Ein Bauzaun im „Grünen Kiez“ in Pankow ist nach fast drei Jahren verschwunden. Doch die GESOBAU hält an einer Bebauung der Innenhöfe fest. Was wird aus den geplanten 99 Wohnungen und der Geflüchtetenunterkunft?

Lageplan des „Grünen Kiez“ in Pankow mit den bisher geplanten Neubauten Haus 1 und Haus 2 innerhalb der bestehenden Wohnanlage sowie dem vorhandenen Baumbestand.

Der Lageplan zeigt die bisher geplanten Neubauten „Haus 1“ und „Haus 2“ in den Innenhöfen des „Grünen Kiez“ in Pankow. Die GESOBAU hält grundsätzlich an einer Bebauung fest, über die konkrete künftige Variante wird jedoch weiter gesprochen. / © Visualisierung: Bezirksamt Pankow

© Titelbild: GESOBAU / Zoomarchitekten Berlin

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Im „Grünen Kiez“ in Pankow hat sich die Lage sichtbar verändert. Nach fast drei Jahren wurde die Absperrung um den südlichen Innenhof entfernt. Damit endet der jahrelange Streit um die Bebauung jedoch nicht. Neue Angaben der GESOBAU zeigen, dass die Zukunft der beiden Höfe weiterhin offen ist.

  • Bezirk: Pankow
  • Adresse: Bereich Kavalierstraße 19C / Ossietzkystraße 28, 13187 Berlin
  • Bisherige Planung: Zwei Wohnhäuser mit 99 Wohnungen
  • Vorgesehene Nutzung: Unterkunft für rund 400 Geflüchtete

Im Schloßparkkiez zwischen Kavalierstraße, Ossietzkystraße, Wolfshagener Straße und Am Schloßpark wird seit Jahren um die Nachverdichtung einer GESOBAU-Siedlung gestritten. Anfang August 2026 kam Bewegung in den Konflikt: Die Absperrung des südlichen Baufelds mit dem dortigen Spielplatz wurde nach fast drei Jahren entfernt. Der Nordhof bleibt dagegen vorerst eingezäunt. Nach Angaben der GESOBAU geschieht dies in Abstimmung mit dem Bezirk, bis Fragen zur Baustelleneinrichtung geklärt sind.

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Dies heißt im Klartext: Nur weil die Bauzäune weg sind, sind die Baupläne noch lange nicht vom Tisch. In einer Antwort auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Klaus Lederer (Linke) erklärt die GESOBAU ausdrücklich, dass sie grundsätzlich weiterhin eine Bebauung der Innenhöfe vorsieht. Welche Gebäude dort künftig entstehen und ob die bisher geplante Nutzung als Geflüchtetenunterkunft bestehen bleibt, beantwortet das Unternehmen dagegen nicht konkret.

„Grüner Kiez“ in Pankow: Bisher waren 99 Wohnungen geplant

Die Geschichte des Vorhabens reicht mehrere Jahre zurück. Die GESOBAU entwickelte zunächst regulären Wohnungsbau für die Innenhöfe. Nach Angaben des Unternehmens sank die Zahl der geplanten Wohnungen im Zuge eines Beteiligungsverfahrens von ursprünglich rund 180 auf 99. Ein Baukörper entfiel, andere Baukörper wurden verkleinert oder verschoben.

Später passte die GESOBAU die bereits weit entwickelte Planung gemeinsam mit dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten an. Die Kubatur und die Freiraumplanung blieben laut Unternehmen unverändert, geändert wurden vor allem die Grundrisse.

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Vorgesehen waren zwei Gebäude mit 99 Wohnungen für rund 400 Menschen. Im November 2025 stoppte das Verwaltungsgericht Berlin vorbereitende Arbeiten. Das Gericht bewertete die vom Bezirksamt erteilte artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung als nicht hinreichend bestimmt und damit als rechtswidrig. Betroffen waren unter anderem Fragen zum Schutz von Brutvögeln und Fledermäusen.

„Grüner Kiez“: Baugenehmigung in Pankow bleibt gültig

Die GESOBAU hat deshalb bisher auf eine Verlängerung der Baugenehmigungen verzichtet. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese bereits unwirksam sind. Wegen noch laufender Klageverfahren gelten die erteilten Genehmigungen nach Angaben des Unternehmens weiterhin.

Offen bleibt zudem der Umgang mit dem Spielplatz im Südhof. Der Bezirk wollte wissen, ob die Fläche wieder an Pankow übertragen werden könne. Die GESOBAU erklärt dazu, eine Rückübertragung sei wegen der im Zuge des Bauantrags erfolgten Lösung der Rückauflassungsvormerkung nicht mehr möglich.

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GESOBAU spricht über neue Varianten für „Grünen Kiez“

Besonders interessant ist eine weitere Passage der Senatsantwort. Gefragt wurde, ob die GESOBAU inzwischen eine Aufstockung der bestehenden Wohnhäuser erwägt und wie weit solche Planungen fortgeschritten seien. Das Unternehmen bestätigt eine Aufstockung nicht. Es erklärt jedoch, mit der Bürgerinitiative „Grüner Kiez“ und dem Bezirk über mögliche Bebauungsvarianten im Gespräch zu sein.

Damit hat sich die Situation gegenüber den bisherigen Planungen verändert, ohne dass bereits ein neues Projekt feststeht. Noch Anfang 2026 hatte ENTWICKLUNGSSTADT über die angekündigten Baumfällungen für die beiden Neubauten berichtet. Nach dem späteren Rückzug des Artenschutzbescheids blieb die Zukunft der geplanten Geflüchtetenwohnungen erneut ungewiss. Nun steht fest: Die GESOBAU hält an einer baulichen Nutzung der Innenhöfe fest, über deren konkrete Form wird aber weiter verhandelt. Die Mietenden will das Unternehmen erst informieren, wenn sich die Maßnahmen im Zuge eines Bauantragsverfahrens konkretisiert haben.

Grüner Kiez Pankow: GESOBAU plant weitere Bebauung
Die GESOBAU hält grundsätzlich an einer Bebauung der Innenhöfe im Grünen Kiez Pankow fest. Über mögliche neue Bebauungsvarianten laufen Gespräche.

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26828, GESOBAU AG, Bezirksamt Pankow

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