Der Umbau der Torstraße in Berlin-Mitte soll trotz Protesten starten. Geplant sind mehr Raum für Autos, neue Radwege, Baumfällungen und lange Bauarbeiten.

Die Torstraße in Berlin-Mitte mit mehrspuriger Fahrbahn, Straßenbahngleisen und Wohn- sowie Geschäftshäusern. Der geplante Umbau der Torstraße soll den Straßenraum neu ordnen und wird kontrovers diskutiert.

Die Torstraße in Berlin-Mitte soll umfassend umgebaut werden. Der Senat plant unter anderem Änderungen an Fahrbahnen, Radwegen und Gehwegen. / © Foto: Wikimedia Commons, Mbzt, CC BY-SA 4.0

© Titelbild: SenMVKU

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Der Umbau der Torstraße in Mitte rückt näher. Trotz Kritik von Anwohnern, Bezirk, Fachverbänden und Gewerbetreibenden hält der Senat an der Planung fest. Besonders umstritten sind vier Fahrspuren für Autos, Baumfällungen und weniger Raum für Außengastronomie.

  • Bezirk: Berlin-Mitte
  • Adresse: Torstraße, Abschnitt Chausseestraße bis Rosenthaler Platz
  • Baubeginn: Quartal 2026 geplant
  • Bauzeit: rund 2,5 Jahre für den westlichen Abschnitt

Der Streit um den Umbau der Torstraße in Berlin-Mitte verschärft sich. Nach Angaben des Tagesspiegels will die Senatsverkehrsverwaltung den Auftrag im September vergeben. Der Baubeginn soll im 4. Quartal folgen. Damit rückt ein Projekt näher, das seit Monaten Anwohner, Bezirk, Gewerbe und Verkehrsverbände beschäftigt. Die offizielle Projektseite nennt zweieinhalb Jahre Bauzeit für den ersten Abschnitt.

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Torstraße in Mitte: Vier Fahrspuren bleiben zentraler Streitpunkt

Der erste Bauabschnitt reicht von der Chausseestraße bis zum Rosenthaler Platz. Ursprünglich sollte der Autoverkehr stärker reduziert werden. Nach der Überarbeitung unter CDU-geführter Verkehrsverwaltung bleiben nun zwei Fahrstreifen je Richtung vorgesehen. Die Fahrbahn soll bis zu 15,25 Meter breit werden. Gleichzeitig entstehen Radwege: nördlich auf der Fahrbahn, südlich auf Gehwegniveau. Die Gehwege sollen laut Senat mindestens 2,50 Meter breit bleiben.

Grafische Querschnittsdarstellung des geplanten Umbaus der Torstraße in Berlin-Mitte zwischen Chausseestraße und Rosenthaler Platz. Die Planung zeigt vier Fahrstreifen für den Autoverkehr, beidseitige Radwege, unterschiedlich breite Gehwege sowie den vorgesehenen Straßenquerschnitt.

Die Querschnittsplanung für den Umbau der Torstraße in Berlin-Mitte zeigt die künftige Aufteilung von Fahrbahn, Radwegen und Gehwegen zwischen Chausseestraße und Rosenthaler Platz. / © Bild: SenMVKU

Kritiker sehen genau darin das Problem. Der Bezirk Mitte, die Bürgerinitiative „Lebendige Torstraße“, der ADFC und der Rat für Stadtentwicklung halten die Planung für zu stark am Autoverkehr ausgerichtet. Laut Tagesspiegel zeigen Verkehrsdaten, dass der Kfz-Verkehr seit 2015 abgenommen hat: westwärts um 13 Prozent, ostwärts um 24 Prozent. Dennoch plant der Senat weiter mit vier Spuren.

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Umbau der Torstraße: Bäume, Gastronomie und Schulwege im Fokus

Besonders umstritten sind die geplanten Baumfällungen. Die Verkehrsverwaltung nennt 32 Bäume, die Initiative „Lebendige Torstraße“ kommt anhand der Senatspläne auf 40. Zugleich sieht die Planung nur 24 Neupflanzungen in der Straße vor. An mehreren Stellen, etwa am Königlichen Leihamt nahe Rosenthaler Platz, soll die Fahrbahn verschwenkt werden. Dort könnten weitere Bäume und Flächen für Außengastronomie verloren gehen.

Auch die Kreuzungen Kleine Hamburger Straße, Gartenstraße, Bergstraße und Ackerstraße stehen in der Kritik. Dort queren viele Fußgänger und Radfahrer die Torstraße. Im Umfeld liegen Standorte der Grundschule am Koppenplatz. Der Rat für Stadtentwicklung warnt vor breiten Fahrstreifen, problematischen Querungen und einer Radinfrastruktur, die aus seiner Sicht nicht ausreichend sicher geplant ist.

