Nach der Sperrung des TU-Hauptgebäudes in Charlottenburg sucht Berlin nach kurzfristigen Lösungen für Studierende und Lehrbetrieb. Nun bringt das Bezirksamt Reinickendorf einen Bürokomplex in Tegel als möglichen Ausweichstandort ins Spiel.
© Foto Titelbild: IMAGO / Jürgen Ritter
Die kurzfristige Sperrung des Hauptgebäudes der Technische Universität Berlin sorgt weiterhin für massive Einschränkungen im Hochschulbetrieb. Gleichzeitig werden mögliche Ausweichstandorte diskutiert, selbst das ICC wurde von der Berliner Morgenpost ins Spiel gebracht.
Während zahlreiche Lehrveranstaltungen kurzfristig digitalisiert oder auf andere Standorte verteilt werden mussten, bringt das Bezirksamt Reinickendorf nun einen ungewöhnlichen Vorschlag ins Spiel: Teile der Universität könnten vorübergehend in einen Bürokomplex nach Tegel ausweichen.
Bürostandort in Tegel könnte Ausweichquartier für TU-Studierende werden
Konkret geht es um den Bürokomplex „Top Tegel“ an der Wittestraße im Norden Berlins, wie der Tagesspiegel berichtet. Nach Angaben des Bezirksamts könnten dort kurzfristig größere Flächen genutzt werden. Die Räume seien kurzfristig verfügbar und könnten als Ersatzstandort für Seminare, Verwaltung oder universitäre Arbeitsplätze dienen.
Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem weiterhin unklar ist, wie lange das zentrale TU-Gebäude an der Straße des 17. Juni gesperrt bleiben wird. Hintergrund sind gravierende bauliche Mängel, die zuletzt festgestellt wurden. Besonders betroffen sind Brandschutzanlagen, beschädigte Türen sowie Feuchtigkeitsschäden im Untergeschoss.
Wissenschaftsstandort Tegel: Temporärer TU-Betrieb als mögliche Triebfeder?
Der Vorstoß aus Reinickendorf passt zugleich in eine größere Entwicklung rund um den ehemaligen Flughafen Tegel. Mit der Urban Tech Republic entsteht dort seit Jahren ein neuer Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiestandort. Die temporäre Unterbringung von TU-Bereichen in Tegel könnte diese Entwicklung zusätzlich beschleunigen.
Bereits heute arbeiten auf dem genannten Areal zwischen Wittestraße und Berliner Straße, unweit des U-Bahnhofs Borsigwerke, Forschungseinrichtungen, Start-ups und Technologieunternehmen an neuen Konzepten für urbane Infrastruktur, Energie und Mobilität.
Ein vorübergehender TU-Standort in Tegel würde deshalb nicht nur als pragmatische Zwischenlösung erscheinen, sondern zugleich die langfristige Transformation des ehemaligen Flughafens weiter stärken.
TU-Sperrung offenbart Berlins Sanierungsprobleme
Die aktuelle Situation an der TU Berlin gilt inzwischen vielen als sichtbares Beispiel für den massiven Sanierungsstau an öffentlichen Gebäuden in Berlin. Während auf dem Campus weiterhin neue Forschungs- und Laborgebäude entstehen, geraten ältere Bestandsgebäude zunehmend unter Druck, denn ihre Sanierung ist aufwendig und kostenintensiv.
Ob der Bürokomplex in Tegel tatsächlich genutzt wird, ist bislang aber noch völlig offen. Klar ist jedoch bereits jetzt: Die Sperrung des TU-Hauptgebäudes entwickelt sich zunehmend zu einer stadtpolitischen Debatte über Infrastruktur, Investitionen und die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Berlin.

Derzeit geschlossen: Das Hauptgebäude der TU Berlin an der Straße des 17. Juni in Charlottenburg. / © Foto: Wikimedia Commons, Gunnar Klack (CC BY-SA 4.0)
Quellen: Bezirksamt Reinickendorf, TU Berlin, Der Tagesspiegel, Berliner Morgenpost
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Die Beschleunigung von TXL sehe ich in diesem Zusammenhang nicht. Man bekommt ja nicht mal richtig (wie es nötig wäre) Bauteil A und schon gar nicht Bautel B ans Laufen.