Die Grunewaldstraße in Tempelhof-Schöneberg wird umfassend umgestaltet. Geschützte Radfahrstreifen, neue Lieferzonen und barrierefreie Querungen sollen den Straßenraum sicherer und funktionaler für alle Verkehrsteilnehmenden machen. Das Projekt nähert sich nun seinem Abschluss.

Auf beiden Seiten der Grunewaldstraße sind geschützte Radfahrstreifen entstanden, die durch flexible Pfosten und sogenannte Leitboys vom motorisierten Verkehr abgetrennt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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In Tempelhof-Schöneberg wird seit Herbst 2024 an einer zentralen Verkehrsader gearbeitet: Der Grunewaldstraße. Zwischen Wilmersdorf und dem Akazienkiez entsteht ein neuer Straßenraum, der stärker auf die Bedürfnisse von Radfahrenden, Zufußgehenden und dem Wirtschaftsverkehr ausgerichtet ist. Nachdem der westliche Abschnitt zwischen Kufsteiner/Bamberger Straße und der Martin-Luther-Straße bereits im Jahr 2024 fertiggestellt wurde, schreiten nun auch die restlichen Arbeiten zügig voran.
Aktuell wird der vorletzte Bauabschnitt zwischen der Martin-Luther-Straße und der Akazienstraße vorbereitet. Auf der südlichen Straßenseite wurde in der vergangenen Woche die alte Asphaltdecke abgetragen. Derzeit erfolgt der Neueinbau. Ab Anfang August beginnt dann der finale Abschnitt des Projekts.
Schutzstreifen, Lieferzonen, Querungshilfen: So wird die Grunewaldstraße umgebaut
Ziel des Umbaus ist ein sicherer, klar gegliederter Straßenraum. Auf beiden Seiten der Grunewaldstraße sind geschützte Radfahrstreifen entstanden, die durch flexible Pfosten und sogenannte Leitboys vom motorisierten Verkehr abgetrennt werden. In Kreuzungsbereichen und Einfahrten erhöhen rote Markierungen die Sichtbarkeit. Auch für den Lieferverkehr wurden neue Lösungen gefunden. Entlang der 1,6 Kilometer langen Strecke entstehen 17 Lieferzonen mit je mindestens 15 Metern Länge. Diese sollen das Halten auf Radwegen oder in zweiter Reihe vermeiden helfen.
Ergänzt wird die neue Verkehrsaufteilung durch vier Stellflächen für E-Scooter, 24 neue Fahrradbügel sowie ausgewiesene Taxi- und Behindertenparkplätze. Querungsstellen werden mit akustischen Signalen, taktilen Platten und längeren Grünphasen ausgestattet, damit auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sicher unterwegs sein können.
Mehr Sicherheit und Teilhabe im Verkehr: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und infraVelo sind zuversichtlich
Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck sieht in der Umgestaltung einen wichtigen Schritt hin zu mehr Verkehrssicherheit und Teilhabe. Besonders Schülerinnen und Schüler sowie Pendelnde sollen von der neuen Aufteilung profitieren.
Auch Michael Fugel, Geschäftsführer der GB infraVelo GmbH, bewertet das Projekt positiv. Die Grunewaldstraße werde künftig ein sicherer Ort für Radfahrende und Fußgängerinnen, aber auch für den Wirtschaftsverkehr sein. Grundlage der Planung sei eine Pilotstudie der Berliner IHK gewesen, die die Bedürfnisse des Lieferverkehrs stärker in den Fokus rückte.
Geplante Fertigstellung im Herbst 2025: Umbauprojekt in der Grunewaldstraße ergänzt bestehende Maßnahmen im Bezirk
Das Vorhaben ist eingebettet in den Ausbau des Berliner Radverkehrsnetzes. In Schöneberg ergänzt es Maßnahmen wie die Fahrradstraße Langenscheidtstraße und die Umgestaltung der Hauptstraße. Finanziert wird das Projekt durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Klimaschutz und Umwelt, unterstützt durch Bundesmittel aus dem Programm „Stadt und Land“. Die Umsetzung verantwortet die GB infraVelo GmbH gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen InfraSignal, das unter anderem die Ampelanlagen anpasst.
Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für Herbst 2025 vorgesehen. Bis dahin geht es auf den letzten Metern noch um Feinarbeiten im Straßenbelag, die Umsetzung der letzten Querungshilfen und das Schaffen von Raum für alle Verkehrsarten auf der Grunewaldstraße.
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Quellen: infraVelo GmbH, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Verkehrsinformationszentrale, ADFC Berlin
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