Seit Jahren gab es Pläne für ein neues Wohnquartier auf der historischen Teltowwerft in Zehlendorf. Noch 2025 führte der Bezirk das Projekt mit rund 188 Wohnungen. Nun ist eine grundlegende Entscheidung gefallen.

Neben dem Verwaltungsbau sind auf dem Gelände der Teltowwerft mehrere historische Werkstatt- und Gewerbebauten erhalten. Sie sollten in die geplante Entwicklung des Areals einbezogen werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Bildarbeiter, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Norhei, CC BY-SA 3.0
Auf einem historischen Werftgelände am südwestlichen Rand Berlins sollte ein neues Quartier am Wasser entstehen. Mehrfach änderten sich die Planungen, das Projekt kam jedoch nie über das Bebauungsplanverfahren hinaus. Nun hat der Bezirk Steglitz-Zehlendorf einen Schlussstrich unter das seit 2009 laufende Verfahren gezogen.
- Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
- Adresse: Sachtlebenstraße 60 und 64/66, 14165 Berlin
- Projekt: Teltowwerft
- Bebauungsplan: 6-21 VE
- Zuletzt geplante Wohnungen: rund 188, davon rund 41 gefördert
- Projektstatus: Bebauungsplanverfahren eingestellt
Das Bezirksamt beschloss am 26. Mai 2026, das Verfahren für den Bebauungsplan 6-21 VE einzustellen. Damit hob es zugleich den Aufstellungsbeschluss vom April 2009 auf. Betroffen sind die Grundstücke Sachtlebenstraße 60 und 64/66 sowie weitere Flächen der ehemaligen Teltowwerft. Einen konkreten Grund für die Einstellung nennt die veröffentlichte Bekanntmachung nicht.
Die Entscheidung beendet damit zunächst eine Planung, die den Bezirk über rund 17 Jahre beschäftigt hat. Noch 2022 sorgte das Vorhaben wegen eines ungewöhnlichen Konflikts für Aufmerksamkeit: Das Krähen von Hähnen auf dem benachbarten Gelände eines Kleintierzüchtervereins erschwerte die Wohnungsplanung. Damals wurden verschiedene Lösungen zum Lärmschutz diskutiert. Ob dieser Konflikt zur jetzigen Einstellung geführt hat, geht aus den aktuellen Unterlagen allerdings nicht hervor.
Teltowwerft in Zehlendorf: Wohnquartier rund um den historischen Bauhafen
Das ursprüngliche Bebauungsplanverfahren begann 2009. Nachdem ein früherer Entwicklungsträger das Projekt nicht weiterverfolgte, kam später ein neues Konzept hinzu. Der Entwurf stammte von Axthelm Rolvien Architekten. In der Begründung zum Bebauungsplan von 2018 bewertete der Bezirk dieses Konzept städtebaulich als Verbesserung gegenüber der Planung von 2009.
Vorgesehen waren Neubauten mit unterschiedlichen Gebäudeformen rund um den historischen Bauhafen. Geplant waren unter anderem Reihenhäuser sowie drei- bis fünfgeschossige Gebäude. Die Stellplätze sollten überwiegend in einer Tiefgarage untergebracht werden. Auch ein kleines Bootshaus für Kanus und andere kleine Boote war vorgesehen. Gleichzeitig sollten denkmalgeschützte Bauten saniert und neu genutzt werden.
Wohnungszahl der Teltowwerft änderte sich mehrfach
Wie groß das Quartier werden sollte, änderte sich im Laufe der Jahre ebenfalls. Investa nennt auf seiner weiterhin erreichbaren Projektseite rund 160 Wohneinheiten auf einem etwa 2,5 Hektar großen Grundstück. Im Berliner Bündnis für Wohnungsneubau 2022 bis 2026 wurde die Teltowwerft dagegen mit einem Potenzial von 237 Wohnungen geführt.
Die jüngste konkrete Angabe stammt aus einer parlamentarischen Anfrage von 2025. Darin nannte der Bezirk rund 188 Wohnungen, darunter rund 41 geförderte Einheiten. Mit dem Beschluss von Mai 2026 ist das dafür betriebene Bebauungsplanverfahren nun jedoch komplett eingestellt. Welche Entwicklung stattdessen für das historische Werftgelände vorgesehen ist, bleibt offen.
Teltowwerft Zehlendorf
Quellen: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Abgeordnetenhaus Berlin, Landesdenkmalamt Berlin, Investa Real Estate
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