Tempelhof-Schöneberg erlebt derzeit eine Phase intensiver baulicher Erneuerung. Gleich mehrere größere Projekte sollen bis 2026 neue Wohnungen, Arbeitsorte und öffentliche Angebote schaffen und den Bezirk städtebaulich deutlich weiterentwickeln. Die Vorhaben reichen von neuen Quartieren über Verwaltungsbauten bis hin zu modernen Wohnanlagen. Ein Blick auf fünf prägende Bauprojekte zeigt, wie vielfältig sich der Wandel im Bezirk gestaltet.
BSR-Zentrale
Neue Mitte Tempelhof
SCHÖNEWERK
Boardinghouse Schöneberg
Am Mühlenberg
© Visualisierung Titelbild: PRIMUS Immobilien AG
Tempelhof-Schöneberg, seit 2001 Zusammenschluss der ehemaligen Bezirke Tempelhof und Schöneberg, zählt zu den dynamischsten urbanen Räumen Berlins. Der Bezirk verbindet zentrale innerstädtische Lagen mit gewachsenen Wohnquartieren, großen Verkehrsachsen und markanten Orten wie dem Rathaus Schöneberg, dem Südkreuz und dem Tempelhofer Feld. Mit über 337.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bildet er zudem einen wichtigen Wohn- und Wirtschaftsstandort im Süden der Hauptstadt.
Gleichzeitig prägen industrielle Traditionen, kulturelle Vielfalt und neue Innovationsstandorte wie das EUREF-Quartier die Identität des Bezirks. Vor diesem Hintergrund gewinnen aktuelle Bauprojekte besondere Bedeutung, denn sie reagieren nicht nur auf den wachsenden Bedarf an Wohnraum und Infrastruktur, sondern setzen auch Impulse für nachhaltige Stadtentwicklung. Im Rahmen unseres ENTWICKLUNGSSTADT Adventskalenders zeigen wir fünf Projekte, die 2026 das Baugeschehen in Tempelhof-Schöneberg prägen werden.
„Neue Mitte Tempelhof“: 2026 erfolgt der Baustart für 500 Wohnungen

© Visualisierung: TELEINTERNETCAFE Architektur und Urbanismus GmbH / Treibhaus Landschaftsarchitektur
Mit dem beschlossenen Bebauungsplan rückt die Umsetzung der „Neuen Mitte Tempelhof“ endlich näher. Ab 2026 entstehen rund 500 neue Wohnungen sowie zentrale öffentliche Einrichtungen wie ein neues Stadtbad, ein Kultur- und Bildungshaus und eine moderne Polizeidirektion. Das Quartier soll bestehende Infrastruktur ersetzen, Angebote bündeln und zusätzliche Grünflächen schaffen. Damit erhält Tempelhof ein neues, städtebauliches Zentrum, das Wohnen, Kultur und Dienstleistungen an einem Ort verbindet.
Neue BSR-Zentrale am Südkreuz: Baustart ab 2026 für nachhaltigen Holz-Hybrid-Bau
Am Bahnhof Südkreuz entsteht ab 2026 die neue Unternehmenszentrale der BSR, ein nachhaltiger Holz-Hybrid-Bau, der bis 2028 rund 1.100 Beschäftigten moderne Arbeitsplätze bieten soll. Neben offenen Arbeitsbereichen, Eltern-Kind-Büros und Loggien sind auch öffentlich zugängliche Angebote wie ein Umweltlehrpfad und eine Café-Kantine vorgesehen. Das Ensemble umfasst ein siebengeschossiges BSR-Gebäude und ein angrenzendes Hochhaus der Berlinovo, die gemeinsam ein neues Quartier am ehemaligen Recyclinghof formen. Mit Photovoltaik, Geothermie und recycelbaren Materialien setzt das Projekt zudem stark auf energieeffiziente und ressourcenschonende Bauweisen.
„SCHÖNEWERK“ in Schöneberg: Neues Stadtquartier soll Anfang 2026 fertig sein
Bis Anfang 2026 entsteht an der Kärntener Straße das neue Stadtquartier „SCHÖNEWERK“, das mit rund 26.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche einen vielfältigen Nutzungsmix aus Gewerbe, Handwerk, Gastronomie und öffentlichen Grünflächen bieten soll. Das Areal liegt direkt am S-Bahnhof Schöneberg und wird in zwei Bauabschnitten realisiert, wobei der erste Baustart ebenfalls für 2026 vorgesehen ist. Geplant sind Handwerkerhöfe, ein öffentlicher Park und ein saniertes Bestandswohnhaus, das behutsam in das Quartier eingebettet wird.
Wohnprojekt „Am Mühlenberg“: GEWOBAG erweitert Anlage bis 2026
Auf dem Gelände der Wohnanlage „Am Mühlenberg“ in Schöneberg entstehen bis 2026 drei Neubauten mit insgesamt 120 Mietwohnungen, die das bestehende Ensemble aus den 1960er-Jahren erweitern. Die GEWOBAG setzt dabei auf barrierefreie Grundrisse, geförderten Wohnraum und zusätzliche Gewerbeflächen sowie eine Kindertagespflegestelle. Klimagerechtes Bauen spielt eine zentrale Rolle: Dachbegrünung, Photovoltaik und eine neue, effiziente Energieversorgung sollen das Quartier langfristig nachhaltiger machen. Ergänzend dazu werden die Außenanlagen mit Spiel- und Ruhebereichen sowie modernen Mobilitätsangeboten umfassend aufgewertet.
Kurfürstenstraße 134: Boardinghouse und Wohnungen sollen 2026 fertig sein
An der Kurfürstenstraße 134 entsteht bis Ende 2026 ein Neubauensemble, das 102 Wohneinheiten mit einem Boardinghouse, klassischem Wohnen und Gewerbeflächen verbindet. Der siebengeschossige Bau erhält eine helle Fassade, große Fensterfronten sowie Gastronomie- und Co-Working-Angebote im Erdgeschoss, ergänzt durch einen Aqua-Therapiebereich im Untergeschoss. Das Projekt soll die lange ungenutzte Fläche an der Grenze zwischen Schöneberg und Tiergarten beleben und ein breiteres Angebot für temporäres wie dauerhaftes Wohnen schaffen. Mit seiner Nutzungsmischung fügt sich der Neubau in die städtebauliche Entwicklung der Umgebung ein.
Quellen: TELEINTERNETCAFE Architektur und Urbanismus GmbH, Treibhaus Landschaftsarchitektur, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Wikipedia, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, BSR, Der Tagesspiegel, ARGE Franz&Sue, Schenker Salvi Weber, PRIMUS Immobilien AG, GEWOBAG, Architektur Urbanistik Berlin, mittendran.de, Brera Serviced Apartments, Clipper Boarding House
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