Die Zukunft des CineStar-Kinos am Treptower Park bleibt ungewiss. Ein Abriss ist zwar nicht mehr vorgesehen, doch die geplante Umwandlung in ein Hotel stößt auf Widerstand. Während Anwohnende und Bezirkspolitik kulturelle Nutzungen fordern, zieht sich das Verfahren aufgrund offener Planungen und früherer Verzögerungen hin.
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Günter Haase, CC BY-SA 4.0
Das CineStar an der Elsenstraße 115–116 in Treptow-Köpenick steht vor einer grundlegenden Veränderung. Während noch vor wenigen Jahren ein Abriss zugunsten eines Hochhauses mit Büroflächen im Gespräch war, sieht die aktuelle Planung nun den Umbau des bestehenden Komplexes vor. Der Kinobetrieb soll aufgegeben und das Gebäude zu einem Hotel mit 198 Zimmern umgestaltet werden. Ein Bauvorbescheid wurde bereits Mitte August positiv beschieden, wie das Bezirksamt bestätigte.
Damit rückt ein Abriss in den Hintergrund, doch die geplante Aufgabe des Kinos sorgt weiterhin für Diskussionen. Schon 2019 hatte sich das Berliner Baukollegium mit Neubauideen beschäftigt. Damals war ein 77 Meter hoher Turm vorgesehen, der wegen denkmalpflegerischer Bedenken auf 38 Meter reduziert wurde. In dem Entwurf war eine Mischnutzung aus Einzelhandel, Hotel, Büros und Gastronomie geplant.
Treptower Nachbarschaft und Politik fordern Kultur- und Gemeinschaftsort statt weiterem Hotel
Vor allem Die Linke im Bezirk lehnt die Hotelpläne ab. Bezirksverordneter Uwe Doering erklärte gegenüber dem Tagesspiegel, der Treptower Norden brauche kein weiteres Hotel. Stattdessen forderten Anwohnende und Initiativen einen Kultur- und Gemeinschaftsort. In einer Arbeitsgemeinschaft sollen Konzepte entwickelt werden, die von einer Kiezküche über Proberäume bis hin zum Erhalt eines Kinos reichen. Ziel sei es, Leerstand zu verhindern und den Ort mit Angeboten für die Nachbarschaft zu beleben.
Auch die Abgeordnete Katalin Gennburg hatte bereits 2021 vor einem Verlust des Kinos als Treffpunkt gewarnt. Sie forderte vom Bezirksamt ein Verkehrskonzept für die Bauzeit, da der Neubau zusätzliche Belastungen verursachen könnte, insbesondere im Zusammenhang mit der Verlängerung der A100, wie die Berliner Zeitung berichtet.
Unklare Eigentümerstruktur und fehlender Zeitplan verzögern Entscheidung über die Zukunft des CineStar
Ein endgültiger Bauantrag liegt bislang nicht vor. Auch ein Zeitplan für die Umsetzung ist unklar. Nach Angaben des Bezirksamts sei die parallele Nutzung als Kino und Hotel nicht realistisch einzuschätzen. Zudem erhielten Untermieter bereits Kündigungen für Frühjahr 2026, während der Mietvertrag für das Kino ausläuft.
Die schleppende Entwicklung hat auch mit der Verwaltung zu tun. Das Verfahren zum Bebauungsplan 9-70 VE, das ursprünglich Abriss und Neubau vorsah, wurde aufgrund von Personalmangel im Bezirksamt jahrelang nur nachrangig bearbeitet. Die Eigentümerstruktur bleibt zudem undurchsichtig, da es sich um eine juristische Person handelt.
Der Fall CineStar zeigt die Spannungsfelder zwischen Investoreninteressen, Stadtentwicklung und kulturellen Bedürfnissen im Kiez. Während Investoren mit einer Hotelnutzung planen, hoffen Anwohnende und Politik auf einen lebendigen Kulturort. Die endgültige Entscheidung steht noch aus und könnte sich angesichts der langen Vorgeschichte weiter verzögern. Klar ist, dass die Zukunft des markanten Gebäudes am Treptower Park die Entwicklung des Quartiers maßgeblich prägen wird.
Quellen: Berliner Zeitung, Tagesspieel, Cine Star
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4 Kommentare
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Was sagt denn CineStar selbst? Das ist doch das Wichtigste. Wenn die Gruppe am Standort festhält, kann es auch diesbezüglich Hoffnung geben. Wenn nicht, dann ist das Thema eh schwierig. Das Vorhaben eines Hotels ist dennoch vollkommen Gaga. Das ist kein nachhaltiges Konzept. Es gibt bereits jetzt schon zu viel Bettenplätze, das ruiniert die Hotelbranche zusätzlich. Mal davon abgesehen, die Autobahn spricht gegen ein Hotel.
Nun, den Investoren ist es wohl leider völlig egal, ob es schon viel zu viele Hotels in Berlin gibt, wenn die ein Hotel wollen, dann kriegen die es auch mit viel Kohle, dann sind denen die Interessen der Anwohner völlig Schnürung, geschweige denn davon, dass das Kino dann vielleicht bleiben will.. Was ich nicht verstehe, warum der Mietvertrag für das Cinestar nicht verlängert wird, hat das vielleicht was zu tun mit krass sinkenden Zuschauer Zahlen für Das Kino durch das Streaming? Ich bin auch jahrelang sogar vom Alexanderplatz bis dorthin gefahren, weil ich das Kino gemocht habe, seit Corona und Netflix gehe ich kaum bis gar nicht mehr ins Kino, weil auch die immer noch so teuren Kino Preise was damit zu tun haben! Da ich von Hartz IV leben muß, kann ich mir Kino, auch durch die immense Teuerung aka Inflation – kaum bis gar nicht mehr leisten!!
Und arbeiten kommt nicht in Frage?
Wie wäre es mit einer Jugenherberge, Kino und kulturellen Veranstaltungen. Oder man könnte auch ein Wohnprojekt für Studenten planen mit moderaten Mietpreisen.