Der Tierpark Berlin modernisiert sein Dickhäuterhaus, das 2026 als zentraler Bestandteil des künftigen Geo-Zoo-Konzepts eröffnen soll. Eine Baustellenführung Anfang Dezember bot einen ausführlichen Einblick in den aktuellen Baufortschritt.

Der Vorplatz des Elefantenhauses mit Blick auf einen Kunstfelsen. Rechts daneben entsteht eine Schleuse, wodurch einzelne Tiere aus dem benachbarten Gehege künftig in die Anlage der Elefanten gelangen können. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Der Tierpark Berlin, der dieses Jahr sein 70. Jubiläum feiert, wird derzeit umfassend umgestaltet. Auf rund 160 Hektar entsteht ein Zoo, der Tiere künftig nach geografischen Lebensräumen gruppiert. Mehrere Projekte sind bereits umgesetzt, andere befinden sich im Bau oder in der Planung.
Zentrales Vorhaben ist aktuell das neue Dickhäuterhaus dessen Rohbau inzwischen steht. Bei einer Baustellenführung durch das neue Gehege erklärte Johannes Gramse, stellvertretender technischer Leiter und Architekt, wo das Projekt derzeit steht und was bis Ende 2025 zu erwarten sein kann.
Tierpark Berlin: Fortschritte im Elefantenhaus bis Ende 2025
Laut Gramse soll die technische Gebäudeausrüstung bis Ende 2025 installiert sein, einschließlich der gesamten Heiztechnik sowie der Strom- und Wasserleitungen. Auch die Bodenstruktur wird weitgehend für den Einzug der Elefanten im Frühjahr 2026 vorbereitet. Dafür muss der alte Schotter aus dem Gehege entfernt werden – ein Prozess, der nach Angaben von Gramse bis zu hundert LKW-Ladungen umfassen könnte. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, ist das neue Elefantenhaus bereit für den Einzug der fünf Elefanten aus Halle.
Das bestehende Gebäude aus den 1980er Jahren wird seit 2022 vollständig umgebaut und technisch erneuert. Die Verzögerungen der vergangenen Monate waren laut Gramse auf Materialengpässe, Lieferprobleme und steigende Kosten zurückzuführen, die unter anderem durch die Corona-Pandemie verursacht wurden. Inzwischen schreiten die Arbeiten jedoch sukzessive voran und konzentrieren sich derzeit auf den Innenbereich des Geheges.
Gestaltung des neuen Elefantenhauses: Folienkissen-Dach und Wärmeregulierung

Die Fertigung des Folienkissen-Daches war eine Herausforderung für das Projektteam. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Eine Besonderheit der 7.000 Quadratmeter großen Innenanlage ist das Luftkissendach. Das speziell angefertigte Folienkissen-Dach lässt UV-Strahlung einfallen, was sowohl für die Elefanten als auch für das Pflanzenwachstum im Innengehege wichtig ist. Gleichzeitig verhindern reflektierende Punkte auf der Dachfolie eine übermäßige Erwärmung des Raumes. Über Heizkörper unter dem Dach kann die Temperatur künftig zusätzlich reguliert werden.
Die Dachkonstruktion wird von massiven Lärchen-Balken getragen. Aufgrund der zahlreichen Wasserbecken im Gehege herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb dem Korrosionsschutz beim Bau besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Um die Langlebigkeit des Geheges auch in 50 Jahren zu gewährleisten, habe man sich bei der Konstruktion an den bewährten Methoden von Hallenbädern orientiert, wie der Architekt erklärte.
Kunstfelsen und technische Anforderungen im Elefantenhaus

An mehreren Stellen im Dickhäuterhaus entstehen derzeit Kunstfelsen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Während das Folienkissen-Dach bereits steht, wird im Gehege derzeit an mehreren Stellen an der Fertigstellung der künstlichen Felsen gearbeitet. Diese orientieren sich an natürlichen Lebensräumen und ziehen sich stellenweise bis unter die Decke.
Die Herstellung der Kunstfelsen erfolgt in drei Schritten: Zunächst wird die tragende Struktur errichtet, die inzwischen größtenteils abgeschlossen ist. Darauf wird anschließend eine Art Spanngewebe gelegt und abschließend mit Spritzbeton modelliert. Die künstlichen Felsen sind zudem Teil der großflächigen Außenanlage, in der bereits fertige Objekte zu sehen sind.
Lichtenberg: Neue Savannenlandschaft entsteht nach dem Geo-Prinzip des Tierparks

Besucherinnen und Besucher trennt künftig ein Wasserbecken von den Elefanten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Die neue Savannenlandschaft erstreckt sich über mehr als 16.000 Quadratmeter und bietet Platz für bis zu 21 afrikanische Elefanten. Der Bereich ist in drei Zonen unterteilt, in denen die Elefanten sich frei bewegen und die gesamte Außenanlage eigenständig nutzen können. Besucherinnen und Besucher werden künftig vor den Gehegen bleiben, ein direkter Durchgang durch das Elefantengehege entfällt.
Zudem haben Tiere aus benachbarten Bereichen, wie etwa Antilopen, künftig die Möglichkeit, die Savannenlandschaft zu betreten. So entsteht ein vernetzter Lebensraum, der über eine derzeit im Bau befindliche Schleuse zugänglich sein wird. Mit diesem Konzept setzt der Tierpark die Idee des Geo-Zoos fort, die bereits an anderen Stellen erfolgreich umgesetzt wurde.
Weitere Modernisierungen im Tierpark: Von dem Amazonashaus bis zur Gondelbahn
Parallel zum Elefantenhaus plant der Tierpark weitere Projekte. Bis 2030 sind unter anderem ein Amazonashaus mit Jaguaren und Seekühen, eine Erlebnisbahn durch afrikanische Landschaften sowie eine Gondelbahn in der Himalaya-Welt geplant, in der Besucher Schneeleoparden und Kleine Pandas beobachten können.
Damit führt der Tierpark seine Entwicklung hin zu einem Geo-Zoo konsequent fort, der zugleich Bildungs- und Artenschutzaspekte stärker in den Mittelpunkt rückt. Das neue Elefantenhaus gilt dabei als zentrales Schlüsselprojekt und verdeutlicht, wie zeitgemäße Tierhaltung und modernes Tiermanagement umgesetzt werden können.

Das Haus folgt dem Prinzip des geschützten Kontakts. Pflegerinnen und Pfleger bewegen sich über gesicherte Gänge oberhalb der Tiere. Auf diese Weise können Türen gesteuert, Trainingssituationen begleitet und Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Im gesamten Elefantenhaus entstehen 24 Tore, die eine flexible Aufteilung der Bereiche ermöglichen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

In den Wänden des Geheges wurden Löcher eingearbeitet, die als Beschäftigung der Tiere dienen soll. In den einen wird Futter versteckt, in den anderen nicht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Im Eingang des Elefantenhauses entstehen Terrarien für künftige Bewohner. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Im Besucherbereich des Dickhäutergeheges entstehen derzeit künstliche Felsen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Tierpark Berlin, Tagesspiegel
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