Blick auf die Torstraße in Berlin-Mitte mit historischen Wohnhäusern, Außengastronomie, parkenden Autos und Straßenbahngleisen. Der Umbau der Torstraße betrifft unter anderem den Straßenverkehr, Radwege und den öffentlichen Raum.

Entlang der Torstraße in Berlin-Mitte prägen Altbauten, Gastronomie und Straßenbahngleise das Straßenbild. Der geplante Umbau sorgt bei Anwohnern und Gewerbetreibenden für Diskussionen. / © Foto: depositphotos.com 

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Baustart in Mitte trotz Protesten von Anwohnern und Wirtschaft

Dazu kommt: Anfang Juni hatten rund 50 Gastronomen und Händler in einem offenen Brief vor den Folgen einer langen Baustelle gewarnt. Sie fürchten Einbußen, weniger Außenflächen und eine schlechtere Erreichbarkeit. Der Senat verweist dagegen auf Lade- und Lieferzonen, barrierefreie Haltestellen, neue Beleuchtung und bessere Querungen.

Klar ist aber: Der Umbau der Torstraße in Mitte wird starten und dürfte einer der umstrittensten Berliner Straßenumbauten der kommenden Jahre bleiben.

Torstraße

 

Quellen: Tagesspiegel, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, rbb24, ADFC Berlin

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14 Kommentare

  1. Norbert 26. Juni 2026 at 15:51 - Reply

    Was für ein unfassbarer Schwachsinn! Dabei verlieren alle, die nicht mit dem Auto durch die Torstraße fahren (also noch nicht mal die Restaurants da besuchen, etwas kaufen oder dort wohnen) und der Autoverkehr wird ja in der Torstraße nachweislich auch immer weniger. Da will die CDU kurz vor der Wahl nochmal schön Fakten schaffen und ihren Autofanatismus in der Torstraße zementieren.
    Was sagt eigentlich der Regierungspartner SPD dazu?

  2. DeineM 26. Juni 2026 at 18:57 - Reply

    Sowas passiert wenn man zugezogene Dorfpolitiker und neureiche Anwohner aus Westdeutschland entscheiden lässt; die Berliner leiden drunter.

  3. M.Hillen 26. Juni 2026 at 19:52 - Reply

    Allein dafür gehört die CDU aus der Regierungsverantwortung abgewählt. Heutzutage so zu planen ist skandalös. Anstatt den ÖPNV konsequent auszubauen und auch den Radverkehr sicher und attraktiv zu gestalten wird dem Autoverkehr auf Kosten der Gehwegbreite, der Aussengastronomie und des Baumbestandes ein vierspuriger Teppich ausgerollt, der die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Torstrasse gewaltig nach unten ziehen wird. Man sollte die Torstrasse genau im umgekehrten Sinn neu planen und gestalten und dabei endlich auch die Idee der autogerechten Stadt für jeden erkennbar ein für allemal begraben.

  4. Jens 26. Juni 2026 at 22:04 - Reply

    Schwierig! Welche leistungsfähige Ost-West-Verbindung gibt es in Mitte?
    Leipziger Straße und Unter dern Linden fallen raus.
    Torstraße ist jetzt eine Zumutung. Unklare Fahrspuren, zugeparkte Ladezonen (wie überall) und keine Radwege.
    Das umgebaut werden soll halte ich für sinnvoll.
    Je eine Autospur, Liefer- und Haltezonen (streng überwacht) und Radspur. Bäume bleiben, außer es geht nicht anders.
    Von Parkmöglichkeiten ist bei dem Projekt keine Rede.
    Wo sind die kostenpflichtigen Kiezparkhäuser (in der Stadt) geblieben?

    • Stefan 27. Juni 2026 at 17:01 - Reply

      Im Umfeld der Torstraße gibt es mehr als 5 Autoparkhäuser. Wenn man sie umbenannt, hat man ‚Kiezparkhäuser‘

      • Ludwig 28. Juni 2026 at 22:41 - Reply

        Richtig so , schauze voll von Grün …

  5. 41er 27. Juni 2026 at 00:46 - Reply

    Was macht eigentlich die SPD in der aktuellen Rückschrittskoalition? Ich hoffe ernsthaft, dass die CDU in der nächsten Wahl für ihre menschenfeindliche und unsinnige Verkehrspolitik so abgestraft wird, dass sie ernsthaft mal überlegt, was für die Menschen das beste ist und dass Autoverkehr in der Stadt eine weniger prominente Rolle einnehmen muss. Grade an Hitzetagen wie heute, sollte das besonders klar werden.

