Am Innsbrucker Platz entsteht mit „The Friedenauer“ nicht nur ein neues Bürohochhaus, sondern auch ein energetisches Pilotprojekt für Berlin. Erstmals soll ein Gebäude der Hauptstadt seine Wärme- und Kälteversorgung vollständig aus einem Mischwasserkanal beziehen.

Der Neubau entsteht am südlichen Eingang des Quartiers Friedenauer Höhe auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs am Innsbrucker Platz.

Am verkehrsreichen Innsbrucker Platz in Schöneberg wächst derzeit der Büro- und Gewerbeneubau „The Friedenauer“ sichtbar in die Höhe. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild / Visualisierung: OFB / bloomimages

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Direkt am Innsbrucker Platz nimmt derzeit eines der derzeit größten Büroprojekte im Berliner Südwesten Gestalt an. Der Neubau „The Friedenauer“, der bis 2027 fertiggestellt werden soll, wird künftig vollständig auf erneuerbare Energien für seine Wärme- und Kälteversorgung setzen. Herzstück des Konzepts ist die Nutzung von Abwasserwärme aus dem städtischen Mischwassersystem.

Das elfgeschossige Gebäude mit rund 21.000 Quadratmetern Mietfläche entsteht als gewerblicher Baustein der Quartiersentwicklung Friedenauer Höhe. Entwickelt wird das Projekt von der OFB Projektentwicklung. Für die Energieversorgung zeichnet die GASAG Solution Plus verantwortlich.

„The Friedenauer“: Wärme und Kälte aus dem Berliner Abwassernetz

Nach Angaben der Projektpartner wird „The Friedenauer“ das erste Gebäude in Berlin sein, das seine Wärme- und Kälteversorgung vollständig aus einem Freispiegel-Mischwasserkanal bezieht. Zwei Wärmetauscher im Kanal erschließen die dort vorhandene Energie. Drei reversible Wärmepumpen übernehmen anschließend sowohl die Beheizung als auch die Kühlung der Büroflächen.

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Ein Kaltnetz verbindet die technische Infrastruktur mit dem Gebäude. Vier Pufferspeicher mit jeweils 5.000 Litern Fassungsvermögen sollen Versorgungsschwankungen ausgleichen. Für außergewöhnliche Situationen ist zudem ein elektrisch betriebener Power-to-Heat-Kessel als Backup vorgesehen.

Die Nutzung von Abwasser als Energiequelle gilt als vergleichsweise zuverlässig, da die Temperaturen im Kanalnetz ganzjährig meist zwischen 12 und 23 Grad Celsius liegen. Dadurch lassen sich sowohl Wärme als auch Kälte effizient bereitstellen.

Serverabwärme und Photovoltaik ergänzen das Konzept am Innsbrucker Platz

Zum Energiekonzept gehört außerdem die Einbindung der gebäudeeigenen Servertechnik. Die bei der Kühlung entstehende Abwärme soll insbesondere in den Wintermonaten in das Heizsystem eingespeist und für die Versorgung der Büroflächen genutzt werden.

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Ergänzt wird das System durch eine großflächige Photovoltaikanlage auf dem Gebäude. Der erzeugte Strom soll vorrangig für den Betrieb der Energiezentrale genutzt werden. Nicht benötigte Strommengen werden in das öffentliche Netz eingespeist.

Baustein der Quartiersentwicklung Friedenauer Höhe

„The Friedenauer“ markiert zugleich den weitgehenden Abschluss der Entwicklung des Quartiers Friedenauer Höhe auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. In mehreren Bauabschnitten entstanden dort bereits mehr als 1.100 Wohnungen. Das neue Bürohaus soll künftig Raum für Büros, Gastronomie und Einzelhandel bieten. Als Ankermieter steht das Gebäudetechnik-Unternehmen Kieback & Peter fest.

Die Installation der Energieanlagen soll im vierten Quartal 2026 beginnen. Die Inbetriebnahme ist parallel zur Fertigstellung des Gebäudes im dritten Quartal 2027 vorgesehen.

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Friedenauer Höhe Wohnkomplex in Schöneberg

Der Büro- und Gewerbeneubau „The Friedenauer“ entsteht direkt am S-Bahnhof Innsbrucker Platz. Das Gebäude soll rund 21.000 Quadratmeter Mietfläche für Büros, Einzelhandel und Gastronomie bieten. / © Visualisierung: bloomimages

Rat

Quellen: Friedenauer Höhe, Howoge, OFB Projektentwicklung, GASAG

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