Am historischen Gelände des Kabelwerks Köpenick will US-Autobauer Tesla Forschung und Entwicklung für die Mobilität der Zukunft betreiben. Ein Areal wird derzeit vom Wohnungsunternehmen BUWOG saniert und umgebaut, mehr als 900 Wohnungen sollen auf dem Gelände entstehen, und Flächen für gewerbliche Nutzungen. Direkt angrenzend befindet sich aber noch ein weiteres Areal, welches in Betracht kommt.

Die geplante Tesla-Ansiedlung in Köpenick bringt zusätzlichen Schwung in ein Areal, das jahrzehntelang brachlag. Das Gelände des einstigen Kabelwerks Köpenick wird derzeit modernisiert. / © Foto: BUWOG
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons
In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der US-Autobauer Tesla seine Präsenz in der Hauptstadtregion weiter ausbauen will und ein europäisches Entwicklungszentrum im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick plant.
Auf einem bislang ungenutzten Industriegelände soll ein Standort entstehen, der Forschung und Entwicklung in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Antriebssysteme und Materialinnovationen bündelt. Fraglich ist noch, um welches Areal es sich dabei handelt.
Tesla plant neues europäisches Entwicklungszentrum in Berlin-Köpenick
Zum Start sollen rund 130 Ingenieurinnen und Ingenieure dort arbeiten, mittelfristig ist eine Verdopplung auf bis zu 250 Beschäftigte vorgesehen. Für Berlin und Brandenburg könnte das Projekt nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern auch eine weitere Stärkung der Region als führender Standort für Elektromobilität in Europa bedeuten.
Mittlerweile hat sich auch herausgeschält, wo sich Tesla offenbar niederlassen möchte. Nach Informationen des Tagesspiegel hat sich Tesla für eine bestehende Industriehalle im Umfeld des ehemaligen Kabelwerks Köpenick entschieden.
BUWOG-Projekt: Tesla will ehemalige Kabelwerk Köpenick nutzen
Offiziell bestätigt ist dies zwar nicht, doch soll die Nutzung einer vorhandenen Halle vor allem aus Nachhaltigkeitsgründen erfolgen. Ausschlaggebend waren zudem eine ausreichende Stromversorgung und die Nähe zum Bahnanschluss. Bemerkenswert ist, dass das Areal teilweise für Wohnungsbau vorgesehen ist und abseits der etablierten Technologiezentren liegt.
Auf dem historischen Gelände des einstigen Kabelwerks Köpenick, gelegen zwischen Salvador-Allende-Brücke, Friedrichshagener Straße und Spree, soll in den kommenden Jahren ein gemischtes Wohn- und Gewerbequartier entstehen. Zwei markante Backsteingebäude prägen den Eingang des ehemaligen Industrieareals.
Wohnunternehmen BUWOG will das Kabelwerk Köpenick neu entwickeln
Seit der Schließung in den 1990er Jahren stehen die Gebäude leer und verfallen, während das umliegende Gelände brachliegt. Mehrere Investoren versuchten sich bereits an einer Entwicklung des komplizierten Geländes, doch alle zogen sich letztlich erfolglos zurück. Nun will der Wohnungsbaukonzern BUWOG das Gelände neu entwickeln.
Das geschichtsträchtige Areal war 1858 von Julius Vogel gegründet und später vom Unternehmen Siemens übernommen worden und zeugt von den Anfängen der Industrialisierung Berlins. Hier wurden Starkstrom- und Telekommunikationskabel gefertigt. Während der DDR-Zeit war das Gelände Teil des Kombinats Kabelwerk Oberspree (KWO). Seit 1994 jedoch wird hier nichts mehr produziert.
920 Wohnungen, Kita, Gastronomie und Gewerbe sollen einziehen
Die geplante Kita soll Platz für rund 80 Kinder bieten. Eine Boulevard, eine Plaza und ein frei zugänglicher Weg am Ufer der Müggelspree sollen das raumgreifende Gelände neu strukturieren. Laut BUWOG sollen auf dem Gelände sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen entstehen.
Rund 30 Prozent der Wohnungen sollen als geförderte Wohnungen mit einem geminderten Mietpreis vertrieben werden, nach dem Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung. Durch die Mischung aus Eigentumswohnungen, frei finanzierten und geförderten Mietwohnungen sollen die zu erwartenden hohen Kosten für die Entwicklung und Revitalisierung des Geländes gedeckt werden.
Kabelwerk Köpenick: Ehemalige Fabrikhallen sollen Zentrum des neuen Quartiers werden
Im Mittelpunkt des zukünftigen Wohn- und Gewerbecampus werden die beiden rot verklinkerten Fabrikhallen stehen, die zwar denkmalgeschützt sind, aber wegen ihres enorm maroden Zustands nicht komplett restauriert werden könnten, wie es bislang heißt. Trotzdem sollen die fünfgeschossigen Hallen und zwei angrenzende Hallenjoche soweit wie möglich wiederhergestellt werden.
In diesen ehemaligen Produktionshallen sollen unter anderem Büros, Manufakturen und Gastronomie sowie die oben erwähnte Kita einziehen, auch Möglichkeiten für Gemeinschaftsgärten sollen dort geschaffen werden. An der Ecke zur Salvador-Allende-Straße soll ein neungeschossiger Büroturm gebaut werden.
Auf welches Gelände zieht US-Autobauer Tesla?
Ob US-Autobauer Tesla eine dieser riesigen Hallen künftig beziehen wird, ist bislang noch nicht bekannt. Denn gegenüber vom BUWOG-Areal stehen noch weitere, ehemalige Industriehallen, die für das von Tesla avisierte Projekt ebenfalls sehr attraktiv sein dürften.
Diese Hallen befinden sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite, eingefasst zwischen Kaufland– und Hellweg-Markt. Bis vor wenigen Jahren wurden in diesen Hallen noch Kabel produziert, derzeit stehen die Produktionsstätten allerdings leer. Für dieses Areal spricht, dass die Hallen mutmaßlich schneller zur Verfügung stehen würden als die Gebäude auf dem BUWOG-Areal, die erst in den kommenden Jahren modernisiert werden sollen.
Welches Areal Tesla letztlich beziehen wird, wird wohl erst klar sein, wenn das Unternehmen dazu eine offizielle Information herausgibt. Unabhängig davon, welche Gebäude von Tesla künftig bezogen werden, wird das direkt angrenzende Umfeld von der Aktivierung der heute ungenutzten Industriehallen in jedem Fall profitieren.
Quellen: Tesla, Facebook, Berliner Morgenpost, Der Tagesspiegel, BUWOG, Bezirksamt Treptow-Köpenick
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3 Kommentare
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Ist doch mal eine feine Nachricht für einen Montag Morgen. Wie so etwas dann am Ende aussehen kann, zeigt bereits der unmittelbare westliche Nachbar auf dem konvertierten Gleände der ehemaligen Glanzfilm AG (später VEB FCW Köpenick). Echt schön geworden!
Es ist total unverständlich das Musk sich in Berlin/ Köpenick etablieren kann. Nach all dem was man an negativen Informationen / politischen Übergriffen / Demokratie Verhetzung und Übergriffen kennt.
Er mag der reichste Mensch sein jedoch toxisch für unser Köpenick/Berlin und die EU .
Tesla wäre zwar nicht mal meine dritte wahl, aber ich finde gut dass diese ewige Drecksecke vielleicht verschwinden wird.
Die Autos kauft zwar trotzdem keiner, aber wenigstens kann der Typ sein Geld hier lassen.