Treptow-Köpenick reagiert auf Wachstum und Flächendruck mit einem neuen Leitkonzept für Grün- und Freiräume. Die sogenannte „Strategie Grün“ soll künftig sichern, was im Bezirk zunehmend unter Druck gerät.

Mit der „Strategie Grün“ legt Treptow-Köpenick ein langfristig angelegtes Konzept zur Sicherung und Entwicklung von Grün- und Freiräumen vor. / © Foto: Wikimedia Commons, Another Believer, CC BY-SA 4.0
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In Treptow-Köpenick wird der Raum knapper: Mit dem anhaltenden Bevölkerungswachstum steigen auch die Anforderungen an Flächen. Wo neue Wohnungen entstehen sollen, geraten Freiräume zunehmend in Konkurrenz. Nun hat der Bezirk ein Konzept beschlossen, das diese Entwicklung steuern soll: die „Strategie Grün“.
Am 19. Februar 2026 wurde das Papier von der Bezirksverordnetenversammlung verabschiedet. Es versteht sich als Leitlinie für die Sicherung und Entwicklung von Grün- und Freiflächen und ist Teil der Bereichsentwicklungsplanung. Vorausgegangen war ein mehrjähriger Prozess, der auf einer Analyse zur Freiraumversorgung aus dem Jahr 2023 aufbaut.
Wohnungsbaupotenzial nutzen, Lebensqualität sichern: Treptow-Köpenick beschließt „Strategie Grün“
Die Strategie formuliert erstmals systematisch, wo und in welcher Qualität Freiräume im Bezirk benötigt werden. Ziel ist es, diese Flächen nicht nur zu erhalten, sondern sie auch an veränderte Anforderungen anzupassen. Dazu zählen steigender Nutzungsdruck, demografische Veränderungen und die Folgen des Klimawandels.
Treptow-Köpenick gehört zu den am schnellsten wachsenden Bezirken Berlins. Die Herausforderung besteht darin, das vorhandene Wohnungsbaupotenzial zu nutzen und gleichzeitig die Lebensqualität zu sichern. Neben sozialer Infrastruktur spielt dabei die sogenannte blau-grüne Infrastruktur eine zentrale Rolle, also das Zusammenspiel von Grünflächen, Gewässern und klimawirksamen Räumen.
Analyse über klassische Standards hinaus: Bezirk definiert konkrete Entwicklungsziele
Grundlage der Strategie ist eine umfassende Untersuchung, die über klassische Kennzahlen hinausgeht. Neben der Erreichbarkeit von Grünflächen wurden auch deren Funktionen für Erholung, Gesundheit, Klimaanpassung und Biodiversität betrachtet. Ebenso floss der Aspekt der Umweltgerechtigkeit in die Bewertung ein.
Auf dieser Basis wurden konkrete Entwicklungsziele definiert. Für besonders belastete Räume identifiziert das Konzept Handlungsbedarfe und beschreibt Maßnahmen in Form von Steckbriefen. Diese reichen von der qualitativen Aufwertung bestehender Anlagen bis hin zur Sicherung bislang ungeschützter Flächen.
Klimaausgleich & Erholung: Freiräume als Teil gesamtstädtischer Infrastruktur
Die Bedeutung der Grünräume in Treptow-Köpenick reicht über den Bezirk hinaus. Sie übernehmen wichtige Funktionen für die gesamte Stadt, etwa beim Klimaausgleich, als Erholungsräume oder für den Schutz ökologisch wertvoller Lebensräume. Gleichzeitig nimmt die verfügbare Freifläche tendenziell ab.
Mit der „Strategie Grün“ will der Bezirk auf diese Entwicklung mit einem integrierten Ansatz reagieren. Das Konzept soll als verbindliche Grundlage innerhalb der Verwaltung dienen und künftige Planungen koordinieren. Erarbeitet wurde es unter Beteiligung verschiedener Fachbereiche, politischer Gremien sowie der Öffentlichkeit.
Finanziell unterstützt wurde das Projekt unter anderem durch Mittel aus dem Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung sowie dem Energie- und Klimaschutzprogramm.
Quellen: Bezirksamt Treptow-Köpenick
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