Der Wohnungsmarkt in Berlin verlagert sich zunehmend an den Stadtrand. In vielen Randbezirken entstehen neue Wohnangebote, während die Mieten im Zentrum weiter steigen. Die Übersicht zeigt zehn Randlagen mit vergleichsweise moderaten Mieten, ihrer Anbindung und aktuellen Entwicklung.

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Mietpreise in Berlin steigen seit Jahren, vor allem innerhalb des S-Bahn-Rings. Gleichzeitig gewinnen Randbezirke an Bedeutung. Neue Infrastrukturprojekte, große Bauvorhaben und verfügbare Flächen sorgen dort für Bewegung. Für Mietwohnungen ergeben sich dadurch Alternativen mit klaren Preisvorteilen. Die folgende Top 10 zeigt, wo Randberlin aktuell bezahlbar bleibt und welche Faktoren die Entwicklung bestimmen.

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Adlershof in Treptow-Köpenick steht auf Platz 1. Der Bezirk kombiniert Naturflächen mit wachsender Wirtschaft. In Adlershof hat sich ein Technologie- und Wissenschaftsstandort etabliert, der gleichzeitig Nachfrage erzeugt und Wohnungsneubau fördert, wie beispielsweise beim Segelflieger-Quartier. Die Durchschnittsmiete liegt hier bei 12,07 Euro pro Quadratmeter. Die Nahversorgung ist in unmittelbarer Nähe gesichert. Die Anbindung in die Stadt ist durch die S-Bahn trotzdem gut.

Ein Turm trägt die Aufschrift "Segelflieger Quartier". Hier in Johannisthal entstehen zahlreiche neue Wohungen.

In Johannisthal entsteht bis 2030 das „Segelflieger Quartier“ mit mehreren hundert Wohnungen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Spandau und Marzahn-Hellersdorf: Große Flächen, klare Preisvorteile

Haselhorst in Spandau folgt auf Platz 2. Der Bezirk entwickelt sich durch verschiedene Wohnungsbauprojekt stark. Ein Beispiel ist das „Siemensstadt Square“ mit einem Investitionsvolumen von rund 4,5 Milliarden Euro. Geplant sind etwa 3.750 Wohnungen und bis zu 20.000 Arbeitsplätze. Haselhorst liegt nur rund 10 Minuten entfernt. Aktuell liegen die Mieten dort bei 10,91 Euro. Die Verkehrsanbindung ist durch den ICE-Bahnhof Spandau, die U7 und den Autobahnring gut.

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Platz 3 belegt Marzahn im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Hier zahlt man die niedrigste Durchschnittsmiete unter den großen Randlagen Berlins. 9,91 Euro werden pro Quadratmeter fällig. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut: U5, S-Bahn, Tram und breite Straßenachsen sorgen für stabile Verbindungen. Gleichzeitig liegt die Kinderarmut bei rund 25 Prozent und damit über dem Berliner Durchschnitt von 22,5 Prozent.

Südlicher Stadtrand in Berlin mit stabiler Nachfrage

Rudow kommt in der Top 10 auf Platz 4. Der Neuköllner Ortsteil liegt direkt an der Stadtgrenze und bietet Zugang zum Landschaftspark Rudow-Altglienicke. Die Mieten liegen im Schnitt bei 11,67 Euro. Trotz der Nähe zum Flughafen BER bleibt die Lärmbelastung durch geregelte Flugrouten begrenzt. Die U7 sorgt für eine direkte Anbindung in die Stadt, die Fahrzeiten liegen bei etwa 40 Minuten Richtung Zentrum.

Britz als weiterer Ortsteil von Neukölln folgt auf Platz 5. Der südliche Ortsteil ist geprägt durch den Britzer Garten und die denkmalgeschützte Hufeisensiedlung. Die Mieten liegen bei etwa 12,25 Euro. Konflikte entstehen hier punktuell durch energetische Sanierungen im Spannungsfeld mit dem Denkmalschutz. Die Verkehrsanbindung über die U7 und den Stadtring ist stabil.

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Buckow im Süden Neuköllns liegt auf Platz 6. Auf den „Buckower Feldern“ sind rund 900 Wohnungen entstanden. Die Mieten bewegen sich bei rund 11,85 Euro. Der Ortsteil profitiert von seiner Lage zwischen Stadt und Umland. Die Infrastruktur wird über die nahe Gropiusstadt gesichert. Die Nachfrage bleibt konstant, da größere Neubauflächen fehlen.

Ein Blick auf das Neubauquartier "Buckower Felder" in Neukölln.

Ein Blick auf das Neubauquartier „Buckower Felder“ in Neukölln. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Nördliche Randbezirke: Begrenztes Angebot und neue Projekte

Der Pankower Ortsteil Karow erreicht Platz 7. Er ist geprägt durch Einfamilienhäuser und neue Siedlungen. Die Mieten liegen bei etwa 11,75 Euro. Geplant ist hier das Projekt „Karow Süd“ mit 3.500 bis 5.000 Wohnungen. Die Anbindung erfolgt aktuell über S-Bahn und Bus, die Fahrzeit zum Alexanderplatz beträgt rund 50 Minuten.

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Die Treptow-Köpenicker Ortsteile wie Friedrichshagen oder Bohnsdorf kommen auf Platz 8. Sie bieten ruhige Wohnlagen mit direktem Zugang zu Wasser und Wald. Die Durchschnittsmieten liegen bei 12,98 Euro in Friedrichshagen und 13,17 Euro in Bohnsdorf. Die Kehrseite ist die vergleichsweise schwache Anbindung: Je nach Lage dauert der Weg zum Alexanderplatz bis zu 90 Minuten.

Unterschiede in Randberlin bei Preis und Infrastruktur

Lichterfelde Ost belegt Platz 9. Der Ortsteil von Steglitz-Zehlendorf zählt zu den teureren Randlagen mit durchschnittlich 13,65 Euro pro Quadratmeter. Das Projekt „Neulichterfelde“ umfasst rund 2.500 Wohnungen auf 36 Hektar. Die Anbindung über Regionalverkehr ermöglicht Fahrzeiten von etwa 35 Minuten ins Zentrum.

Falkenberg im Bezirk Lichtenberg bildet Platz 10. Mit 9,26 Euro ist der Ortsteil die günstigste Lage im Vergleich. Gleichzeitig bestehen deutliche Defizite bei Infrastruktur und Verkehr. Die Fahrt ins Zentrum dauert etwa eine Stunde. Erste Wohnprojekte stoßen bereits auf Kritik wegen unzureichender Versorgung.

Die Top 10 zeigt: Randbezirke in Berlin unterscheiden sich stark. Während einige durch Großprojekte wachsen, bleiben andere stabil oder abgeschottet. Für Mietwohnungen bietet Randberlin weiterhin Potenzial, vor allem bei begrenztem Budget und wachsender Flexibilität beim Pendeln.

Eine Visualisierung zeigt das Quartier "Neulichterfelde" in Lichterfelde Süd.

Im Quartier „Neulichterfelde“ in Lichterfelde Süd sollen bis Mitte der 2030er Jahre bis zu 2500 neue Wohnungen entstehen. / © Visualisierung: Groth Gruppe

Quellen: Berliner Zeitung, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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