Ein neues Gutachten der IBB bewertet die mögliche Randbebauung des Tempelhofer Feldes. Im Fokus stehen 21.400 Wohnungen, hohe Investitionskosten und offene politische Entscheidungen.

Wohnen am Tempelhofer Feld: So stellt sich die Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“ die Schaffung von attraktivem Wohnraum unmittelbar am ehemaligen Flugfeld in Tempelhof vor. / © Visualisierung: Kollhoff/Nöfer/Astigmatic
© Titelbild / Visualisierung: Kollhoff/Nöfer/Astigmatic
Die Debatte um das Tempelhofer Feld bekommt neues Gewicht. Ein Prüfbericht der Investitionsbank Berlin bewertet den Vorschlag der Architekten Hans Kollhoff und Tobias Nöfer als grundsätzlich durchführbar und finanzierbar. Eine politische Entscheidung gibt es aber noch nicht.
- Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
- Adresse: Tempelhofer Feld
- Geplante Nutzung: Wohnungen am Rand des Tempelhofer Feldes
- Umfang: 21.400 Wohnungen für rund 50.000 Menschen
- Kosten: rund 7,88 Milliarden Euro laut IBB-Prüfung
Die Zahl steht nun im Raum: 7,88 Milliarden Euro. So hoch schätzt die Investitionsbank Berlin die Gesamtkosten für eine mögliche Randbebauung des Tempelhofer Feldes. Grundlage ist ein Entwurf der Architekten Hans Kollhoff und Tobias Nöfer. Er sieht 21.400 Wohnungen am Rand des ehemaligen Flughafengeländes vor. Dort könnten nach den Plänen rund 50.000 Menschen wohnen. Die zentrale Freifläche bliebe nach dem Konzept erhalten.

Das Tempelhofer Feld steht seit Jahren im Zentrum stadtpolitischer Debatten. Dabei geht es um Wohnungsnot, Klimaschutz, Freiraum, Denkmalschutz und die Frage, wie Berlin mit einer der größten innerstädtischen Freiflächen Europas umgehen soll. / © Foto Wikimedia Commons, A.Savin, FAL
Wohnungen am Tempelhofer Feld: Gutachten sieht Finanzierung als möglich an
Die IBB kommt laut Bericht zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben grundsätzlich finanzierbar sei. Die Bank liegt mit ihrer Kostenschätzung unter der früher genannten Summe der Architekten, die bei rund neun Milliarden Euro lag. Einen wesentlichen Teil der Kosten könnten nach Einschätzung der IBB die Mieteinnahmen über mehrere Jahrzehnte decken. Zusätzlich nennt der Bericht einen Eigenkapitalbedarf von knapp zwei Milliarden Euro.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Erbbaurecht. Wenn Berlin Flächen nicht verkauft, sondern im Erbbaurecht vergibt, könnte laut IBB ein erheblicher Teil des Eigenkapitals zurückfließen. Außerdem rechnet die Bank mit einem volkswirtschaftlichen Effekt: Das Projekt könnte das Berliner Bruttoinlandsprodukt um acht Milliarden Euro erhöhen und zeitweise mehrere Tausend Arbeitsplätze schaffen.

Das Modell der Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“ zeigt die geplante Randbebauung des Tempelhofer Feldes mit neuen Wohnquartieren und dauerhaft geschützter Freifläche. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Tempelhofer Feld bleibt rechtlich und politisch blockiert
Trotz dieser Zahlen bleibt die Randbebauung des Tempelhofer Feldes offen. Das Tempelhofer-Feld-Gesetz geht auf den Volksentscheid von 2014 zurück und schließt eine Bebauung bisher aus. Eine Umsetzung würde daher eine politische und rechtliche Klärung voraussetzen. CDU-Fraktionschef Dirk Stettner will das Thema nach der nächsten Wahl in Koalitionsverhandlungen einbringen. Beschlossen ist da aber noch nichts.
Der Prüfbericht entstand auf Initiative des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner. Finanzsenator Stefan Evers gab die Untersuchung in Auftrag. Damit liegt nun erstmals eine finanzielle Bewertung des konkreten Kollhoff-Nöfer-Entwurfs vor. Sie ersetzt aber kein Verfahren, keinen Bebauungsplan und keine politische Entscheidung.
Tempelhofer Feld
Quellen: Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“
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4 Kommentare
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Das Dilemma der sogenannten direkten Demokratie. Gewählte Regierungen haben eine Verfallsgrenze, nach vier oder fünf Jahren kann der Wechsel gewählt werden, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Gesetzgebung. Ein „Volksentscheid“ soll stattdessen ewig gelten, obwohl die Hälfte derjenigen, die damals abgestimmt haben, vermutlich schon nicht mehr in der Stadt weilt.
Sei es drum, der Flughafen hätte Flughafen bleiben sollen, alles was nun folgt, ist nur noch Schadensbegrenzung einer törichten Entscheidung von vor 12 Jahren.
Ihren letzten Satz habe ich auch damals jahreland mantraartig von mir gegeben, weil ich diesen Airport als ein Alleinstellungsmerkmal für eine Kapitale ansah. Aber irgendwann habe ich eingesehen, dass es so ist wie es ist und darin dann eine Chnace für Berlin gesehen. Als jedoch das Volksentscheidergebnis da war, mußte man jedoch erkennen, dass es noch schlimmer geht… Wie auch immer, ich wünsche denjenigen, denen 200 (!!!) verdammte Hektar verbleibende Grünfläche nicht genug sind und ihren Hals voller lauter Ich-Raffgier nicht vollbekommen, eine Wohnung unter freiem Himmel auf Lebenszeit.
Sei es drum, der Flughafen hätte Flughafen bleiben sollen, alles was nun folgt, ist nur noch Schadensbegrenzung einer törichten Entscheidung von vor 12 Jahren.
is klar! ein flughafen auf dem Moderne Flugzeuge nicht landen können weil zu kurze Bahnen und beschissener nerviger Anflug aber klar einen Sinnlosen Flughafen offen lassen und kosten verursachen
Jetzt noch die Langhofschen Türme an den Bogen ran und eine quadratische Wasserflächen zwischen den beiden ehemaligen Bahnen (oder wie war das noch gleich mit dem klimaresilienten Bauen!?) und gut is…