Tesla baut seine Präsenz in der Hauptstadtregion weiter aus und siedelt ein europäisches Entwicklungszentrum im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick an. Der Standort soll Forschung, Innovation und Ingenieurskompetenz im Bereich Elektromobilität bündeln.

Im Südosten Berlins plant Tesla die Ansiedlung eines neuen Entwicklungszentrums für Fahrzeugtechnik und Materialforschung. Damit verlagert der Konzern zentrale Innovationsprozesse näher an seine deutsche Gigafactory in Grünheide. / © Foto: Wikimedia Commons, MEHR8000

© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Das US-Unternehmen Tesla treibt seine Präsenz in der Hauptstadtregion offenbar weiter voran und plant die Ansiedlung eines europäischen Entwicklungszentrums im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick.

Auf einem bislang ungenutzten ehemaligen Industriegelände soll in den kommenden Monaten ein neuer Standort entstehen, der als Ergänzung zur bestehenden Gigafactory in Grünheide dienen soll, wie das Unternehmen auf einer Pressekonferenz mitgeteilt hat.

US-Autobauer Tesla siedelt europäisches Entwicklungszentrum im Berliner Südosten an

Das Areal biete mit seinen großen Hallen und einer guten Anbindung an die Infrastruktur ideale Voraussetzungen für die Pläne des Unternehmens, so Vice-President und Chefentwickler Lars Moravy. Um welches Gelände es sich konkret handelt, wurde bislang allerdings noch nicht kommuniziert.

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Im Zentrum der Aktivitäten sollen Forschung und Entwicklung in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Antriebssysteme und Materialinnovationen stehen. Damit verlagert Tesla einen wesentlichen Teil seiner Ingenieurstätigkeit nach Köpenick, um die Nähe sowohl zur Hauptstadt als auch zum Werk in Brandenburg zu nutzen.

Tesla: Ausbau der Ingenieurskapazitäten in Köpenick

Zum Start sollen rund 130 Ingenieurinnen und Ingenieure vom Standort Grünheide und weiteren Berliner Einrichtungen in die neuen Räumlichkeiten wechseln. Mittelfristig wird eine Verdopplung der Belegschaft am Berliner Standorterwartet. Perspektivisch könnten also bis zu 250 hochqualifizierte Fachkräfte am Standort tätig sein und an Zukunftstechnologien für Elektromobilität arbeiten.

Für die Region könnte die Ansiedlung nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze, sondern auch eine weitere Stärkung des Technologie- und Innovationsstandorts bedeuten. Köpenick rückt damit stärker ins Zentrum der europäischen Entwicklungsstrategie des Unternehmens und könnte langfristig auch Zulieferer und Partnerbetriebe anziehen.

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Umbau des Industrieareals in Berlin-Köpenick soll zeitnah beginnen

Tesla plant, die Umbauarbeiten auf dem Gelände zeitnah zu beginnen. Der Start des Betriebs ist bereits für das kommende Jahr vorgesehen. Erste technische Tests und Entwicklungsarbeiten werden voraussichtlich schon 2026 erfolgen. Mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag unterstreicht das Unternehmen die Bedeutung dieses Projekts für seine europäische Expansionsstrategie.

Die Entscheidung für den Standort Köpenick fiel dabei nicht zufällig. Neben der großzügigen Fläche und den bestehenden Hallen, die auf dem Gelände vorhanden sein sollen, spricht wohl vor allem die gute Lage zwischen der Berliner Innenstadt und der Gigafactory in Grünheide für den Standort. Zudem soll die Energieversorgung des Geländes bereits leistungsfähig genug sein, um die geplanten Forschungs- und Entwicklungsprozesse zu unterstützen.

Oliver Igel: Treptow-Köpenick setzte sich gegen mehrere internationale Standorte durch

Dass die Umsetzung zügig erfolgen könnte, deutete auch Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, am Mittwochabend an. Er erklärte, dass monatelange vertrauliche Gespräche vorausgegangen seien, die er gemeinsam mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Baustadträtin Claudia Leistner eng begleitet habe.

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Dabei habe sich der Bezirk Treptow-Köpenick erfolgreich gegen andere internationale Standorte durchsetzen können. Igel zeigt sich entsprechend erfreut: „Das von Tesla geplante moderne Entwicklungszentrum für Elektroautos, dazugehörige Batterietechnik und Ladeinfrastruktur in Köpenick ist ein großer Erfolg für Berlin. (…) Ich danke daher allen Beteiligten an der Vorbereitung. Das Entwicklungszentrum passt sehr gut in die Wissenschafts- und Wirtschaftslandschaft unseres Bezirks.

Etablierung der Hauptstadtregion als führender Standort für Elektromobilität?

Bereits vor einigen Jahren hatte Tesla-Gründer Elon Musk die Errichtung eines europäischen Entwicklungszentrums in Aussicht gestellt. Mit der nun geplanten Ansiedlung in Köpenick wird diese Vision Schritt für Schritt Realität. Das Vorhaben zeigt, dass der derzeit kriselnde Autohersteller die Hauptstadtregion nicht nur als Produktionsstandort, sondern auch als Innovationszentrum begreift.

Die Eröffnung des Entwicklungszentrums in Köpenick soll sich nach Wünschen der Berliner und Brandenburger Landesregierungen als weiterer Baustein erweisen, um Berlin und Brandenburg dauerhaft als führende Region für Elektromobilität in Europa zu etablieren. Während die Gigafactory (Standort von 11.500 Beschäftigten) die industrielle Fertigung übernimmt, soll Köpenick künftig als kreativer Thinktank für neue Technologien wirken – eine Kombination, die dem Unternehmen langfristig Wettbewerbsvorteile verschaffen dürfte.

Quellen: Tesla, Facebook, Berliner Morgenpost, Der Tagesspiegel

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