17. Juni ab. Doch von einer vollständigen Wiedereröffnung ist die Universität noch weit entfernt.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
- Projektstatus: Hauptgebäude weitgehend geschlossen, Teilöffnung in Vorbereitung
- Schließung: seit 9. Mai 2026
Das Hauptgebäude ist seit dem 9. Mai 2026 weitgehend gesperrt. Bei einer Begehung am Vortag hatten Bauaufsicht und Berliner Feuerwehr erhebliche bauliche Mängel festgestellt. Nach Angaben der TU entspricht das Gebäude unter anderem nicht mehr den heutigen Anforderungen an den Brandschutz. Bereits zuvor hatte es Probleme gegeben: Im November 2025 musste das Haus wegen technischer Mängel für rund zwei Wochen schließen.
TU Berlin prüft Teilöffnung der Hörsäle im Erdgeschoss
Inzwischen nutzt die TU zumindest einzelne Bereiche wieder. Im Audimax und in einem weiteren Hörsaal finden laut Universität seit einigen Wochen Prüfungen statt. Weitere Flächen könnten folgen. Derzeit lässt die TU prüfen, unter welchen Bedingungen eine größere Teilnutzung aus Sicht des Brandschutzes möglich wäre. In etwa einem Monat erwartet die Hochschule die Ergebnisse einer externen Machbarkeitsstudie.
Im Fokus stehen zunächst die Hörsäle im Erdgeschoss. Sie könnten für Prüfungen und, sofern alle nötigen Voraussetzungen erfüllt sind, auch wieder für reguläre Lehrveranstaltungen öffnen. Einen Termin nennt die TU bislang ausdrücklich nicht. Klar ist dagegen, dass Fakultäten und Verwaltung im Wintersemester 2026/27 nicht vollständig in das Hauptgebäude zurückkehren können.
Die Vorlesungszeit beginnt am 12. Oktober. Trotzdem will die TU alle rund 4.000 Lehrveranstaltungen des kommenden Semesters in Präsenz anbieten. Dafür sollen andere Räume stärker ausgelastet und Veranstaltungen bei Bedarf in Randzeiten gelegt werden.
Hauptgebäude steht für den Sanierungsstau der Berliner Hochschulen
Die Sperrung betrifft jedoch weit mehr als Hörsäle. Im Hauptgebäude lagen vor der Schließung unter anderem rund 400 Quadratmeter studentische Flächen sowie etwa 1.800 Quadratmeter Bibliotheksflächen. Auch Beratungsstellen und zahlreiche Fachgebiete mussten ausweichen. Der Sanierungsbedarf der gesamten TU Berlin liegt nach Angaben der Hochschule bei rund 2,4 Milliarden Euro.
Gleichzeitig investiert die TU in neue Forschungsbauten. Erst Anfang September feierte sie das Richtfest für die Chemical Invention Factory. Am 10. September soll zudem das Interdisziplinäre Zentrum für Modellierung und Simulation, kurz IMoS, eröffnen. Für Ende September kündigt die Universität das Richtfest des neuen Transfer- und Ausstellungsgebäudes TULIUM hinter dem Hauptgebäude an.
Berlin-Wahl 2026: Was planen die Parteien für die Hochschulen?
Im allgemeinen Wahlkampf stehen die Hochschulen zwar weniger sichtbar im Mittelpunkt als Wohnen, Verkehr oder Sicherheit. Die Wahlprüfsteine der Berliner Hochschulen zeigen jedoch deutliche Unterschiede bei den Lösungswegen. Die CDU will den Sanierungs- und Instandhaltungsrückstand innerhalb von zehn Jahren abbauen und die geplante Hochschulbaugesellschaft weiterentwickeln. Die SPD setzt ebenfalls auf diese Gesellschaft, um Sanierung, Modernisierung und Neubau stärker zu bündeln.
Die Grünen unterstützen eine kreditfinanzierte Hochschulbaugesellschaft, verlangen aber eine enge Beteiligung der Hochschulen und den Schutz ihrer Autonomie. Die Linke fordert zunächst einen ausreichend ausgestatteten Notfonds und einen Krisengipfel. Eine Hochschulbaugesellschaft akzeptiert sie nur unter strengen Bedingungen bei Mitbestimmung, Hochschulautonomie und Beschäftigung. Die AfD fordert ein Notprogramm für besonders dringende Fälle und steht einer eigenen Baugesellschaft skeptisch gegenüber.
Damit wird die geplante Teilöffnung des TU-Hauptgebäudes auch zu einem konkreten Beispiel für eine größere Aufgabe der kommenden Legislaturperiode. Kurzfristig geht es darum, wieder mehr Räume sicher nutzbar zu machen. Wann das gesamte Hauptgebäude wieder regulär öffnen kann und welche Sanierung dafür nötig wird, bleibt jedoch offen.
TU Berlin: Teilöffnung des Hauptgebäudes
Quellen: rbb24, Technische Universität Berlin, Wahlprüfsteine 2026, Landesdenkmalamt Berlin
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