Zum 70-jährigen Bestehen richtet der Tierpark Berlin den Blick auf seine zukünftige Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen die Modernisierung des Elefantenhauses und der Ausbau neuer Themenwelten.

Das Richtfest für das neue Elefantenhaus im Tierpark Berlin fand Anfang November 2024 statt. Die Fertigstellung des Umbaus ist für das Jahr 2026 geplant. / © Foto: Tierpark Berlin
© Visualisierung Titelbild: Tierpark Berlin
Auf rund 160 Hektar Fläche erstreckt sich der Tierpark Berlin heute durch Friedrichsfelde. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1955 hat er sich zum größten innerstädtischen Park seiner Art innerhalb Europas entwickelt und beherbergt zahlreiche, teils bedrohte Tierarten. Gleichzeitig ist er zu einem bedeutenden Ort für Bildung, Erholung und Artenschutz geworden.
Mit dem 70. Jubiläum rückt nun stärker in den Fokus, wie das Gelände in den kommenden Jahren weiterentwickelt wird. Ein zentrales Element ist der Umbau zum sogenannten Geo-Zoo, bei dem die Tierhaltung stärker nach geografischen Lebensräumen statt nach Arten gruppiert wird. Diese Idee prägt bereits mehrere abgeschlossene und laufende Projekte.
Großprojekt Tierpark Berlin: Elefantenhaus soll bald fertiggestellt werden
Ein wesentlicher Bestandteil des Geo-Zoo-Konzepts ist das neue Dickhäuterhaus, das bis 2026 vollständig modernisiert sein soll. Die Fertigstellung erfolgt später als ursprünglich geplant, da Materialengpässe, Lieferprobleme und steigende Kosten die Bauzeit verlängert haben. Mittlerweile ist der Rohbau jedoch weitgehend abgeschlossen. Nach Angaben der Berliner Zeitung befindet sich das Projekt derzeit in einer Phase, die von Beteiligten mit dem Feinschliff eines Hausbaus verglichen wurde.
Die Fläche der künftigen Savannenlandschaft umfasst mehr als 16.000 Quadratmeter und entspricht etwa zwei Fußballfeldern. Das bestehende Gebäude aus den 1980er Jahren bleibt in seinen Grundmauern erhalten, wird jedoch technisch und räumlich vollständig erneuert. In der neuen Savanne sollen künftig bis zu 21 afrikanische Elefanten leben, gemeinsam mit Giraffen, Zebras und Antilopen. Direkt angrenzend entsteht die großflächige Afrika-Savanne, die weitere Lebensräume miteinander verbinden soll.
Neues Dickhäutergehe im Tierpark: Moderne Gestaltung und geschützter Kontakt
Die überdachte Anlage bietet 7.000 Quadratmeter Innenfläche, in der die Elefanten geschützt übernachten können. Ein Folienkissen-Dach lässt UV-Strahlung einfallen und wird von robusten Lärchenbalken getragen. Teile der Fassade sind bereits mit Spritzbeton in Stampflehm-Optik versehen, was an traditionelle Lehmarchitektur erinnert. Innen entstehen großzügige Bewegungsflächen, künstliche Felsen und Strukturen, die die natürlichen Lebensräume nachempfinden.
Der zoologische Leiter erklärte, dass die neuen räumlichen Möglichkeiten ein modernes Tiermanagement ermöglichen. Dazu gehören vielfältige Beschäftigungsformen und die flexible Anpassung der Bereiche an unterschiedliche Herdenkonstellationen. Das Konzept des geschützten Kontakts trennt Tiere und Pflegerinnen und Pfleger räumlich, was sowohl den Arbeitsschutz als auch die freiwillige Teilnahme der Tiere an Trainingssituationen stärkt. Besucherinnen und Besucher sollen die Elefanten zukünftig in einer zusammenhängenden, naturnah gestalteten Landschaft beobachten können.
Weitere Zukunftsprojekte: Amazonashaus, Gondelbahn, Europas größte Vogelvoliere entstehen im Tierpark Berlin
Auch abseits des Elefantenhauses plant der Tierpark Berlin weitere bauliche Entwicklungen. Bis 2030 sollen neue Themenwelten entstehen, darunter ein Amazonashaus mit Jaguaren und Seekühen sowie eine Erlebnisbahn durch afrikanische Landschaften. Eine Gondelbahn soll Besucherinnen und Besucher in eine Himalaya-Welt führen, in der Schneeleoparden und Kleine Pandas leben. Nahe dem Schlosseingang ist zudem eine der größten Vogelvolieren Europas vorgesehen.
Ergänzend plant der Tierpark „Farmen der Welt“, einen europäischen Märchenwald sowie eine modernisierte Dschungelwelt im Alfred-Brehm-Haus. Parallel bleibt der Artenschutz ein zentraler Bestandteil der Arbeit. Gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung ist ein neues Artenschutzzentrum geplant. Grundlage der langfristigen Modernisierung ist ein Ziel- und Entwicklungsplan, der die strategische Ausrichtung bis 2030 definiert.
Quellen: Tierpark Berlin, Berliner Zeitung
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Vögel in Volieren und Elephanten oder Großkatzen in Gehege… Und alles nur, damit der Mensch bespaßt wird…wie aus der Zeit gefallen….Ich könnte irre werden, wenn ich so etwas lese!