  6. Mario 27. Juni 2026 at 07:27 - Reply

    Also als Berliner kann ich die Aufregung nicht verstehen.
    Jedesmal wenn ich dort durch fahre war Stau. Besonders durch Lieferung von Gastronomie oder Amazon fehlte immer wieder eine Spur. Fazit Stau mit den berühmten Begleitsymptomen.
    Hier auf eine Spur zu reduzieren würde das Problem verschärfen und am Ende steht der Verkehr. Das kann doch niemand wollen.
    Und Berlin ist nun mal eine 4 Millionen Großstadt, und besonders die neue Bequemlichkeit macht es doch deutlich. Wenn die Menschen nicht aufhören sich wirklich alles liefern zu lassen braucht man sich nicht über die Konsequenzen aufregen.
    Wie vieles in Berlin sind es schein Debatten von Menschen die selbst das Problem sind.
    Und zum Thema Bäume, in Berlin wird heute schon nichts mehr geschafft was die grünpflege betrifft.
    Selbst das man nicht mal mehr die grünstreifen mähen muss. Bei mir in der Nachbarschaft sind gerade 3 Bäume gefällt worden die keine 10 Jahre alt waren.
    Ich wünschte die Berliner würden öfter mit der Realität argumentieren als mit Wunschdenken.

    • Stefan 27. Juni 2026 at 17:04 - Reply

      Die Autos dort schaffen Stau. Hier noch mehr Autos durch noch Spuren anzuziehen, verschârft das Problem noch weiter. Jetzt steht der Verkehr. Mit Autos steht der Verkehr.

      Weniger Autos durch mehr und breitere Autopuren ist Wunschdenken. Das Autoexperiment dort ist gescheitert.

  7. Jimi 27. Juni 2026 at 11:24 - Reply

    @maria Mehr Autofahrerlogik geht nicht! Die anderen sind Schuld, warum lassen die sich etwas liefern! Soll doch die Gastronomie alles per Schubkarre liefern lassen! Dass von Autos, stehend und fahrend, gerade ja sogar 6 Spuren belegen werden und es trotzdem Stau gibt, alles ganz normal, kein Problem. Amazon ist schuld!

  8. Herfen 27. Juni 2026 at 16:00 - Reply

    Die Torstr. ist eine wichtige Gastronomie und Tourismuszone. Sie sollte Autofrei werden!

  9. Ewald Karl 28. Juni 2026 at 12:29 - Reply

    Es passt sehr gut, dass die Pläne der CDU zur Autoschneise Torstraße zeitgleich zur ersten Hitzewelle kommen. Eigentlich wäre es ein guter Grund für die SPD, noch vor der Wahl diese Koalition mit der jederzeit überforderten CDU zu beenden. Wir brauchen endlich eine Regierung, die realisiert, dass gerade die Innenstadtbezirke durch ein Übermaß an Verkehrsflächen verhandelt worden. Wir brauchen eine Regierung, die dich dafür einsetzt, dass die Bürger dieser Stadt nicht ein Hitzetagen in ihrer Wohnung leiden müssen, sondern gute Lebensbedingungen finden.
    Auch von CDU-Funktionären darf man erwarten, dass sie ihre ideologischen Positionen reflektieren können, um festzustellen: Mit immer mehr Autos leiden immer mehr Menschen.

  10. Simone 2. Juli 2026 at 12:20 - Reply

    Ein Baum muss wachsen und braucht Pflege: Bis ein Baum genügend CO2 und Schmutz aus der Atmosphäre binden kann, muss er erst wachsen. Denn je älter Bäume sind, desto mehr CO2 können sie speichern. Ein Baum kann seine positive Klimawirkung also noch nicht direkt nach dem Pflanzen entfalten – sondern erst nach mehreren Jahren. Hinzukommt, dass ein Baum zum Wachsen Wasser und Pflege benötigt.

    @https://www.oekotest.de/freizeit-technik/Baeume-pflanzen-fuers-Klima–so-sinnvoll-ist-der-Trend-wirklich_11609_1.html

    Heißt neue Bäume ersetzen keine alten!
    Umplanen! Wie heiß sollen unsere Straßen denn noch werden? Oder kriegt der Senat die Hitze im aircon vernebelten Hirn nicht mit? Wann machen wir endlich Pläne für uns Menschen statt dem Auto?

  11. Judith 2. Juli 2026 at 15:32 - Reply

    Dass hier so zugunsten der Autofahrer umgebaut werden soll und Bäume gefällt(!) werden ist eine Farce! CDU muss weg – und das am besten sofort.

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